Wüstenblume
Modezirkus und Verstümmelung
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 24.09.2009
Filmbeschreibung
Wie frisch aus einer anderen Welt in diese gefallen, tappt die schlanke schwarze Frau durch Londons Straßen. Dass diese Fremdheit keine Übertreibung ist, dass kein Eingewöhnungsprozess stattfinden konnte, obwohl die junge Somalierin schon eine Weile auf englischem Boden lebt, macht Sherry Hormans Film "Wüstenblume" durchaus glaubhaft.
Diese deutsch-österreichisch-französische Adaption der Memoiren des Models Waris Dirie kann mit einem gewissen gutmütigen Schwung, mit dem neckischen Blinzeln der Problemkomödie, davon erzählen, wie Waris (Liya Kebede) eine Freundin (Sally Hawkins) findet und sich am sozialen Rand der Metropole einrichtet, dort, wo auch viele Einheimische leben, als seien sie fremd in der Welt des schnellen Geldes. Als Waris, die noch nie auf hohen Absätzen stand, in eine Modelkarriere gerät, hält dieser Film szenenweise eine schöne Balance zwischen flauschiger Verklärung des nervösen Modezirkus und wacher Karikatur der trubeligen Menschenverschleißmaschine.
Aber es geht ins Waris Diries Memoiren eben nicht nur ums Launige, Schrullige, Ermutigende. Es geht um nicht heilende Wunden, nachhaltige Grausamkeit, unüberwindliche Ausgrenzungen, um die nicht nur in Afrika noch immer geübte, sondern von Migranten im Ausland praktizierte weibliche Beschneidung. Dirie ist ein Opfer dieses Rituals, und Horman ("Irren ist männlich") scheitert völlig daran, dessen Schrecken zu vermitteln. Alles, was damit zusammenhängt, gerät ihr zu Fotoromankitsch und Boulevardschmiere. So linkisch werden die Bilder, dass alles gelogen erscheint. Was es leider nicht ist.
Diese deutsch-österreichisch-französische Adaption der Memoiren des Models Waris Dirie kann mit einem gewissen gutmütigen Schwung, mit dem neckischen Blinzeln der Problemkomödie, davon erzählen, wie Waris (Liya Kebede) eine Freundin (Sally Hawkins) findet und sich am sozialen Rand der Metropole einrichtet, dort, wo auch viele Einheimische leben, als seien sie fremd in der Welt des schnellen Geldes. Als Waris, die noch nie auf hohen Absätzen stand, in eine Modelkarriere gerät, hält dieser Film szenenweise eine schöne Balance zwischen flauschiger Verklärung des nervösen Modezirkus und wacher Karikatur der trubeligen Menschenverschleißmaschine.
Aber es geht ins Waris Diries Memoiren eben nicht nur ums Launige, Schrullige, Ermutigende. Es geht um nicht heilende Wunden, nachhaltige Grausamkeit, unüberwindliche Ausgrenzungen, um die nicht nur in Afrika noch immer geübte, sondern von Migranten im Ausland praktizierte weibliche Beschneidung. Dirie ist ein Opfer dieses Rituals, und Horman ("Irren ist männlich") scheitert völlig daran, dessen Schrecken zu vermitteln. Alles, was damit zusammenhängt, gerät ihr zu Fotoromankitsch und Boulevardschmiere. So linkisch werden die Bilder, dass alles gelogen erscheint. Was es leider nicht ist.
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