Kleines Uni-ABC Der unbeliebte Frühaufsteher

Thomas Thieme, veröffentlicht am 23.10.2009
Foto: dpa

Stuttgart - Gerade zu Beginn eines Studiums lauern viele Fallstricke und Fettnäpfchen auf die neuen Erstsemester. Unser ABC hilft, diese zu umgehen. Die kleine Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit - manchmal auch nicht auf Ernsthaftigkeit. Wir zählen daher auf Ihre Meinung. Ergänzen Sie unser Uni-ABC nach ihren Vorstellungen!


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A wie Aufstehen


Muss sein, aber bitte nicht zu früh. Deswegen sollte schon bei der Seminarwahl auf humane Anfangszeiten geachtet werden. Frühe Vögel machen sich schnell unbeliebt: morgens wecken sie die ganze WG auf und abends verschlafen sie die lustigen Seiten des Studentenlebens.

B wie Bachelor


Darauf lässt sich bauen und aufbauen (siehe Master). Der schnelle und international anerkannte Weg zum berufsqualifizierenden Hochschulabschluss dauert in der Regel nur sechs Semester. Danach steht der Absolvent oft vor der schwierigen Frage: ab ins Berufsleben oder weiter studieren?

C wie Campus


Er ist das Herz der Universität, hier pulsiert das Studentenleben, man lernt sich kennen, tauscht sich aus und trifft sich immer wieder. Die Uni Stuttgart besitzt gleich zwei, einen in der Stadtmitte, den anderen in Vaihingen. Viel schöner ist allerdings der Campus der Uni Hohenheim, rund um das gleichnamige Schloss.

D wie Diplom


Ist ein absolutes Auslauflaufmodell. Im Zuge des Bologna-Prozesses zur europäischen Vereinheitlichung des Studiums werden immer mehr Diplom- durch Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt. In Baden-Württemberg dürfen seit Beginn des Wintersemesters 2009/10 (mit wenigen Ausnahmen) keine Studienanfänger in diesen Studiengängen mehr aufgenommen werden.

E wie Erstsemester


Sie sind auch nur Menschen. Jeder hat einmal mit dem Studium begonnen, war nervös und hat sich nicht gleich überall zurechtgefunden. Älteren Semester sollten ihr „Insiderwissen“ daher nicht für sich behalten, sondern es netterweise an die Neuen weitergeben.

F wie Feuerzangenbowle


Eine gleichnamige Party gehört zum Pflichtprogramm des Studenten. Im Idealfall schaut er sich während er das gleichnamige rumhaltige Heißgetränk genießt, den unnachahmlichen Heinz Rühmann als pfiffiger Pauker „Pfeiffer mit drei f“ im gleichnamigen Film an.

G wie Geld


Da gibt es eine breite Palette von Möglichkeiten: sie reicht von "B" wie Bafög, das später zur Hälfte zurückgezahlt werden muss, über "F" wie Ferien- und "N" wie Nebenjobs, die die Zeit zum studieren reduzieren, bis zu "S" wie Studentenkredit, der auch zurückgezahlt werden muss. Um einen sparsamen Lebenswandel kommen die wenigsten herum.

H wie Hiwi


Die Lebensqualität einer studentischen Hilfskraft steht und fällt mit dem Wohlwollen der Person, für die sie ihre Dienste erledigt. Oft sind die Professoren gegenüber ihren Mitarbeitern allerdings milder als gegenüber den Studenten. So hat der "Hiwi" in der Regel einen angenehmen Job, er verdient gutes Geld und bekommt einen gratis Einblick hinter die Fakultätskulissen - ob er will oder nicht.

I wie Immatrikulation


Ist mehr als ein reiner Verwaltungsakt, bei dem ein junger Mensch seine Unterschrift leistet und dadurch zum Studenten mit eigener Matrikelnummer, Ausweis und Semesterticket wird. Es ist auch der Beginn des Lebens in Freiheit. Raus aus der Schule, raus aus dem Elternhaus, raus aus der Idylle. Was er daraus macht, hängt nur noch von ihm selbst ab.

J wie Jagd


Studieren ist in vielerlei Hinsicht wie jagen. Für den leistungsorientierten Studenten ist es die Jagd nach guten Noten und der Anerkennung des Professors, für den Freigeist das permanente Streben nach Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung und für den Single-Studenten oder die Single-Studentin ist die Uni die größte Partnerbörse der Welt.

K wie Kommilitonen


Haben in früheren Zeiten an Stelle des StudiVZ gestanden. Spaß bei Seite. Gute Studienkollegen sind nicht mit Gold aufzuwiegen. Sie genießen die guten Zeiten mit einem und sprechen in schweren (Prüfungs-)Zeiten neuen Mut zu.

L wie Lernen


Es gibt verschiedene Wege, den Lernstoff ins Studentenhirn hinein zu bekommen. Stupides Auswendiglernen geht am besten allein, große Zusammenhänge lassen sich dagegen besser in einer Lerngruppe vermitteln. In beiden Fällen gilt: Konzentration ist wichtig, Pausen auch!

M wie Master


Es dauert nur zwei bis vier Semester bis diesem akademischen Grad. Allerdings muss vorher ein Bachlor oder ein anderer Studienabschluss (Magister, Diplom, Erstes Staatsexamen) erworben werden. Aber Achtung, nicht zu lässig an die Sache herangehen: Viele Masterstudiengänge sind zulassungsbeschränkt - die Vornoten spielen eine gewichtige Rolle!

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N wie Neugier


Wenn sie im Verlauf des Studiums auf der Strecke bleibt, sind Hopfen und Malz verloren. Deshalb an dieser Stelle der laute Appell an alle Studenten: Hört nicht auf zu fragen! Das menschliche Gehirn kann viel mehr speichern, als Ihr Euch vorstellen könnt. Wer glaubt, die nächste aufgenommene Information verdrängt eine andere, liegt wirklich falsch.

O wie Ordnung


Sie ist das halbe Leben, hat schon Oma gesagt. Das normale Studentenleben lässt sich dagegen eher als "kreatives Durcheinander" bezeichnen. "Chaotisch ist produktiv", meinen die einen. "Der Mensch braucht klare Strukturen", entgegnen andere. Am Ende behält Oma wie so oft Recht: nur derjenige beherrscht das größte Chaos, der mittendrin den Überblick behält.

P wie Praktikum


Wer das kuschelige universitäre Umfeld für einen Abstecher ins raue Berufsleben verlässt, sollte auch gewisse Ansprüche stellen. Mehrmonatige Erfahrung in Kopieren, Kaffee kochen oder Post sortieren ist nur selten dazu geeignet, den eigenen Lebenslauf zu bereichern.

Q wie Querdenken


Manchmal hilft es weiter, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und mit unkonventionellen Ideen an eine Frage heranzugehen. Leider gibt es Dozenten, die nicht viel von dieser Methode halten, und Studenten, die nichts anderes tun als die Welt aus schrägen Perspektiven zu betrachten. Eine explosive Mischung, diese Universität.

R wie Rückmeldefrist


Der Sommer zeigt sich von seiner Schokoladenseite und lässt den regenerierenden Studenten die Rückmeldung zum Semester samt Überweisung der fälligen Gebühren vergessen. Wer eine Zwangsexmatrikulation vermeiden will, sollte auf die erste Mahnung reagieren.

S wie Sause


Die muss natürlich gefeiert werden, wenn das Studium ein gutes Ende genommen hat. Sehr gerne darf aber auch das Erreichen einer Zwischenstation begossen werden: das Vordiplom, das Ende oder der Anfang eines Semesters, das Erreichen des Wochenendes oder der Einzug eines neuen WG-Mitbewohners.

T wie Tiefkühlpizza


Sie hat die Nudeln mit roter Soße, die über Generationen die Studentenküche dominiert haben, abgelöst. Dazu zwei wichtige – weil immer wieder missachtete – Regeln. Erstens: Vor der Zubereitung die Folie entfernen! Zweitens: Für ein romantisches Diner die Nudeln vorziehen!

U wie Urlaubssemester


Das Wort klingt wie Hohn in den Ohren derer, die meinen Studenten hätten selbst während der Vorlesungszeit nicht viel zu tun. Dabei gibt es gewichtige Gründe dafür, eine Pause im Studium einzulegen: eine Schwangerschaft, Erziehung Krankheit, Auslandsaufenthalt.

V wie Vorlesung


Ist eine Form der Wissensvermittlung an der Hochschule. In der Regel gibt der Dozent die Informationen im Frontalunterricht weiter, das heißt er steht vorne und spricht, während die Studenten im Hörsaal sitzen und zuhören. Im Gegensatz zu Seminaren ist ihre Meinung eher selten gefragt. Grundsätzlich gilt das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme, das heißt vor sich hin zu dösen ist erlaubt, schnarchen oder schwatzen stört die anderen.

W wie Wohnheim


Es gibt solche und solche. Die Palette reicht von einem Einzelapartment mit eigener Dusche, WC und Kochnische bis zur Massenherberge, in der sich 25 Studenten eine Küche teilen. Das Ideal liegt wie so oft in der Mitte. Wohnheim ist meistens das, was man draus macht!

X und Y


bleiben ungelöst

Z wie Zwischenmieter


Steht ein längerer Auslandaufenthalt oder ein Praktikum in einer anderen Stadt an, tritt der Zwischenmieter auf den Plan. Er spielt ein zeitlich befristete Gastrolle. Dabei trägt er viel Verantwortung, schließlich hinterlässt man ihm nicht nur den Wohnungsschlüssel, sondern auch persönliche Dinge wie Möbel, Pflanzen oder die geliebte Teddybärensammlung.

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Kommentare (1)
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Wolfgang Krauss,
23.10.2009
F wie Feuerzangenbowle
Hallo,

Heinz Rühmann spielt den Pfeiffer ( 3 f ), aber er ist nicht Pauker ( Lehrkraft ) sondern Schööööler.

Freundliche Grüße
Wolfgang Krauss

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