Ein Augenblick Freiheit
Hungernde und Parkschwäne
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 13.08.2009
Filmbeschreibung
Raus aus dem Iran: das ist für Kurden ein Weg voller Tücken und Hindernisse. Der österreichische Regisseur Arash T. Riahi, der als Kind selbst aus dem Iran geflohen ist, inszeniert in "Ein Augenblick Freiheit" Bilder solch einer Reise, die uns seltsam vertraut erscheinen. Die Kontrolle eines Busses durch schwer bewaffnete Sicherheitskräfte, die Selektion Verdächtiger, die Misshandlung und Erschießung vermeintlicher Terroristen am Straßenrand: das möchte man in Riahis Variante fast schon als Genrebilder bezeichnen. Riahi macht seine Sache ordentlich, aber seine Figuren bekommen kein Leben. Alles bleibt plakativer Entwurf.
Zwei Stränge lässt Riahi nebeneinander her laufen: einen herb bitteren und einen tragikomischen. Wir sehen die Recht- und Hilflosigkeit jener, die in die Türkei entkommen, hier nicht gelitten sind, aber auch in kein anderes Land ausreisen dürfen. Und wir sehen die an den braven Soldaten Schwejk erinnernden Bemühungen zweier Exilanten, sich im Unbewohnbaren einzurichten. Fares Fares aus "Kops" und "Jalla! Jalla!" spielt einen dieser Hoffenden, die, um ihren Hunger zu stillen, im Stadtpark einen Schwan fangen. Es ist keine besonders kluge Entscheidung von Riahi, eine Nachbarin, die aus Tierliebe die Polizei ruft, als lachhafte Denunziantin zu zeichnen. Er ist unsicher in solchen Kleinigkeiten, dafür aber viel zu durchschaubar in seiner Konzeption. Es wird mit dem Humor, den Tricks, den Pfiffigkeiten der Schelme kein gutes Ende nehmen. Euch soll das Lachen im Halse steckenbleiben, lautet Riahis Motto. Aber wir lachen nicht, weil wir die Falle erkennen.
Zwei Stränge lässt Riahi nebeneinander her laufen: einen herb bitteren und einen tragikomischen. Wir sehen die Recht- und Hilflosigkeit jener, die in die Türkei entkommen, hier nicht gelitten sind, aber auch in kein anderes Land ausreisen dürfen. Und wir sehen die an den braven Soldaten Schwejk erinnernden Bemühungen zweier Exilanten, sich im Unbewohnbaren einzurichten. Fares Fares aus "Kops" und "Jalla! Jalla!" spielt einen dieser Hoffenden, die, um ihren Hunger zu stillen, im Stadtpark einen Schwan fangen. Es ist keine besonders kluge Entscheidung von Riahi, eine Nachbarin, die aus Tierliebe die Polizei ruft, als lachhafte Denunziantin zu zeichnen. Er ist unsicher in solchen Kleinigkeiten, dafür aber viel zu durchschaubar in seiner Konzeption. Es wird mit dem Humor, den Tricks, den Pfiffigkeiten der Schelme kein gutes Ende nehmen. Euch soll das Lachen im Halse steckenbleiben, lautet Riahis Motto. Aber wir lachen nicht, weil wir die Falle erkennen.
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