Kommentar zum Sarrazin-Interview Zündler überall
Katja Bauer, veröffentlicht am 10.10.2009
Berlin - Der Streit über Sarrazins Interview hat etwas Frustrierendes. Denn eigentlich geht es um ein wichtiges Thema, mit dem sich unsere Gesellschaft auseinandersetzen müsste. Zu lange haben ideologische Nebelschwaden eine klare Sicht auf die Integrationsprobleme verhindert. Und zu gerne schiebt die Politik dieses Thema weit von sich, weil es eines ist, für das man einen langen Atem braucht und mit dem man nicht viele Freunde gewinnt.
Der Sache, die beide angeblich für so wichtig halten, ist geschadet. Einen Erkenntnisgewinn über Integrationsprobleme gibt es nicht. Und darüber zu reden ist nicht leichter geworden. Denn nun reagieren alle Seiten noch sensibler als zuvor.
Ehrlichkeit also tut not. Und zu der hatte, bei aller Kritik, Sarrazin den Mut. Vorsicht und Respekt aber sind genauso geboten - erstens immer, und zweitens ganz besonders in einer Zeit der Krise, in der die Gesellschaft sich schnell auf die Suche nach Sündenböcken macht. Aber Sarrazin hat darauf verzichtet und in gefährlicher Weise gezündelt, nur um der Aufmerksamkeit willen. Was der Zentralrat jetzt macht, ist nicht viel besser. Der Generalsekretär Kramer begibt sich mit seinem Nazivergleich auf das Niveau Sarrazins. Dazu gebärdet er sich so laut, dass die Türkische Gemeinde, die wirklich betroffen ist von Sarrazins Verunglimpfung, gar nicht mehr gehört wird. Was bleibt?
Der Sache, die beide angeblich für so wichtig halten, ist geschadet. Einen Erkenntnisgewinn über Integrationsprobleme gibt es nicht. Und darüber zu reden ist nicht leichter geworden. Denn nun reagieren alle Seiten noch sensibler als zuvor.
Kommentare (2)
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mark,
13.10.2009
zum Kommentar 1
Lieber Götz, wer in meiner Stadt Berlin Straftaten begeht und wer nicht, scheint Dir nicht ganz klar zu sein. Du solltest nicht so naiv emotional um Dich schlagen, nur weil Du ein schwammiges Gefühl von Gut und Böse im Bauch hast. Du solltest lieber die anklagen, die Anderen ein Messer in den Kopf stoßen oder ihre Töchter gegen deren Willen verheiraten etc., nicht die, die sich - davon angewiedert - im Ton vergreifen. Zum Zentralrat der Juden möchte ich sagen, daß er mindestens 51 Prozent der Bevölkerung als Nazis beleidigt hat, denn das war ja das Ergebnis dieser offiziellen Sarrazin-Umfrage. Inoffiziell sind es etwa 75 Prozent, die Sarrazin Recht geben, insofern sind es noch mehr Faschisten - wir sind wohl alle Faschisten und Rassisten....unglaublich.
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