Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los
Fliegen, hüpfen, Eltern werden
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 02.07.2009
Filmbeschreibung
Zu viele Eier, mahnen die Cholesterinscheuen unter den Ärzten, Diätberatern und Körperchemie-Paranoikern, seien ungesund. Fragt sich nur, wie man "zu viele" definiert. Der Animationsfilm "Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los" hilft ein wenig bei der Eingrenzung riskanter Mengen. Drei Eier, lernen wir, sind schon höchst bedenklich, jedenfalls, wenn es sich um Dinosauriereier handelt. Man muss sie nicht einmal verspeisen. Ausbrüten kann auch unangenehme Folgen haben.
Die "Ice Age"-Reihe, angesichts des Erfolges der beiden vorigen Filme muss man das kaum noch erklären, spielt in einer nicht ganz schulbuchtreuen Eiszeit unter sprechenden Tieren, die all jene Neurosen, Ticks, Charakterstärken und Eigenwilligkeiten aufweisen, die auch der vollständigste Fossilienfund nicht offenbaren kann. Sid das Faultier ist der obligatorische Einfügungsversager in dieser Welt: ein wenig zu doof, zu sorglos, zu ungeschickt, um problemfrei durch das Pleistozän oder irgendein anderes Erdalter zu kommen.
Im neuesten Film, den wieder Carlos Saldanha inszeniert hat, findet Sid in einer Höhle unter dem Eis die besagten Eier, aus denen trotz seiner besonderen Art der Fürsorge, die man als Kamikaze-Jonglieren bezeichnen könnte, drei possierliche Mischungen aus Presslufthammer, Häcksler und Dampfwalze schlüpfen. Da die Riesen von einst längst als Knuddelviecher in allen Kinderzimmern etabliert sind, als gehöre die Vergänglichkeit der Macht - oder die Auflehnung dagegen - fest zum frühen Lernprogramm des Menschen, wissen wir gleich, worum es sich bei den Kleinen handelt: um Tyrannosaurus Rex.
Wer das auch noch weiß, ist Mama Tyranno, die zusammen mit einem stattlichen, vom Aussterbegeschehen abgeschnittenen Biotop in der Gegenwelt unterm Eis lebt. Mama Tyranno stattet der seltsamen Oberwelt einen Besuch ab, um Sids unerbetene Leihmutterschaft zu beenden. Man kann darin das Thema von "Ice Age 3" erkennen: die Sehnsucht nach Kindern, die süße Last der Verantwortung, den Wunsch, nicht entbehrlich allein, sondern in Verantwortung für andere zu existieren. Sids Interesse an den Eiern wird schließlich dadurch geweckt, dass seine Mammutfreunde Manny und Ellie Nachwuchs erwarten und die Eiszeit in Vorbereitung der Geburt kindgerecht ausgestattet wird: mit Mobiles aus Eisstückchen und mit Schneebällen auf Astspitzen, damit der Nachwuchs sich nicht piekst. Aber man sollte nicht zu viel von diesem Film erwarten, schon gar keinen subversiven Subtext, keine versteckten Gags für Große, wie sie der Vorgängerfilm mit seiner Bezugnahme auf den kreationistischen Eifer bibelbuchstabentreuer Christen in den USA lieferte.
Dieses Mal geht es den Machern vor allem um leicht fassbare Späße und Aufregungen für kleinere Zuschauer, um Optik und Tempo. Die Tiere der Oberwelt - auch Diego, der mit dem Altwerden hadernde Säbelzahntiger - unternehmen eine Expedition in die Saurierunterwelt und treffen dort eine Mischung aus Tarzan, Robinson und Käpten Ahab: das einäugige Wiesel Buck, vor Zeiten hierher verschlagen und nun in ewigem Hader mit dem rabiaten Raubsaurier Rudi verstrickt. In Bucks Dschungel unterm Eis geht es um rasante Aktionen, um akrobatische Leistungen, um Stürze, Flüge, Hüpfereien. Viele längere Sequenzen sind ganz auf die Möglichkeiten der 3-D-Fassung hin komponiert, auf Oho- und Wow-Effekte, die sich ganz und gar erst dem 3-D-Brillenträger erschließen.
Scrat, das Säbelzahnhörnchen, ist auch wieder dabei und kämpft wie immer um eine Eichel, als gewähre die ewiges Leben, bruchloses Glück und drei warme Mahlzeiten am Tag. Diesmal hat er eine Hörnchendame als Konkurrentin, was seine Besessenheit eher steigert. Bei seinem Anblick muss man allerdings auch an die Produzenten dieser Filmreihe denken, die bei ihrem Bemühen um die ganz breite Publikumsattraktivität ein wenig vergessen, wie viel mehr ihre Figuren könnten als bloß rennen, purzeln, kalauern.
Die "Ice Age"-Reihe, angesichts des Erfolges der beiden vorigen Filme muss man das kaum noch erklären, spielt in einer nicht ganz schulbuchtreuen Eiszeit unter sprechenden Tieren, die all jene Neurosen, Ticks, Charakterstärken und Eigenwilligkeiten aufweisen, die auch der vollständigste Fossilienfund nicht offenbaren kann. Sid das Faultier ist der obligatorische Einfügungsversager in dieser Welt: ein wenig zu doof, zu sorglos, zu ungeschickt, um problemfrei durch das Pleistozän oder irgendein anderes Erdalter zu kommen.
Im neuesten Film, den wieder Carlos Saldanha inszeniert hat, findet Sid in einer Höhle unter dem Eis die besagten Eier, aus denen trotz seiner besonderen Art der Fürsorge, die man als Kamikaze-Jonglieren bezeichnen könnte, drei possierliche Mischungen aus Presslufthammer, Häcksler und Dampfwalze schlüpfen. Da die Riesen von einst längst als Knuddelviecher in allen Kinderzimmern etabliert sind, als gehöre die Vergänglichkeit der Macht - oder die Auflehnung dagegen - fest zum frühen Lernprogramm des Menschen, wissen wir gleich, worum es sich bei den Kleinen handelt: um Tyrannosaurus Rex.
Wer das auch noch weiß, ist Mama Tyranno, die zusammen mit einem stattlichen, vom Aussterbegeschehen abgeschnittenen Biotop in der Gegenwelt unterm Eis lebt. Mama Tyranno stattet der seltsamen Oberwelt einen Besuch ab, um Sids unerbetene Leihmutterschaft zu beenden. Man kann darin das Thema von "Ice Age 3" erkennen: die Sehnsucht nach Kindern, die süße Last der Verantwortung, den Wunsch, nicht entbehrlich allein, sondern in Verantwortung für andere zu existieren. Sids Interesse an den Eiern wird schließlich dadurch geweckt, dass seine Mammutfreunde Manny und Ellie Nachwuchs erwarten und die Eiszeit in Vorbereitung der Geburt kindgerecht ausgestattet wird: mit Mobiles aus Eisstückchen und mit Schneebällen auf Astspitzen, damit der Nachwuchs sich nicht piekst. Aber man sollte nicht zu viel von diesem Film erwarten, schon gar keinen subversiven Subtext, keine versteckten Gags für Große, wie sie der Vorgängerfilm mit seiner Bezugnahme auf den kreationistischen Eifer bibelbuchstabentreuer Christen in den USA lieferte.
Dieses Mal geht es den Machern vor allem um leicht fassbare Späße und Aufregungen für kleinere Zuschauer, um Optik und Tempo. Die Tiere der Oberwelt - auch Diego, der mit dem Altwerden hadernde Säbelzahntiger - unternehmen eine Expedition in die Saurierunterwelt und treffen dort eine Mischung aus Tarzan, Robinson und Käpten Ahab: das einäugige Wiesel Buck, vor Zeiten hierher verschlagen und nun in ewigem Hader mit dem rabiaten Raubsaurier Rudi verstrickt. In Bucks Dschungel unterm Eis geht es um rasante Aktionen, um akrobatische Leistungen, um Stürze, Flüge, Hüpfereien. Viele längere Sequenzen sind ganz auf die Möglichkeiten der 3-D-Fassung hin komponiert, auf Oho- und Wow-Effekte, die sich ganz und gar erst dem 3-D-Brillenträger erschließen.
Scrat, das Säbelzahnhörnchen, ist auch wieder dabei und kämpft wie immer um eine Eichel, als gewähre die ewiges Leben, bruchloses Glück und drei warme Mahlzeiten am Tag. Diesmal hat er eine Hörnchendame als Konkurrentin, was seine Besessenheit eher steigert. Bei seinem Anblick muss man allerdings auch an die Produzenten dieser Filmreihe denken, die bei ihrem Bemühen um die ganz breite Publikumsattraktivität ein wenig vergessen, wie viel mehr ihre Figuren könnten als bloß rennen, purzeln, kalauern.
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