Am Anfang war die Axt
Artikel aus der vom 30.10.2009
Eine schwarze Axt, ein ebenso schwarzgefärbter Teil eines Mauerwerks und die beiden Buchstaben G und E links und rechts der Symbole prangen auf einem grünen Hintergrund. Das schwarz-grüne Logo, es ist das Firmenzeichen des Bauunternehmens Gustav Epple. Die Axt, eine Zimmermannsaxt, steckt in einem Balken auf der Mauer. Sie steht für die Anfänge des Unternehmens.
Heute ist die Firma Gustav Epple in ganz Deutschland bekannt. Das Stuttgarter Unternehmen setzt derzeit rund 100 Millionen Euro jährlich um. Knapp einhundert Angestellte arbeiten in Degerloch, wo nach wie vor das Stammhaus der Firma ist, in Berlin und in Dresden. Dass sich das Unternehmen einmal so entwickeln würde, daran hatte vor einhundert Jahren wohl kaum einer zu denken gewagt. Damals, am 24. Oktober des Jahres 1909, hat ein junger Mann - Gustav Epple - in Degerloch den Kaufvertrag für die damalige Zimmerei Dietrich unterschrieben.
Die schwäbische Tugend vom Schaffen und Häuslebau hatte sich der damals 26 Jahre alte Gustav Epple zu Herzen genommen. Denn schaffen konnte dieser Bursche aus Botnang. Und Häuser bauen konnte er auch. So gut, dass er die Zimmerei nach dem Ersten Weltkrieg langsam aber stetig zu einem renommierten Unternehmen aufbaute. So folgten den Häusern erste Großaufträge. Die Olympiahalle in Berlin und die Schwabenlandhalle auf dem Cannstatter Wasen - die damals größte Holzhallenkonstruktion in Europa - wurden von Gustav Epple und seinen Mitarbeitern gebaut.
Auch als die Firma während dem Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, konnte dies den Eppleschen Ehrgeiz nicht mindern. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern baute er die Firma wieder auf. Ende der 40er Jahre folgte der Wiederaufbau in ganz Deutschland. Schon bald gehörte das Unternehmen zu den führenden Baufirmen in Süddeutschland. Für Großaufträge wie den Bau der König-Karls-Brücke, die Gebäude der Mercedes-Benz-Niederlassung in Sindelfingen, die Liederhalle und vor allem das Stuttgarter Wahrzeichen - den Fernsehturm - bekam das Unternehmen den Zuschlag. Immer häufiger hingen in dieser Zeit Epples Firmen-Banner an Bauzäunen.
Gustav Epple war beliebt, bei seinen Mitarbeitern und bei den Degerlochern. Er verstand es, seine Angestellten zu motivieren, sie anzutreiben. Seine Einstellung zur Arbeit war auch die Einstellung seiner Mitarbeiter. Am Werkseingang meißelten sie für ihren Chef in Stein: "Die Arbeit muss sein zu jeglicher Zeit - Drum Meister, wir sind für dich bereit."
Nach dem Tod Gustav Epples übernahm Fritz Epple 1955 die Arbeit seines Vaters. Der Erfolg war auch ihm hold. In dieser Zeit hatte das Unternehmen sogar an die 2000 Mitarbeiter. So lange, bis die Baukrise in den Siebziger Jahren begann und diese die Traditionsfirma beinahe in den Ruin trieb. 1985 standen 200 Millionen Mark Verlust in den Büchern. 600 von 1200 Beschäftigten verloren ihre Arbeit. Zwei Jahre später übernahm Eberhard Ellinger die Unternehmensführung und baute Epple grundlegend um. Seitdem arbeiten für die Firma vorwiegend Ingenieure, Architekten und Kaufleute. Die eigentliche Arbeit am Bau wird an andere Unternehmen vergeben. Epple plant und überwacht die Ausführung.
Zu den jüngeren Bauwerken gehören das ZDF-Hauptstadtstudio, das Bundesministerium für Arbeit in Berlin und die Stadtsparkasse in Düsseldorf. Seit zehn Jahren leitet Jürgen Schwefel das Unternehmen. Rund 15 Aufträge wickelt Epple jährlich ab. Eine der Baustelleneröffnungen im Jubiläumsjahr ist die für das neue Haus auf der Waldau. Dort sollen im Frühjahr 2011 die ersten Bewohner einziehen können.
Das hundertjährige Bestehen der Baufirma Epple wird heute Abend mit rund 300 geladenen Gästen im SSB-Waldaupark gefeiert.
Heute ist die Firma Gustav Epple in ganz Deutschland bekannt. Das Stuttgarter Unternehmen setzt derzeit rund 100 Millionen Euro jährlich um. Knapp einhundert Angestellte arbeiten in Degerloch, wo nach wie vor das Stammhaus der Firma ist, in Berlin und in Dresden. Dass sich das Unternehmen einmal so entwickeln würde, daran hatte vor einhundert Jahren wohl kaum einer zu denken gewagt. Damals, am 24. Oktober des Jahres 1909, hat ein junger Mann - Gustav Epple - in Degerloch den Kaufvertrag für die damalige Zimmerei Dietrich unterschrieben.
Die schwäbische Tugend vom Schaffen und Häuslebau hatte sich der damals 26 Jahre alte Gustav Epple zu Herzen genommen. Denn schaffen konnte dieser Bursche aus Botnang. Und Häuser bauen konnte er auch. So gut, dass er die Zimmerei nach dem Ersten Weltkrieg langsam aber stetig zu einem renommierten Unternehmen aufbaute. So folgten den Häusern erste Großaufträge. Die Olympiahalle in Berlin und die Schwabenlandhalle auf dem Cannstatter Wasen - die damals größte Holzhallenkonstruktion in Europa - wurden von Gustav Epple und seinen Mitarbeitern gebaut.
Auch als die Firma während dem Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, konnte dies den Eppleschen Ehrgeiz nicht mindern. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern baute er die Firma wieder auf. Ende der 40er Jahre folgte der Wiederaufbau in ganz Deutschland. Schon bald gehörte das Unternehmen zu den führenden Baufirmen in Süddeutschland. Für Großaufträge wie den Bau der König-Karls-Brücke, die Gebäude der Mercedes-Benz-Niederlassung in Sindelfingen, die Liederhalle und vor allem das Stuttgarter Wahrzeichen - den Fernsehturm - bekam das Unternehmen den Zuschlag. Immer häufiger hingen in dieser Zeit Epples Firmen-Banner an Bauzäunen.
Gustav Epple war beliebt, bei seinen Mitarbeitern und bei den Degerlochern. Er verstand es, seine Angestellten zu motivieren, sie anzutreiben. Seine Einstellung zur Arbeit war auch die Einstellung seiner Mitarbeiter. Am Werkseingang meißelten sie für ihren Chef in Stein: "Die Arbeit muss sein zu jeglicher Zeit - Drum Meister, wir sind für dich bereit."
Nach dem Tod Gustav Epples übernahm Fritz Epple 1955 die Arbeit seines Vaters. Der Erfolg war auch ihm hold. In dieser Zeit hatte das Unternehmen sogar an die 2000 Mitarbeiter. So lange, bis die Baukrise in den Siebziger Jahren begann und diese die Traditionsfirma beinahe in den Ruin trieb. 1985 standen 200 Millionen Mark Verlust in den Büchern. 600 von 1200 Beschäftigten verloren ihre Arbeit. Zwei Jahre später übernahm Eberhard Ellinger die Unternehmensführung und baute Epple grundlegend um. Seitdem arbeiten für die Firma vorwiegend Ingenieure, Architekten und Kaufleute. Die eigentliche Arbeit am Bau wird an andere Unternehmen vergeben. Epple plant und überwacht die Ausführung.
Zu den jüngeren Bauwerken gehören das ZDF-Hauptstadtstudio, das Bundesministerium für Arbeit in Berlin und die Stadtsparkasse in Düsseldorf. Seit zehn Jahren leitet Jürgen Schwefel das Unternehmen. Rund 15 Aufträge wickelt Epple jährlich ab. Eine der Baustelleneröffnungen im Jubiläumsjahr ist die für das neue Haus auf der Waldau. Dort sollen im Frühjahr 2011 die ersten Bewohner einziehen können.
Das hundertjährige Bestehen der Baufirma Epple wird heute Abend mit rund 300 geladenen Gästen im SSB-Waldaupark gefeiert.
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