UV-Armband im Test Wächter für die Haut
Christian Gottschalk, veröffentlicht am 11.08.2009
Stuttgart - Es ist ja nun nicht das erste Mal, dass die Regierung beim Basteln von Gesetzen ziemlich unbeholfen daherkommt. Kurz vor Beginn der Sommerpause hat der Bundestag schnell noch beschlossen, dass Solarien für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren künftig tabu sind. UV-Strahlungsgefahr. Nicht nur, dass die Parlamentarier keinen Paragrafen zum Schutz der volljährigen Bevölkerung ersonnen haben, auch der Umgang aller Altersklassen mit dem natürlichen Sonnenlicht bleibt völlig ungeregelt.
Schutzlos und ohne jeden Rückhalt im Paragrafendschungel ist der Mensch in Freiheit dem Sonnenschein ausgeliefert, wenn es nicht gerade regnet. Dass dies in diesem Sommer ziemlich häufig der Fall ist, hat, anderslautenden Gerüchten zum Trotz, die Große Koalition wirklich nicht zu verantworten.
Wenn also schon nicht die Politik Hilfe und Sicherheit bieten kann, so ist die Privatwirtschaft gefragt. Die lässt sich nicht lange bitten und hat das UV-Armband erfunden. Das verhindert zwar keinen Sonnenbrand, soll aber darüber Auskunft geben, wann die Strahlenbelastung so dramatische Ausmaße annimmt, dass eine neue Lage Sonnenschutz auf den Körper geschmiert werden muss. Wahlweise gesprüht; Vorschriften gibt es da nicht.
Optisch erinnert der UV-Tester an eine Armbanduhr - zumindest all diejenigen, die ein Hund optisch an eine Katze erinnert (Schnauze vorn, Schwanz hinten, unten vier Beine und überall Fell). Es besteht aus Vollplastik, unter dem die Haut unangenehm zu schwitzen beginnt, und hat auf dem äußeren Ring vier verschiedene Farbschattierungen. Das weiße Feld in der Mitte verfärbt sich in eben einen jener Töne, die einem dann sagen, ob die unsichtbaren UV-Strahlen gering, leicht, mittel oder stark auf einen einwirken. So sollte es zumindest sein.
Wir nutzen einen der wenigen Sonnentage, und nach nur vier Sekunden beginnt sich das weiße Feld tatsächlich zu verfärben - leider nicht eindeutig in einem der angegebenen Farbmuster, irgendwo zwischen gering und leicht auf der Gefahrenskala endet der Prozess. Eine gute halbe Stunde später hat sich daran nichts geändert. Wir haben vorsichtshalber das etwas schüttere Haupthaar bedeckt, und die weißen Arme und Beine mit einer Schutzschicht aus der Tube beschmiert. Die Sonne sticht, wir müssen uns bewegen und suchen den Schatten auf. Am UV-Armband bewegt sich nichts, es bleibt im gleichen Farbton.
Wir wissen nicht, ob wir bei der Anwendung einen Fehler begangen haben, und da das Armband praktisch ohne Beschreibung geliefert wird, suchen wir Rat im Internet (http://www.soventol.de ») Dort finden wir eine kurze Lobpreisung - "Wächter für die Haut" - und den Link "möchten Sie mehr darüber lesen". Wir möchten, aber die Technik möchte nicht. Die Webseite ist nicht verfügbar.
Also gehen wir am nächsten Tag noch einmal an die frische Luft, die heute wirklich frisch ist, der Himmel ist wolkenverhangen. Es dauert nur unwesentlich länger als am Vortag, bis der schon bekannte Farbton erreicht ist - und dabei bleibt es auch, wieder einmal. Wir verzichten trotzdem auf Schmieren und Käppi und haben nicht das Gefühl, damit komplett falsch zu liegen. Fazit: für 1,95 Euro kann man sich in Apotheken das UV-Armband besorgen, man kann es aber auch genauso gut bleiben lassen. In zwei Kugeln Eis ist diese Summe sicher besser angelegt.
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Wenn also schon nicht die Politik Hilfe und Sicherheit bieten kann, so ist die Privatwirtschaft gefragt. Die lässt sich nicht lange bitten und hat das UV-Armband erfunden. Das verhindert zwar keinen Sonnenbrand, soll aber darüber Auskunft geben, wann die Strahlenbelastung so dramatische Ausmaße annimmt, dass eine neue Lage Sonnenschutz auf den Körper geschmiert werden muss. Wahlweise gesprüht; Vorschriften gibt es da nicht.
Optisch erinnert der UV-Tester an eine Armbanduhr - zumindest all diejenigen, die ein Hund optisch an eine Katze erinnert (Schnauze vorn, Schwanz hinten, unten vier Beine und überall Fell). Es besteht aus Vollplastik, unter dem die Haut unangenehm zu schwitzen beginnt, und hat auf dem äußeren Ring vier verschiedene Farbschattierungen. Das weiße Feld in der Mitte verfärbt sich in eben einen jener Töne, die einem dann sagen, ob die unsichtbaren UV-Strahlen gering, leicht, mittel oder stark auf einen einwirken. So sollte es zumindest sein.
Der Farbton bleibt unverändert
Wir nutzen einen der wenigen Sonnentage, und nach nur vier Sekunden beginnt sich das weiße Feld tatsächlich zu verfärben - leider nicht eindeutig in einem der angegebenen Farbmuster, irgendwo zwischen gering und leicht auf der Gefahrenskala endet der Prozess. Eine gute halbe Stunde später hat sich daran nichts geändert. Wir haben vorsichtshalber das etwas schüttere Haupthaar bedeckt, und die weißen Arme und Beine mit einer Schutzschicht aus der Tube beschmiert. Die Sonne sticht, wir müssen uns bewegen und suchen den Schatten auf. Am UV-Armband bewegt sich nichts, es bleibt im gleichen Farbton.
Wir wissen nicht, ob wir bei der Anwendung einen Fehler begangen haben, und da das Armband praktisch ohne Beschreibung geliefert wird, suchen wir Rat im Internet (http://www.soventol.de ») Dort finden wir eine kurze Lobpreisung - "Wächter für die Haut" - und den Link "möchten Sie mehr darüber lesen". Wir möchten, aber die Technik möchte nicht. Die Webseite ist nicht verfügbar.
Geld besser in Eis investieren
Also gehen wir am nächsten Tag noch einmal an die frische Luft, die heute wirklich frisch ist, der Himmel ist wolkenverhangen. Es dauert nur unwesentlich länger als am Vortag, bis der schon bekannte Farbton erreicht ist - und dabei bleibt es auch, wieder einmal. Wir verzichten trotzdem auf Schmieren und Käppi und haben nicht das Gefühl, damit komplett falsch zu liegen. Fazit: für 1,95 Euro kann man sich in Apotheken das UV-Armband besorgen, man kann es aber auch genauso gut bleiben lassen. In zwei Kugeln Eis ist diese Summe sicher besser angelegt.
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