Der Informant
Geschichte eines Lügners
Ina Hochreuther, veröffentlicht am 05.11.2009
Filmbeschreibung
In Wirtschaftskrisenzeiten wie diesen einen Fall aus der Vergangenheit über korrupte Manager neu aufzurollen, erscheint reizvoll. Zumal wenn ein unberechenbarer Hollywoodregisseur wie Steven Soderbergh, der solch unterschiedliche Filme wie "Erin Brockovich", die "Oceans"-Trilogie und das Revolutionsepos "Che" inszeniert hat, sich der Sache annimmt. In seinem neuen Film, der auf dem romanhaften Sachbuch des Journalisten Kurt Eichenwald basiert, geht es um die bizarren Machenschaften des Biochemikers Mark Whitacre, beeindruckend gespielt von einem teigig wirkenden Matt Damon in spießigem Outfit. Mark steckt dem FBI, dass sein Arbeitgeber, der Agrarkonzern ADM, illegale Preisabsprachen betreibe. Er ist bereit, mit Mikros und Kameras ausgestattet, dafür Beweise zu liefern. Als genügend Material beisammen ist, stellt sich heraus, dass Mark nebenbei Millionen bei ADM für sich abgezweigt hat.
Der Drehbuchautor Scott Z. Burns und der Regisseur Soderbergh erzählen die Geschichte ihres teils naiven, teils cleveren, in jedem Fall notorisch lügenden Helden als eine Art Groteske. Beschwingte Musik ertönt, wenn Mark seine Kommentare aus dem Off abgibt, und anfangs klingen sie recht kritisch: "Wir sind an fast jeder Mahlzeit beteiligt - vorne geht Mais rein und hinten kommt Profit raus." Zunehmend werden diese Kommentare absurder, zusammenhangloser und deuten auf eine gestörte Persönlichkeit hin. Danach lässt die Faszination an der Figur nach, der Film plätschert dahin und gewinnt erst zum Schluss noch mal an Fahrt.
So schillernd wie der Protagonist wirkt diese Inszenierung im Siebziger-Jahre-Retro-Look, obwohl die Geschichte in den Neunzigern spielt. Das Durcheinander aus Behauptungen, Lügen und Halbwahrheiten macht nicht nur einem aufrechten FBI-Agenten (Scott Bakula) zu schaffen, es verwirrt auch den Zuschauer. Was den Hochstapler letztendlich antreibt, bleibt rätselhaft. Was Soderbergh uns außer flotter Unterhaltung mitgeben will, ebenfalls.
Der Drehbuchautor Scott Z. Burns und der Regisseur Soderbergh erzählen die Geschichte ihres teils naiven, teils cleveren, in jedem Fall notorisch lügenden Helden als eine Art Groteske. Beschwingte Musik ertönt, wenn Mark seine Kommentare aus dem Off abgibt, und anfangs klingen sie recht kritisch: "Wir sind an fast jeder Mahlzeit beteiligt - vorne geht Mais rein und hinten kommt Profit raus." Zunehmend werden diese Kommentare absurder, zusammenhangloser und deuten auf eine gestörte Persönlichkeit hin. Danach lässt die Faszination an der Figur nach, der Film plätschert dahin und gewinnt erst zum Schluss noch mal an Fahrt.
So schillernd wie der Protagonist wirkt diese Inszenierung im Siebziger-Jahre-Retro-Look, obwohl die Geschichte in den Neunzigern spielt. Das Durcheinander aus Behauptungen, Lügen und Halbwahrheiten macht nicht nur einem aufrechten FBI-Agenten (Scott Bakula) zu schaffen, es verwirrt auch den Zuschauer. Was den Hochstapler letztendlich antreibt, bleibt rätselhaft. Was Soderbergh uns außer flotter Unterhaltung mitgeben will, ebenfalls.
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