Polizeiautos
"Uns ist noch keiner davongefahren"
SoAK, veröffentlicht am 09.08.2009
Wo Fabio Ferretti und Marco Pizzeghello im Rückspiegel auftauchen, verfallen selbst notorische Schnellfahrer in eine Art Schockstarre. Die beiden italienischen Polizisten fahren nicht irgendeinen Streifenwagen, sondern eine ganz heiße Kiste. Der Vice Sovritendente und sein Agente sind in einem polizeiblauen Lamborghini Gallardo unterwegs. Mit 560 PS und einer Höchstgeschwindigkeit über 300 km/h ist er der schnellste Streifenwagen der Welt. Und der schärfste.
Kein Wunder also, dass die Kollegen neidisch sind auf die beiden Vorzeigepolizisten in ihren schmucken Uniformen mit Streifen an der Hose und Reitstiefeln. Freunde klopfen ihnen anerkennend auf die Schulter, Fremden flößen sie Respekt ein, und ihre Mütter platzen vor Stolz auf die Buben. Allerdings macht sich die Mama auch Sorgen, gesteht Ferreti ein. Sie verabschiedet ihn mit dem immer gleichen Spruch: "Fahr bloß nicht zu schnell, mein Junge."
Nach einem Spezialtraining mit Instruktoren der italienischen Audi-Tochter Lamborghini und geschult vom langjährigem Dienst als Autobahnpolizisten sind Ferretti und Pizzeghello die bekannteste von 22 Polizeistreifen, die bei Bologna den Verkehr überwachen. Alleine ihre Präsenz bremst den Verkehr. "Wenn wir einmal mit einem Zivilfahrzeug unterwegs sind, sehen wir das wahre Gesicht vieler Autofahrer", sagt der 36jährige Ferretti. Und wenn die beiden einen der Fiat Marea nehmen, mit denen die Kollegen Streife fahren, nimmt der eine oder andere Temposünder auch mal Reißaus.
"Mit dem Gallardo passiert so etwas nicht. Wenn sie uns sehen, werden sie alle ganz langsam. Die Schnellfahrer haben einen Heidenrespekt, und der Rest ist einfach nur neugierig, was das für ein seltsames Polizeiauto ist", berichtet Ferretti aus dem Alltag. Weil alle so eingeschüchtert sind, rollt der Lambo die meiste Zeit fast mit Standgas über die Autobahn, und die neben dem Spiegel montierte Kamera zur Tempoüberwachung hat frei. Selbst die wenigen Verfolgungsfahrten sind für Ferretti und Pizzeghello kaum eine Abwechslung. "Wenn sich wirklich mal einer traut und abhaut, haben wir ihn nach zwei, drei Kilometern wieder gestellt. Davongefahren ist uns jedenfalls noch keiner", sagt Pizzeghello und grinst bis zu den Ohren.
Alle paar Wochen macht sich der Polizei-Lamborghini auf ganz andere Weise nützlich: Die Polizei übernimmt Kurierdienste für Organtransplantate. Schneller als der Gallardo wäre nur ein Hubschrauber. Mit 300 Sachen über die Autobahn - davon träumt Otto Normaltanker nur, und dafür, dass die Bahn freigeräumt wird, sorgen Blaulicht, Stroboskopblitze und Sirene. Schließlich muss die menschliche Fracht schnellst-möglich ans Ziel. Auch bei schweren Unfällen geben Ferretti und Pizzeghello im Lamborghini Gas. Beide Gallardo-Polizisten sind ausgebildete Ersthelfer und wissen mit dem Defibrillator umzugehen, der hinter dem Beifahrersitz montiert ist.
Natürlich sind die beiden Polizisten stolz wie Bolle auf ihren Dienstwagen. Schließlich ist auch für Uniformierte in Italien nichts wichtiger als die "Bella Figura". Und in welchem Auto könnte man besser aussehen als in diesem? Hundertprozentig zufrieden ist Ferretti mit seinem Dienstwagen dennoch nicht. Das Einsteigen in die Flunder ist ein bisschen mühsam, die Uniformstiefel sind zu klobig für die schlanken Pedale, und das weiße Koppel mit der Pistole muss er vor dem Einsteigen ablegen. Sonst würde er nicht in den hautengen Sportsitz passen.
Vor einer Festnahme durch Ferretti und Pizzeghello muss sich übrigens niemand fürchten. Im Zweisitzer ist kein Platz für einen Verdächtigen oder Delinquenten
Kein Wunder also, dass die Kollegen neidisch sind auf die beiden Vorzeigepolizisten in ihren schmucken Uniformen mit Streifen an der Hose und Reitstiefeln. Freunde klopfen ihnen anerkennend auf die Schulter, Fremden flößen sie Respekt ein, und ihre Mütter platzen vor Stolz auf die Buben. Allerdings macht sich die Mama auch Sorgen, gesteht Ferreti ein. Sie verabschiedet ihn mit dem immer gleichen Spruch: "Fahr bloß nicht zu schnell, mein Junge."
Nach einem Spezialtraining mit Instruktoren der italienischen Audi-Tochter Lamborghini und geschult vom langjährigem Dienst als Autobahnpolizisten sind Ferretti und Pizzeghello die bekannteste von 22 Polizeistreifen, die bei Bologna den Verkehr überwachen. Alleine ihre Präsenz bremst den Verkehr. "Wenn wir einmal mit einem Zivilfahrzeug unterwegs sind, sehen wir das wahre Gesicht vieler Autofahrer", sagt der 36jährige Ferretti. Und wenn die beiden einen der Fiat Marea nehmen, mit denen die Kollegen Streife fahren, nimmt der eine oder andere Temposünder auch mal Reißaus.
"Mit dem Gallardo passiert so etwas nicht. Wenn sie uns sehen, werden sie alle ganz langsam. Die Schnellfahrer haben einen Heidenrespekt, und der Rest ist einfach nur neugierig, was das für ein seltsames Polizeiauto ist", berichtet Ferretti aus dem Alltag. Weil alle so eingeschüchtert sind, rollt der Lambo die meiste Zeit fast mit Standgas über die Autobahn, und die neben dem Spiegel montierte Kamera zur Tempoüberwachung hat frei. Selbst die wenigen Verfolgungsfahrten sind für Ferretti und Pizzeghello kaum eine Abwechslung. "Wenn sich wirklich mal einer traut und abhaut, haben wir ihn nach zwei, drei Kilometern wieder gestellt. Davongefahren ist uns jedenfalls noch keiner", sagt Pizzeghello und grinst bis zu den Ohren.
Alle paar Wochen macht sich der Polizei-Lamborghini auf ganz andere Weise nützlich: Die Polizei übernimmt Kurierdienste für Organtransplantate. Schneller als der Gallardo wäre nur ein Hubschrauber. Mit 300 Sachen über die Autobahn - davon träumt Otto Normaltanker nur, und dafür, dass die Bahn freigeräumt wird, sorgen Blaulicht, Stroboskopblitze und Sirene. Schließlich muss die menschliche Fracht schnellst-möglich ans Ziel. Auch bei schweren Unfällen geben Ferretti und Pizzeghello im Lamborghini Gas. Beide Gallardo-Polizisten sind ausgebildete Ersthelfer und wissen mit dem Defibrillator umzugehen, der hinter dem Beifahrersitz montiert ist.
Natürlich sind die beiden Polizisten stolz wie Bolle auf ihren Dienstwagen. Schließlich ist auch für Uniformierte in Italien nichts wichtiger als die "Bella Figura". Und in welchem Auto könnte man besser aussehen als in diesem? Hundertprozentig zufrieden ist Ferretti mit seinem Dienstwagen dennoch nicht. Das Einsteigen in die Flunder ist ein bisschen mühsam, die Uniformstiefel sind zu klobig für die schlanken Pedale, und das weiße Koppel mit der Pistole muss er vor dem Einsteigen ablegen. Sonst würde er nicht in den hautengen Sportsitz passen.
Vor einer Festnahme durch Ferretti und Pizzeghello muss sich übrigens niemand fürchten. Im Zweisitzer ist kein Platz für einen Verdächtigen oder Delinquenten
Veranstaltungen
Finden Sie
Heute können Sie aus 359 Veranstaltungsterminen auswählen
StZ ePaper
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten
Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.





