Berlin '36

Bellende Nazis und eckige Mädchen

Ina Hochreuther, veröffentlicht am 10.09.2009
Filmbeschreibung
Wahre Geschichten können so abstrus sein, dass sie wie schlecht ausgedacht wirken. Kaspar Heidelbachs Spielfilm "Berlin 36" erzählt eine reale Nazifarce nach. Vor den olympischen Spielen 1936 drohen die Amerikaner mit Boykott, falls keine jüdischen Sportler zugelassen werden. So drängen Hitlers Vasallen die Hochspringerin Gretel Bergmann (Karoline Herfurth) ins Trainingslager. Gewinnen soll die Jüdin allerdings nicht. Deshalb zaubern die Machthaber Marie Ketteler als Konkurrentin aus dem Hut. Dass es sich bei dem eckigen Mädchen um einen Mann (Sebastian Urzendowsky) handelt, wissen nur sie.

Aber statt diese Figur nun psychologisch auszuleuchten, serviert der Film stereotype bellende Nazis und, fürs Gefühl, kleine solidarische Akte Andersdenkender gegenüber Gretel. Sehenswert ist allenfalls der dokumentarische Schluss, mit der jetzt in New York lebenden realen Margarete Bergmann im Interview.
 


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