Zu Gast bei den Gesundheitswächtern
Artikel aus der Nord-Rundschau, S-Innenstadt vom 12.09.2009
Ich hoffe, Ihnen ist der Appetit nicht vergangen?" Die Frage von Joachim Kuntzer ist durchaus berechtigt. Denn gerade eben hat der Mitarbeiter des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) den Lesern der Nord-Rundschau vorgeführt, wie die Verbraucher bei Fleischerzeugnissen immer wieder getäuscht werden. In seinem Labor hat er zwei Schinken auf den Tisch gelegt. Doch nur einer verdient den Namen Schinken. Der Experte sieht die Unterschiede auf den ersten Blick: Beim einen Stück sind die Fasern natürlich verbunden, das andere besteht aus einer hellen Grundmasse mit dunkleren Stücken: "So sieht kein gewachsener Schinken aus." Auch analytisch lässt sich überprüfen, ob ein Schinken echt ist. Kuntzer tröpfelt eine Jodlösung auf die Lebensmittel: Im Imitat steckt Stärke, deswegen färbt sich die Flüssigkeit blau. Auf dem Schinken dagegen bleibt die Jodlösung orange-rot. "Ist denn das Imitat schädigend?", will ein Leser wissen. Nein, ist es nicht, sagt Kuntzer. Trotzdem würde das CVUA die Fälschung beanstanden, wenn sie auf der Speisekarte nicht richtig als eine solche gekennzeichnet ist. "Und das ist sie oft nicht, weil es sich nicht so schön anhört." Warum Imitate eingesetzt werden? "Der Kilopreis ist günstiger. Und er bleibt auf der Pizza glatt liegen, während sich Schinken nach oben wölbt", sagt Kuntzer. Er hat auch noch andere Beispiele für Mogeleien zu bieten: So darf Döner Kebap nur dann als Döner Kebap verkauft werden, wenn er tatsächlich aus geschichtetem Fleisch besteht. Tut er aber selten. "Deswegen müsste er meist eigentlich als "Hackfleischspieß nach Döner Kebap Art gewürzt" gekennzeichnet werden", sagt Kuntzer.
Während die Imitate zwar ärgerlich, aber nicht schädlich sind, sieht das bei vielen Gegenständen des täglichen Gebrauchs anders aus. Was in diesen manchmal drinsteckt, das lernen die Leser bei Sarah Stürenburg in der Abteilung für Bedarfsgegenstände. Was darunter alles fällt, hatte sie im Labor ausgelegt: von Spülmittel über Kinderspielzeug bis zu Verpackungen. "Letztes Jahr ist uns aufgefallen, dass einige Müslipackungen stärker glänzen als andere." Bei genaueren Untersuchungen habe sich herausgestellt, dass ein Stoff aus dem Lack durch den Karton und die Tüte bis ins Müsli durchdrang: "Es gab zwar kein Beweis, dass dieser die Gesundheit gefährdet, trotzdem wurden die Packungen vorsorglich vom Markt genommen." Eine konkrete Gefahr für Leib und Leben bestand dagegen bei so genannten Pustezigaretten: Mit diesem Spielzeug können Kinder Rauch erzeugen. "Weil viele bei Erwachsenen aber sehen, dass man dran zieht, haben manche das enthaltene Pulver eingeatmet", erklärt Stürenburg. Dieses legte sich dann bei einigen sofort auf die Lungenbläschen. "Da war schnelles Handeln gefragt."
Schnelles Handeln ist manchmal auch in der Abteilung Virologie gefragt. Das Tückische: "Die Viren verändern sich ständig", erläutert Marc Hoferer. Doch wie lassen sich diese schnell erkennen? Ein wichtiges Gerät ist das große Elektronenmikroskop, das die Leser bei der Führung kennenlernen. "Mit diesem können wir auch die winzig kleinen Viren sichtbar machen." Und es lässt sich erkennen, ob es sich um einen Grippevirus oder um einen ganz anderen Virus handelt. "Und damit sind wir schon nah dran." Eins sei allerdings sicher: "Die nächste Welle kommt bestimmt."
Während die Imitate zwar ärgerlich, aber nicht schädlich sind, sieht das bei vielen Gegenständen des täglichen Gebrauchs anders aus. Was in diesen manchmal drinsteckt, das lernen die Leser bei Sarah Stürenburg in der Abteilung für Bedarfsgegenstände. Was darunter alles fällt, hatte sie im Labor ausgelegt: von Spülmittel über Kinderspielzeug bis zu Verpackungen. "Letztes Jahr ist uns aufgefallen, dass einige Müslipackungen stärker glänzen als andere." Bei genaueren Untersuchungen habe sich herausgestellt, dass ein Stoff aus dem Lack durch den Karton und die Tüte bis ins Müsli durchdrang: "Es gab zwar kein Beweis, dass dieser die Gesundheit gefährdet, trotzdem wurden die Packungen vorsorglich vom Markt genommen." Eine konkrete Gefahr für Leib und Leben bestand dagegen bei so genannten Pustezigaretten: Mit diesem Spielzeug können Kinder Rauch erzeugen. "Weil viele bei Erwachsenen aber sehen, dass man dran zieht, haben manche das enthaltene Pulver eingeatmet", erklärt Stürenburg. Dieses legte sich dann bei einigen sofort auf die Lungenbläschen. "Da war schnelles Handeln gefragt."
Schnelles Handeln ist manchmal auch in der Abteilung Virologie gefragt. Das Tückische: "Die Viren verändern sich ständig", erläutert Marc Hoferer. Doch wie lassen sich diese schnell erkennen? Ein wichtiges Gerät ist das große Elektronenmikroskop, das die Leser bei der Führung kennenlernen. "Mit diesem können wir auch die winzig kleinen Viren sichtbar machen." Und es lässt sich erkennen, ob es sich um einen Grippevirus oder um einen ganz anderen Virus handelt. "Und damit sind wir schon nah dran." Eins sei allerdings sicher: "Die nächste Welle kommt bestimmt."
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