Wird das Krematorium bald eingeäschert?
Artikel aus der Filder-Zeitung vom 25.06.2009
Die Leinfelden-Echterdinger Stadtverwaltung stellt die Zukunft des Krematoriums auf dem Waldfriedhof in Leinfelden in Frage und will das Thema demnächst auf die Tagesordnung in den zuständigen städtischen Gremien setzen. Hintergrund sind die hohen Kosten der Anlage, die über Gebühren nicht gedeckt werden können. "Wir müssen überlegen, ob der Betrieb des Krematoriums bei schlechter werdenden finanziellen Rahmenbedingungen noch vertretbar ist", sagt Oberbürgermeister Roland Klenk. Er selbst wolle die Einrichtung gerne erhalten, es gebe aber eben eine "finanzielle Schmerzgrenze", die zum Handeln zwinge. Wenn es auf Dauer unmöglich sei, die Anlage einigermaßen wirtschaftlich zu betreiben, müsse die Kommune diese auf den Prüfstand stellen.
Eine 39 Punkte umfassende Liste mit Einsparpotenzialen hat die Verwaltung den Mitgliedern des Ältestenrats am Dienstagabend überreicht - was durchaus als inoffizieller Startschuss für die Strategie-Kommission verstanden werden kann, die Klenk ins Leben rufen will. Die einzelnen Punkte sollen zunächst in den Fraktionen und anschließend im Gemeinderat und den Ausschüssen besprochen werden. Mit Abstand am heikelsten dürfte die Debatte über das Krematorium werden. Schon 2005 sorgte die defizitäre Einrichtung für Diskussionen, die Schließung stand im Raum , wurde aber verworfen - auch weil dieser Schritt in der Bevölkerung wohl äußerst kritisch gesehen wurde.
Die aktuelle Wirtschaftskrise ist nicht der einzige Grund, warum die Stadt das heiße Eisen gerade jetzt wieder anpackt: Das Krematorium muss bald aufwendig saniert werden, was weitere Kosten verursachen wird - wenn nicht zuvor ein Schlussstrich gezogen wird. Zudem laufen demnächst mehrere Verträge mit Mitarbeitern aus. "Das Thema drängt sich daher geradezu auf", sagt Klenk.
Die Personalkosten bilden mit rund 60 000 Euro den größten Posten auf der Ausgabenseite , auch die Versorgungstechnik, Heizung und Brennstoffe schlagen mit erheblichen Beträgen zu Buche.
In den vergangenen Jahren hat L.-E. mit dem Krematorium immer Verlust gemacht. Für 2009 rechnet die Verwaltung, bei allerdings hohen Abschreibungen, mit einem negativen Saldo in Höhe von 92 000 Euro. Der Trend ist eindeutig: "Die Kremationen gehen zurück", heißt es lapidar im Haushaltsplan.
Da liegt das Problem. Verzeichnete die Stadt 2007 noch 365 Einäscherungen in Leinfelden, waren es im Folgejahr nur noch 290, im laufenden Jahr sieht es kaum besser aus. Es ist die private Konkurrenz, die den Kommunen zu schaffen macht - weswegen auch andere Städte überlegen, sich endgültig von der Einäscherung zu verabschieden.
Was wohl nicht im Interesse der Kunden wäre. In diesem Fall heißt das: nicht im Interesse der Angehörigen. "Die wollen in aller Regel, dass die Verstorbenen in ihrer Umgebung bleiben und nicht noch groß herumgefahren werden", berichtet Christine Kunz, die in Stuttgart und Umgebung, auch in Echterdingen, mehrere Bestattungshäuser betreibt. Gleichwohl sei es gängige Praxis, dass die privaten Krematorien den Bestattern Provisionen zahlen, wenn sie ihre Anlage nutzen. "Und es gibt eben Bestatter, die das Geld gerne nehmen." Sie jedoch, sagt Kunz, würde es bedauern, wenn das Krematorium in Leinfelden dichtmacht. Das nächste private Krematorium ist in Rutesheim bei Leonberg, weitere kommunale Einrichtungen gibt es in Esslingen oder Stuttgart. "Da müssten wir dann hin", sagt Kunz. "Klar ist aber, dass die Einäscherung für jemanden aus Leinfelden-Echterdingen in diesem Fall länger dauern wird."
Noch ist das letzte Wort über die Zukunft des Krematoriums auf dem Waldfriedhof allerdings nicht gesprochen. Man werde nun die Vorteile und die Nachteile gegeneinander abwägen, sagt Oberbürgermeister Klenk, und dabei natürlich den Willen der Bürger berücksichtigen. Ende des Jahres, vielleicht erst Anfang 2010, schätzt er, könnte die "Zeit reif sein für eine Entscheidung".
Eine 39 Punkte umfassende Liste mit Einsparpotenzialen hat die Verwaltung den Mitgliedern des Ältestenrats am Dienstagabend überreicht - was durchaus als inoffizieller Startschuss für die Strategie-Kommission verstanden werden kann, die Klenk ins Leben rufen will. Die einzelnen Punkte sollen zunächst in den Fraktionen und anschließend im Gemeinderat und den Ausschüssen besprochen werden. Mit Abstand am heikelsten dürfte die Debatte über das Krematorium werden. Schon 2005 sorgte die defizitäre Einrichtung für Diskussionen, die Schließung stand im Raum , wurde aber verworfen - auch weil dieser Schritt in der Bevölkerung wohl äußerst kritisch gesehen wurde.
Die aktuelle Wirtschaftskrise ist nicht der einzige Grund, warum die Stadt das heiße Eisen gerade jetzt wieder anpackt: Das Krematorium muss bald aufwendig saniert werden, was weitere Kosten verursachen wird - wenn nicht zuvor ein Schlussstrich gezogen wird. Zudem laufen demnächst mehrere Verträge mit Mitarbeitern aus. "Das Thema drängt sich daher geradezu auf", sagt Klenk.
Die Personalkosten bilden mit rund 60 000 Euro den größten Posten auf der Ausgabenseite , auch die Versorgungstechnik, Heizung und Brennstoffe schlagen mit erheblichen Beträgen zu Buche.
In den vergangenen Jahren hat L.-E. mit dem Krematorium immer Verlust gemacht. Für 2009 rechnet die Verwaltung, bei allerdings hohen Abschreibungen, mit einem negativen Saldo in Höhe von 92 000 Euro. Der Trend ist eindeutig: "Die Kremationen gehen zurück", heißt es lapidar im Haushaltsplan.
Da liegt das Problem. Verzeichnete die Stadt 2007 noch 365 Einäscherungen in Leinfelden, waren es im Folgejahr nur noch 290, im laufenden Jahr sieht es kaum besser aus. Es ist die private Konkurrenz, die den Kommunen zu schaffen macht - weswegen auch andere Städte überlegen, sich endgültig von der Einäscherung zu verabschieden.
Was wohl nicht im Interesse der Kunden wäre. In diesem Fall heißt das: nicht im Interesse der Angehörigen. "Die wollen in aller Regel, dass die Verstorbenen in ihrer Umgebung bleiben und nicht noch groß herumgefahren werden", berichtet Christine Kunz, die in Stuttgart und Umgebung, auch in Echterdingen, mehrere Bestattungshäuser betreibt. Gleichwohl sei es gängige Praxis, dass die privaten Krematorien den Bestattern Provisionen zahlen, wenn sie ihre Anlage nutzen. "Und es gibt eben Bestatter, die das Geld gerne nehmen." Sie jedoch, sagt Kunz, würde es bedauern, wenn das Krematorium in Leinfelden dichtmacht. Das nächste private Krematorium ist in Rutesheim bei Leonberg, weitere kommunale Einrichtungen gibt es in Esslingen oder Stuttgart. "Da müssten wir dann hin", sagt Kunz. "Klar ist aber, dass die Einäscherung für jemanden aus Leinfelden-Echterdingen in diesem Fall länger dauern wird."
Noch ist das letzte Wort über die Zukunft des Krematoriums auf dem Waldfriedhof allerdings nicht gesprochen. Man werde nun die Vorteile und die Nachteile gegeneinander abwägen, sagt Oberbürgermeister Klenk, und dabei natürlich den Willen der Bürger berücksichtigen. Ende des Jahres, vielleicht erst Anfang 2010, schätzt er, könnte die "Zeit reif sein für eine Entscheidung".
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