Kommentar: Stuttgart 21 und die Bürger Der Druck auf die Politik wird stärker
Thomas Borgmann, veröffentlicht am 12.08.2009
Stuttgart - Jetzt haben wir es mal wieder schwarz auf weiß. Fast die Hälfte aller Bürger sehen Stuttgart 21 negativ, 18 Prozent sind in ihrem Urteil schwankend, nur vier Prozent wissen darüber nichts zu sagen, lediglich 30 Prozent haben eine positive Meinung. Die Bürgerumfrage der Stadt bringt es an den Tag: Die Zahl der Gegner wächst, die Gruppe der Befürworter bleibt unverändert.
Wer noch vor wenigen Jahren unentschlossen war, hat sich mittlerweile auf die Seite der Neinsager geschlagen. Knapp zwei Jahre, nachdem mehr als 70.000 Menschen die Forderung nach einem Bürgerentscheid unterzeichnet haben, ist die Akzeptanz des Milliardenprojekts miserabel. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass viele Menschen mit Interesse auf die Chancen für den Städtebau schauen und auf die mögliche Erweiterung des Schlossgartens und des Rosensteinparks.
Die Bürgerumfrage, die die Stadt seit 1995 alle zwei Jahre veranstaltet, ist eine gute Sache. Einerseits bietet sie eine Momentaufnahme davon, wie die Einwohner die großen, häufig umstrittenen Bauprojekte beurteilen, andererseits – und das ist viel wichtiger – zeigt sie leicht verständlich auf, wie sich die Ansichten der Menschen verändern.
Nehmen wir wieder das Beispiel Stuttgart 21: Mitte der neunziger Jahre, als es noch in den Anfängen steckte, gaben ihm die Bürger auf dem sogenannten Kommunalbarometer immerhin 57 Punkte – jetzt ist es auf 41 Zähler abgerutscht. Diese Werte können niemanden wirklich überraschen. Der Druck auf die Politik wird immer stärker.
Kaum zu glauben, dass die Zustimmung steigt, wenn denn 2010 tatsächlich mit dem Bau begonnen wird. Den Befürwortern, die jetzt erst ihre Informationsoffensive starten, bleibt nur die Hoffnung, dass die Bürger ihre Ansicht ändern, wenn alles fertig ist und die Züge rollen. Aber das wird mindestens noch zehn Jahre dauern.
Wie hätten Sie’s denn gern? Auf diese Frage der Kommune haben die meisten Bürger klare und vernünftige Antworten parat. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist ebenso positiv besetzt wie der Bau von Krankenhäusern oder Kultureinrichtungen. Was geplant und umstritten, aber noch nicht gebaut wird, betrachtet man hingegen skeptisch.
Die guten Noten für die neue Messe auf den Fildern zeigen, dass die Bürger durchaus bereit sind, sich überzeugen zu lassen, wenn Vorhaben gelingen. Die Skepsis gegenüber dem Stadionumbau, so scheint es, ist ein Sonderfall: Nur wenn es dem VfB Stuttgart glückt, sportlich zu glänzen, werden die Menschen den Umbau gutheißen. Der Bürger hat ein feines Gespür.
Siehe auch
Die Bürgerumfrage, die die Stadt seit 1995 alle zwei Jahre veranstaltet, ist eine gute Sache. Einerseits bietet sie eine Momentaufnahme davon, wie die Einwohner die großen, häufig umstrittenen Bauprojekte beurteilen, andererseits – und das ist viel wichtiger – zeigt sie leicht verständlich auf, wie sich die Ansichten der Menschen verändern.
Der Druck auf die Politik wird immer stärker
Nehmen wir wieder das Beispiel Stuttgart 21: Mitte der neunziger Jahre, als es noch in den Anfängen steckte, gaben ihm die Bürger auf dem sogenannten Kommunalbarometer immerhin 57 Punkte – jetzt ist es auf 41 Zähler abgerutscht. Diese Werte können niemanden wirklich überraschen. Der Druck auf die Politik wird immer stärker.
Kaum zu glauben, dass die Zustimmung steigt, wenn denn 2010 tatsächlich mit dem Bau begonnen wird. Den Befürwortern, die jetzt erst ihre Informationsoffensive starten, bleibt nur die Hoffnung, dass die Bürger ihre Ansicht ändern, wenn alles fertig ist und die Züge rollen. Aber das wird mindestens noch zehn Jahre dauern.
Wie hätten Sie’s denn gern? Auf diese Frage der Kommune haben die meisten Bürger klare und vernünftige Antworten parat. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist ebenso positiv besetzt wie der Bau von Krankenhäusern oder Kultureinrichtungen. Was geplant und umstritten, aber noch nicht gebaut wird, betrachtet man hingegen skeptisch.
Die guten Noten für die neue Messe auf den Fildern zeigen, dass die Bürger durchaus bereit sind, sich überzeugen zu lassen, wenn Vorhaben gelingen. Die Skepsis gegenüber dem Stadionumbau, so scheint es, ist ein Sonderfall: Nur wenn es dem VfB Stuttgart glückt, sportlich zu glänzen, werden die Menschen den Umbau gutheißen. Der Bürger hat ein feines Gespür.
Kommentare (42)
Anzeigen
Ulrich,
13.08.2009
@ Herr "ich bin gegen alles" Fiskus
Tja, wer von uns benutzt Begriffe wie Krieg, Schuß o.ä. und meint sich über das angebliche intellektuelle Niveau anderer Leute auslassen zu müssen ?
Danke für Ihren objektiven, sachlichen Beitrag! Er spricht für sich...
Danke für Ihren objektiven, sachlichen Beitrag! Er spricht für sich...
Anzeigen
Veranstaltungen
Finden Sie
Heute können Sie aus 327 Veranstaltungsterminen auswählen
StZ digital
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten
Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.







