"Zukunftsmodell Baden-Württemberg"
Der weite Weg zur Solarhauptstadt
StZ/StN, veröffentlicht am 26.10.2009
Stuttgart - Die einen sprechen schon von einem "Zukunftsmodell Baden-Württemberg". Andere sehen darin nur den Marketing-Gag eines Energieunternehmens. Bei den von der EnBW Regional AG unterstützten Bürger-Energiegenossenschaften können sich Bürger mit einer Genossenschaft an mehreren Energieprojekten sowie unterschiedlichen Erzeugungsvarianten beteiligen, erklärt Hartmut Fuchs, Kommunalberater des EnBW-Regionalzentrums Stuttgart, das landesweite Engagement. "Die Bürger haben die Möglichkeit, ihre lokale Energiezukunft selbst mitzugestalten."
Und das soll so funktionieren: Wer zum Beispiel über kein eigenes Hausdach verfügt, auf dem man Solarzellen installieren könnte, kann sich an einer Bürger-Energiegenossenschaft beteiligen, die zum Beispiel gemeinsam mit einer Kommune eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach einer Sporthalle oder Schule betreibt. Denkbar wäre so ein Modell auch bei Mehrfamilienhäusern, die mehrere Eigentümer haben. Am Anfang steht dabei die Gründung einer Bürger-Energiegenossenschaft. Sie finanziert über die Ausgabe von Geschäftsanteilen den Bau der Anlage und schüttet entsprechend der Anteile auch wieder die Gewinne an die Mitglieder aus. Reich wird man durch dieses Investment nicht. Aufgrund der Garantien des Erneuerbare-Energien-Gesetzes lohne es sich aber trotzdem, auf diese umweltfreundlichen Energiequellen zu setzen, ist sich Fuchs sicher. Erfahrungswerte zeigen, dass Renditen zwischen vier und sechs Prozent möglich seien.
Grundsätzlich begrüßt auch Stuttgarts Bündnis 90/Die Grünen-Fraktionschef Werner Wölfle derartige Initiativen, wenngleich er darin in erster Linie eine Image-Maßnahme der EnBW sieht und bemängelt, dass die Stadt das Thema viel zu lange habe schleifen lassen.
Unabhängig von der EnBW wurde etwa zur gleichen Zeit in Stuttgart die "BürgerEnergieStuttgart eG" gegründet. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, "möglichst viel Energie aus Sonne, Wind, Wasser und Blockheizkraftwerken in der Region und für die Region zu erzeugen, um die Geldströme hier zu halten", formuliert Andrea Schug die Vorstellungen der Genossenschaft. Dazu sollen unter anderem in den nächsten Monaten die ersten Solaranlagen der Genossenschaft in Stuttgart in Betrieb gehen. Sofern die Stadt weitere geeignete Flächen für die Fotovoltaikanlagen zur Verfügung stellt, sollen weitere im kommenden Jahr folgen.
Bis zum Jahresende sollen die ersten 16 Genossenschaften gegründet sein
Bei der Stadt Stuttgart befinde man sich derzeit in internen Abstimmungsprozessen, was das weitere Vorgehen betrifft, heißt es indes aus dem Rathaus. Unter anderem geht es dabei um die Frage, ob die Landeshauptstadt den Energiegenossenschaften die Flächen gegen eine geringe Gebühr zur Verfügung stellt, die Flächen selbst für den Betrieb von Fotovoltaikanlagen nutzt oder die Flächen öffentlich ausschreibt, um sie dann an den Meistbietenden zu vergeben.
Bislang spielte dieser Gesichtspunkt bei der Stadt keine Rolle, da die Investitionen in die Anlagen sehr kostenintensiv waren. Mittlerweile sind die Preise aber stark gefallen, so dass sich mit diesen Anlagen auch Gewinne erwirtschaften lassen. Die Genossenschaften setzen aber auf das Wort des Oberbürgermeisters, der im Klimaschutzkonzept geäußert haben soll, die Dächer den Initiativen weitestgehend kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dieses Versprechen liegt jetzt auf Eis und könnte der neue Gemeinderat kippen. Verzögerungen gibt es aber auch von anderer Seite: Aufgrund der verstärkten Nachfrage nach entsprechenden Flächen in der Stadt sei es nicht mehr möglich, alle Interessenten in ausreichendem Maße zu informieren und ihnen geeignete Dächer vorzuführen, so die Stadtverwaltung. Es sei aber geplant, eine entsprechende Übersicht im Internet zu veröffentlichen.
Bei der EnBW rührt man derweil eifrig die Werbetrommel für das Modell der Bürger-Energiegenossenschaften. Bis zum Jahresende sollen die ersten 16 Genossenschaften gegründet sein. Die bis heute auf kommunale Initiative gegründeten ersten 14 Genossenschaften haben mittlerweile 2040 Mitglieder, die insgesamt 17.300 Anteile im Gesamtwert von über 2,3 Millionen Euro gezeichnet haben.
Die Mitarbeiter der EnBW gehen dabei mit guten Beispiel voran. Die ebenfalls Anfang des Jahres initiierte "BürgerEnergiegenossenschaft EnBW-City" sammelte auf Anhieb 150.000 Euro ein. "Dieses große Interesse hat selbst uns total überrascht", gibt Fuchs zu.
Und das soll so funktionieren: Wer zum Beispiel über kein eigenes Hausdach verfügt, auf dem man Solarzellen installieren könnte, kann sich an einer Bürger-Energiegenossenschaft beteiligen, die zum Beispiel gemeinsam mit einer Kommune eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach einer Sporthalle oder Schule betreibt. Denkbar wäre so ein Modell auch bei Mehrfamilienhäusern, die mehrere Eigentümer haben. Am Anfang steht dabei die Gründung einer Bürger-Energiegenossenschaft. Sie finanziert über die Ausgabe von Geschäftsanteilen den Bau der Anlage und schüttet entsprechend der Anteile auch wieder die Gewinne an die Mitglieder aus. Reich wird man durch dieses Investment nicht. Aufgrund der Garantien des Erneuerbare-Energien-Gesetzes lohne es sich aber trotzdem, auf diese umweltfreundlichen Energiequellen zu setzen, ist sich Fuchs sicher. Erfahrungswerte zeigen, dass Renditen zwischen vier und sechs Prozent möglich seien.
Grundsätzlich begrüßt auch Stuttgarts Bündnis 90/Die Grünen-Fraktionschef Werner Wölfle derartige Initiativen, wenngleich er darin in erster Linie eine Image-Maßnahme der EnBW sieht und bemängelt, dass die Stadt das Thema viel zu lange habe schleifen lassen.
Unabhängig von der EnBW wurde etwa zur gleichen Zeit in Stuttgart die "BürgerEnergieStuttgart eG" gegründet. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, "möglichst viel Energie aus Sonne, Wind, Wasser und Blockheizkraftwerken in der Region und für die Region zu erzeugen, um die Geldströme hier zu halten", formuliert Andrea Schug die Vorstellungen der Genossenschaft. Dazu sollen unter anderem in den nächsten Monaten die ersten Solaranlagen der Genossenschaft in Stuttgart in Betrieb gehen. Sofern die Stadt weitere geeignete Flächen für die Fotovoltaikanlagen zur Verfügung stellt, sollen weitere im kommenden Jahr folgen.
Bis zum Jahresende sollen die ersten 16 Genossenschaften gegründet sein
Bei der Stadt Stuttgart befinde man sich derzeit in internen Abstimmungsprozessen, was das weitere Vorgehen betrifft, heißt es indes aus dem Rathaus. Unter anderem geht es dabei um die Frage, ob die Landeshauptstadt den Energiegenossenschaften die Flächen gegen eine geringe Gebühr zur Verfügung stellt, die Flächen selbst für den Betrieb von Fotovoltaikanlagen nutzt oder die Flächen öffentlich ausschreibt, um sie dann an den Meistbietenden zu vergeben.
Bislang spielte dieser Gesichtspunkt bei der Stadt keine Rolle, da die Investitionen in die Anlagen sehr kostenintensiv waren. Mittlerweile sind die Preise aber stark gefallen, so dass sich mit diesen Anlagen auch Gewinne erwirtschaften lassen. Die Genossenschaften setzen aber auf das Wort des Oberbürgermeisters, der im Klimaschutzkonzept geäußert haben soll, die Dächer den Initiativen weitestgehend kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dieses Versprechen liegt jetzt auf Eis und könnte der neue Gemeinderat kippen. Verzögerungen gibt es aber auch von anderer Seite: Aufgrund der verstärkten Nachfrage nach entsprechenden Flächen in der Stadt sei es nicht mehr möglich, alle Interessenten in ausreichendem Maße zu informieren und ihnen geeignete Dächer vorzuführen, so die Stadtverwaltung. Es sei aber geplant, eine entsprechende Übersicht im Internet zu veröffentlichen.
Bei der EnBW rührt man derweil eifrig die Werbetrommel für das Modell der Bürger-Energiegenossenschaften. Bis zum Jahresende sollen die ersten 16 Genossenschaften gegründet sein. Die bis heute auf kommunale Initiative gegründeten ersten 14 Genossenschaften haben mittlerweile 2040 Mitglieder, die insgesamt 17.300 Anteile im Gesamtwert von über 2,3 Millionen Euro gezeichnet haben.
Die Mitarbeiter der EnBW gehen dabei mit guten Beispiel voran. Die ebenfalls Anfang des Jahres initiierte "BürgerEnergiegenossenschaft EnBW-City" sammelte auf Anhieb 150.000 Euro ein. "Dieses große Interesse hat selbst uns total überrascht", gibt Fuchs zu.
Veranstaltungen
Finden Sie
Heute können Sie aus 327 Veranstaltungsterminen auswählen
Anzeige
Was sind die besten Baustoffe um eine relativ große Glasbaufläche wärmezudämmen?
Anzeige
Baufinanzierung: Wie kommt man an günstige Kredite bzw. Zinssätze?
StZ digital
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten
Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.



