Hintergrund Wie Tausende ihr Geld verloren

jof, veröffentlicht am 08.08.2009
Fehlerhafte und unvollständige Beratungen brachten 20.000 Anleger um ihr Geld.  dpa

Die Fonds:
Die DG Bank, die heute DZ Bank heißt, hat zwischen 1985 und 1993 rund 50 Immobilienfonds aufgelegt. Vertrieben wurden sie als hauseigene Produkte von den Volks- und Raiffeisenbanken, die noch mit hohen Renditen warben, als der Immobilienmarkt im Osten bereits am Boden war. Mindestens ein Dutzend der Fonds sind heute pleite, etwa 20.000 Anleger haben ihr Geld verloren. Sie seien, so sagen Anlegerschützer, auf skrupellose Weise in die Fonds getrieben worden. Angepriesen wurden die Anlagen als sichere Altersvorsorge.


Die Banken:
Allein in Baden-Württemberg haben 34 Banken, darunter die Hälfte in der Region Stuttgart, die Fonds verkauft. In internen Papieren der DZ Bank wird klar gesagt, dass Werterhalt oder Ausschüttungen an die Anteilseigner "nicht Bestandteil der Konzepte" für die Sanierung sei. Für sie bleibe nur der "vage Hoffnungswert" auf künftige Wertsteigerungen. Anlegeranwälte werfen der DZ Bank vor, die Kunden über die "weichen" Kosten (Gebühren und Kreditzinsen) nicht aufgeklärt zu haben. Sie hätten bis zu einem Drittel betragen.

Die Gerichte:
Bis vor kurzem haben die Banken ihre Prozesse meist gewonnen. Das hat sich mit den Urteilen der Oberlandesgerichte Frankfurt (Mai 2009) und Stuttgart (Juli 2009) geändert. Seitdem orientieren sich die erstinstanzlichen Landgerichte verstärkt an der vorgesetzten Behörde. Die Bremer Sozietät Hahn, die rund 500 Geschädigte vertritt, erreicht inzwischen eine Rückzahlung bis zu 65 Prozent. Den Weg zum Bundesgerichtshof können die Banken nur antreten, wenn die Schadensumme 20.000 Euro übersteigt.

Die Kläger:
Die meisten Geschädigten leben in Baden-Württemberg und Bayern. Bei Versammlungen in Fellbach und Esslingen trafen sich 500 Betroffene, die klagen wollen. Die darauf spezialisierten Anwälte versprechen ihnen aufgrund der "Kehrtwende" in der Rechtsprechung mehr Erfolg.

Informationen zum Thema finden sich im Internet unter:

http://www.vertrauensschaden-bank.de

http://www.fonds-dg.de.

Der Verein "Geschädigte genossenschaftlicher Immobilienfonds" sitzt bei Claus Bäuerle in Mundelsheim.


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