Unikat in Heidelberg
Stromfresser gegen Krebserkrankungen
dpa, veröffentlicht am 02.11.2009
Heidelberg - Im Kampf gegen den Krebs setzt die Universitätsklinik Heidelberg künftig eine europaweit einzigartige Anlage ein.
Nach mehreren Verzögerungen wurde am Montag das Heidelberger Ionentherapie-Zentrum (HIT) im Beisein von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) offiziell eröffnet. Es soll schwerstkranken Tumorpatienten helfen, für die es bislang keine oder wenig Therapiemöglichkeiten gab. Pro Jahr können dort bis zu 1300 Patienten mit Ionenstrahlungen behandelt werden.
Die Kosten und der Stromverbrauch für das Projekt sind gigantisch: Der Preis für das Gerät liegt bei 119 Millionen Euro, der Stromverbrauch entspricht einer Stadt mit 10.000 Einwohnern.
Ursprünglich sollte die Anlage bereits 2007 in Betrieb gehen. Universität und Kooperationspartner Siemens, der den Prototypen gebaut hat, erklärten die Verzögerungen mit Problemen bei den Softwaresystemen. Die Anlage läuft im Schichtbetrieb an sieben Tagen rund um die Uhr. Im Zentrum sind mehr als 70 Menschen beschäftigt, darunter neben Ärzten oder Pflegepersonal Physiker und Techniker.
Mit der Anlage werden Krebspatienten mit seltenen und schwer zu operierenden Tumoren über einen Teilchenbeschleuniger mit Protonen und Schwerionen bestrahlt. Spezielle Software setzt Informationen aus Computer-Tomographen so um, dass die erforderliche Strahlendosis millimetergenau abgegeben wird. Laut Klinikum werden etwa fünf bis zehn Prozent der Tumorpatienten profitieren, bei denen die konventionelle Strahlentherapie keine Heilungen erzielen kann.
In einem Pilotversuch in Darmstadt wurden in der Entwicklungsphase für die Heidelberger Anlage bereits 450 Patienten mit Tumoren im Schädel bestrahlt. Die Kosten einer Behandlung liegen bei rund 20.000 Euro und werden von den Krankenkassen übernommen. Weitere Ionenstrahl-Anlagen werden zurzeit in Marburg-Gießen und Kiel gebaut.
tinyurl.com/yj6zaxe
Nach mehreren Verzögerungen wurde am Montag das Heidelberger Ionentherapie-Zentrum (HIT) im Beisein von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) offiziell eröffnet. Es soll schwerstkranken Tumorpatienten helfen, für die es bislang keine oder wenig Therapiemöglichkeiten gab. Pro Jahr können dort bis zu 1300 Patienten mit Ionenstrahlungen behandelt werden.
Die Kosten und der Stromverbrauch für das Projekt sind gigantisch: Der Preis für das Gerät liegt bei 119 Millionen Euro, der Stromverbrauch entspricht einer Stadt mit 10.000 Einwohnern.
Ursprünglich sollte die Anlage bereits 2007 in Betrieb gehen. Universität und Kooperationspartner Siemens, der den Prototypen gebaut hat, erklärten die Verzögerungen mit Problemen bei den Softwaresystemen. Die Anlage läuft im Schichtbetrieb an sieben Tagen rund um die Uhr. Im Zentrum sind mehr als 70 Menschen beschäftigt, darunter neben Ärzten oder Pflegepersonal Physiker und Techniker.
Mit der Anlage werden Krebspatienten mit seltenen und schwer zu operierenden Tumoren über einen Teilchenbeschleuniger mit Protonen und Schwerionen bestrahlt. Spezielle Software setzt Informationen aus Computer-Tomographen so um, dass die erforderliche Strahlendosis millimetergenau abgegeben wird. Laut Klinikum werden etwa fünf bis zehn Prozent der Tumorpatienten profitieren, bei denen die konventionelle Strahlentherapie keine Heilungen erzielen kann.
In einem Pilotversuch in Darmstadt wurden in der Entwicklungsphase für die Heidelberger Anlage bereits 450 Patienten mit Tumoren im Schädel bestrahlt. Die Kosten einer Behandlung liegen bei rund 20.000 Euro und werden von den Krankenkassen übernommen. Weitere Ionenstrahl-Anlagen werden zurzeit in Marburg-Gießen und Kiel gebaut.
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