Stuttgart - Es hat bei Stuttgart 21 Zeiten gegeben, da konnte man Wetten abschließen, ob sich die Auskunft eines Projektsprechers auf ein "Kein Kommentar" beschränken oder die Langversion "Die Bahn sieht zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Anlass zu einer Stellungnahme" angeboten würde. Jetzt bemühen sich die Verantwortlichen endlich um mehr Transparenz, und dann ist es - siehe Bemerkungen von SPD und Grünen - auch wieder nicht recht. Erst gab es für die interessierte Öffentlichkeit gar keinen Informanten, jetzt sind es gleich zwei.
Der Stuttgart-21-Botschafter Wolfgang Drexler, "erster Ansprechpartner für die Bürger", wenn wieder einmal Wasserfontänen aus einem Bohrloch schießen, erhält Konkurrenz von einem wahren Multitalent. Der (oder die) Gesuchte muss Ingenieur, Telefonseelsorger und Anwalt sein. Was genervte Bürger aber am wenigsten gebrauchen könnten, sollte Stuttgart 21 die Kostenprüfung von Bahn-Chef Grube überstehen, wären zwei Ansprechpartner, die jeweils den Kollegen für zuständig erklären.
Auf den ersten Blick erscheint diese Gefahr gering und die Aufgabe geteilt: Drexler gibt dem Projekt ein Gesicht, der Ombudsmann gibt den Menschenversteher. Doch wem wird man letztlich die neutrale Rolle eher zutrauen - dem ehrenamtlichen Drexler oder dem vom Projektpartner Stadt Stuttgart bezahlten Mitarbeiter?
Auf den ersten Blick erscheint diese Gefahr gering und die Aufgabe geteilt: Drexler gibt dem Projekt ein Gesicht, der Ombudsmann gibt den Menschenversteher. Doch wem wird man letztlich die neutrale Rolle eher zutrauen - dem ehrenamtlichen Drexler oder dem vom Projektpartner Stadt Stuttgart bezahlten Mitarbeiter?
Kommentare (1)
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F. Ritzle,
11.08.2009
Welche Informationsdefizite? Berichten STZ und andere Medien zu wenig über S21?
Man braucht einen Botschafter, einen Ombudsmann, einen PR-Beauftragen, einen Marketing-Direktor, einen Werbeleiter und mindestens einen Pressesprecher. Man hatte ja bereits genügend Broschüren, Flyer, Hauswurfsendungen, Anzeigen, Ausstellungen eingesetzt, um die Kröte Stuttgart 21 als Feinkost zu verkaufen. Und nun noch einen "Botschafter"? Was soll der kommunizieren? Es gibt Tag für Tag schon jede Menge wohlmeinende redaktionelle Berichterstattung zu Stuttgart 21. Gibt es dann noch bezahlte PR-Artikel zu den täglichen Wasserstandsmeldungen?
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