Spatenstich für ein neues Pflegeheim
Artikel aus der vom 27.07.2009
Auf diesen Moment hatten die Betreiber des Pflegeheims Haus auf der Waldau seit sechs Jahren gewartet. Der symbolische Spatenstich am vergangenen Samstag in den lehmigen Matsch machte es offiziell - nun wird gebaut. Mitte August werden die Bagger anrücken, die mit ihren Bohrköpfen erste Löcher in den Grund entlang der Jahnstraße graben. Es war auch das Startsignal für die größte Baustelle Degerlochs. Das alte Pflegeheim wird in den nächsten drei Jahren durch ein neues ersetzt. Denn das bestehende Haus verstößt gegen die aktuellen Richtlinien und darf nur noch mit einer Sondergenehmigung betrieben werden.
Vorangegangen war ein jahrelanger Streit der Evangelischen Heimstiftung mit der Stadt. Die Stiftung betreibt neben 64 anderen Einrichtungen in Baden-Württemberg auch das Haus auf der Waldau. Die Pläne für den 22 Millionen Euro teuren Neubau liegen seit 2003 vor, und seitdem bemühte sich der Geschäftsführer Wolfgang Wanning um Zuschüsse - die ihm jedoch stets verwehrt wurden. Zuletzt hatte Wanning sogar damit gedroht, das Heim zu schließen. Worauf er die Zusage erhielt, 2010 Zugang zu den Fördertöpfen zu erhalten. Es geht um rund zweieinhalb Millionen Euro.
"Ich bin enttäuscht vom Engagement der Stadt und des Landes", sagte Wanning beim Spatenstich, "aber ich bin froh, dass es nach schier endlosen Phasen der Planung nun endlich soweit ist". Die Degerlocher Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold versuchte denn auch zu vermitteln. "Die Heimstiftung sollte einen Neuanfang mit der Landeshauptstadt versuchen", sagte sie.
Planungen, die sich teilweise über Jahre hinziehen, ist Dieter Herrmann gewöhnt. Sein Architekturbüro Herrmann und Bosch ist auf den Bau von Pflegeheimen und Seniorenwohnanlagen spezialisiert. Und die sind oft schneller gebaut als geplant. Das Büro ist auch mit den Planungen für das Haus auf der Waldau beauftragt. Drei Jahre sind für die Arbeiten an der Jahnstraße veranschlagt.
"Im August werden wir mit den Arbeiten beginnen und mehr als hundert Bau-pfeiler in den Boden treiben, damit die Häuser später nicht absacken", sagte der Architekt. Teilweise verbergen sich unter der Erde die aufgefüllten Keller der früheren Häuser, die schon vor einem halben Jahr abgerissen wurden. Diese Erde gibt nicht nach. Anders der Boden, auf dem früher das Gras wuchs. Zeitgleich werden auch mehrere rund hundert Meter tiefe Schächte in den Grund gebohrt. Denn das gesamte Haus wird später größtenteils über Erdwärmesonden mit Energie versorgt.
In einem ersten Bauabschnitt werden die Arbeiter zwei vierstöckige Gebäude errichten. Eines auf der Brache an der Ecke Jahnstraße und Königsträßle. Das zweite entlang der Jahnstraße in etwa dort, wo heute eine lange Mauer das Grundstück begrenzt. Hinter der Mauer parken derzeit die Angestellten und Angehörige ihre Autos. Richtfest soll im Herbst 2010 sein, im Frühjahr 2011 soll der Innenausbau abgeschlossen sein. "Dann werden die Bewohner aus dem alten Gebäude in das neue Gebäude umziehen", sagte Herrmann.
Anschließend wird der dann 42 Jahre alte Trakt abgerissen. In einem zweiten Bauabschnitt wird die Lücke geschlossen, so dass entlang der Jahnstraße ein einziges, etwa 100 Meter langes Haus entsteht. Entlang der Ahornstraße werden die Arbeiter zudem fünf jeweils dreigeschossige Häuser bauen. In diesen wird die Heimstiftung betreutes Wohnen anbieten. Laut Plan werden die Handwerker im Sommer 2012 fertig sein.
"In der Industrie würde man sagen, dass soll das Flaggschiff der Evangelischen Heimstiftung werden", sagte Herrmann. Auf 15 000 Quadratmeter Fläche wird genügend Raum für 150 Pflegeplätze mit eigener Demenzstation sein, 21 Pflegewohnungen können gemietet und 30 Eigentumswohnungen gekauft werden. Auch ein Veranstaltungssaal ist geplant, der vermietet werden kann. Und die Kinder der Kindertagesstätte Zwergenfarm werden "Garten an Garten" mit den Senioren sein, formulierte es Herrmann. "Das Haus wird sich öffnen, dort werden Alt und Jung zusammenkommen," sagte er.
Vorangegangen war ein jahrelanger Streit der Evangelischen Heimstiftung mit der Stadt. Die Stiftung betreibt neben 64 anderen Einrichtungen in Baden-Württemberg auch das Haus auf der Waldau. Die Pläne für den 22 Millionen Euro teuren Neubau liegen seit 2003 vor, und seitdem bemühte sich der Geschäftsführer Wolfgang Wanning um Zuschüsse - die ihm jedoch stets verwehrt wurden. Zuletzt hatte Wanning sogar damit gedroht, das Heim zu schließen. Worauf er die Zusage erhielt, 2010 Zugang zu den Fördertöpfen zu erhalten. Es geht um rund zweieinhalb Millionen Euro.
"Ich bin enttäuscht vom Engagement der Stadt und des Landes", sagte Wanning beim Spatenstich, "aber ich bin froh, dass es nach schier endlosen Phasen der Planung nun endlich soweit ist". Die Degerlocher Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold versuchte denn auch zu vermitteln. "Die Heimstiftung sollte einen Neuanfang mit der Landeshauptstadt versuchen", sagte sie.
Planungen, die sich teilweise über Jahre hinziehen, ist Dieter Herrmann gewöhnt. Sein Architekturbüro Herrmann und Bosch ist auf den Bau von Pflegeheimen und Seniorenwohnanlagen spezialisiert. Und die sind oft schneller gebaut als geplant. Das Büro ist auch mit den Planungen für das Haus auf der Waldau beauftragt. Drei Jahre sind für die Arbeiten an der Jahnstraße veranschlagt.
"Im August werden wir mit den Arbeiten beginnen und mehr als hundert Bau-pfeiler in den Boden treiben, damit die Häuser später nicht absacken", sagte der Architekt. Teilweise verbergen sich unter der Erde die aufgefüllten Keller der früheren Häuser, die schon vor einem halben Jahr abgerissen wurden. Diese Erde gibt nicht nach. Anders der Boden, auf dem früher das Gras wuchs. Zeitgleich werden auch mehrere rund hundert Meter tiefe Schächte in den Grund gebohrt. Denn das gesamte Haus wird später größtenteils über Erdwärmesonden mit Energie versorgt.
In einem ersten Bauabschnitt werden die Arbeiter zwei vierstöckige Gebäude errichten. Eines auf der Brache an der Ecke Jahnstraße und Königsträßle. Das zweite entlang der Jahnstraße in etwa dort, wo heute eine lange Mauer das Grundstück begrenzt. Hinter der Mauer parken derzeit die Angestellten und Angehörige ihre Autos. Richtfest soll im Herbst 2010 sein, im Frühjahr 2011 soll der Innenausbau abgeschlossen sein. "Dann werden die Bewohner aus dem alten Gebäude in das neue Gebäude umziehen", sagte Herrmann.
Anschließend wird der dann 42 Jahre alte Trakt abgerissen. In einem zweiten Bauabschnitt wird die Lücke geschlossen, so dass entlang der Jahnstraße ein einziges, etwa 100 Meter langes Haus entsteht. Entlang der Ahornstraße werden die Arbeiter zudem fünf jeweils dreigeschossige Häuser bauen. In diesen wird die Heimstiftung betreutes Wohnen anbieten. Laut Plan werden die Handwerker im Sommer 2012 fertig sein.
"In der Industrie würde man sagen, dass soll das Flaggschiff der Evangelischen Heimstiftung werden", sagte Herrmann. Auf 15 000 Quadratmeter Fläche wird genügend Raum für 150 Pflegeplätze mit eigener Demenzstation sein, 21 Pflegewohnungen können gemietet und 30 Eigentumswohnungen gekauft werden. Auch ein Veranstaltungssaal ist geplant, der vermietet werden kann. Und die Kinder der Kindertagesstätte Zwergenfarm werden "Garten an Garten" mit den Senioren sein, formulierte es Herrmann. "Das Haus wird sich öffnen, dort werden Alt und Jung zusammenkommen," sagte er.
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