Private Hochschulen

Berufsbegleitende Weiterbildung hat Zukunft

StZ/StN, veröffentlicht am 18.08.2009
Foto: dpa

Die Krise brachte keine Rückschläge. "Der Weiterbildungsmarkt ist verschont geblieben, manche Unternehmen sparen an Mitarbeiterfortbildungen, dafür lässt die Bundesarbeitsagentur mehr fortbilden", sagt Hans-Joachim Schade vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB). "Längerfristig bleibt Weiterbildung, gerade berufsbegleitende, ein Zukunftsmarkt." Nach dem BiBB-Berufsbildungsbericht boten im Jahre 2008 über 17.000 Einrichtungen in Deutschland Weiterbildungen an, 41 Prozent davon waren private Institutionen. "Der Zukunftsmarkt berufsbegleitende Bachelor- und Masterstudiengänge ist ein Feld, das die staatlichen Hochschulen noch zu beackern haben", bestätigt Martin Frädrich, Geschäftsführer der Abteilung für berufliche Bildung bei der Industrie- und Handelskammer Stuttgart (IHK). Es beginne sich zu ändern, aber bisher seien private Hochschulen durch spezielle Felder wie Business-Schools näher an der Wirtschaft gewesen und hätten Nachwuchs für das Topmanagement kreiert. Aber die vielen Unternehmen im Land bräuchten nicht nur Topmanager, sondern einen großen, soliden Mittelbau.

Entsprechend unübersichtlich in Ranking und Angebot präsentiert sich der Weiterbildungsmarkt. Daher wurde auf der Fortbildungsseite des Landes Baden-Württemberg www.fortbildung-bw.de eine Checkliste mit Fragen eingestellt, die bei der Einordnung helfen soll.

Zu den bekannten Fortbildungsketten gehört der AKAD-Fachhochschulverband, dessen Institute über Deutschland verteilt sind. 2006 wurden drei AKAD-Fachhochschulen in Stuttgart, Leipzig und Pinneberg vom Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert. Ihr Angebot, das akademische Grade (BA, MA und Diplom) von Betriebswirtschaftslehre über Maschinenbau bis Wirtschaftsübersetzer enthält, sei als "Fernstudium speziell für Berufstätige hervorragend geeignet", heißt es in dem Papier.

In Sachen Bankwesen und Finanzen gehört die Frankfurt School of Finance & Management zu den immer wieder ausgezeichneten Adressen. An über 100 Standorten in Deutschland bieten zudem die Berufs-, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien der VWA in Kooperationen mit Hochschulen die Möglichkeit, berufsbegleitend einen BA oder MBA (Master of Business Administration) zu erwerben. Und die FOM - die Fachhochschule für Oekonomie und Management wurde 1993 als erste deutsche Fachhochschule in der Trägerschaft von Wirtschaftsverbänden gegründet - ist an 20 Orten der Republik, auch in Stuttgart, zu finden. Dort können Grade in einer ganzen Palette von Wirtschafts- und Managementthemen erworben werden. Für Handwerker, die einen akademischen Abschluss anstreben, hält die Bildungsakademie des Handwerks der Handwerkskammer Region Stuttgart einen BBA parat.

Ein hohes Ziel hat sich die German Graduate School of Management & Law (GGS) in Heilbronn gesetzt. Sie will die führende Hochschule in Deutschland für berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung von Führungskräften im Bereich Management und Recht werden. Im Jahre 2005 als Heilbronn Business School von der Dieter-Schwarz-Stiftung gegründet, wurde sie nun umbenannt. "Business-Schools gibt es viele, der Name German Graduate School soll zum Qualitätssiegel werden", sagt Dirk Zupancic, an der GGS Managing Dean und Chief Executive Officer (CEO). Dafür baut man auf zwei Säulen: das Kerngeschäft Studiengänge und die Heilbronner Management-Dialoge, eine Reihe, bei der Manager wie DM-Chef Götz Werner aus der Praxis berichten oder diskutieren. "Dabei geht es um Austausch und Netzwerkbildung", so Zupancic. Das Kerngeschäft indes bietet Absolventen von Berufsakademien, Fachhochschulen und Universitäten vier international ausgerichtete, berufsbegleitende Master-Studiengänge an. Unterrichtet wird fast nur auf Englisch von acht angestellten Professoren und 30 Gastdozenten, die von internationalen Großkanzleien, führenden Business-Schools wie etwa St. Gallen oder Universitäten kommen.

"So werden Forschung und Praxis verzahnt", sagt Zupancic. Die Master-Studiengänge kosten rund 8000 Euro, dauern in der Regel zwei Jahre und werden in Gruppen bis 25 Teilnehmer am Wochenende oder in Wochenblöcken absolviert. Ausgewählt werden die Masterkandidaten in einem eintägigen Assessment-Center. "Wichtig ist uns soziale Kompetenz", so Tomás Bayón, Academic Dean an der GGS. "Wir wollen keine stromlinienförmigen Manager, sondern verantwortungsbewusste Führungspersönlichkeiten ausbilden."
 

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