Heitere Geschichten über den bruddligen Schnauzbart Pospischil
Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 06.11.2009
Pospischil heißt der Geselle mit dem großen Schnauzbart und der Pistole im Gürtel. Gesehen hat ihn noch niemand, aber man hat schon einiges von ihm gehört: Seit 18 Jahren gibt es jeweils in der Vorweihnachtszeit eine neue spannende und lustige Geschichte über ihn. Aus der Taufe gehoben wurde der poltrige Kerl, der sich rührend um Tiere kümmert, von Martin Schmid. Der 71-jährige ist Pfarrer im Ruhestand und wohnt seit sieben Jahren in Schmiden. Früher war er Seelsorger der Gartenstadtkirche in Luginsland - und in jedem Advent auf der Suche nach einer Weihnachtsgeschichte zum Vorlesen für kirchliche Nachmittage. Das kostete ihn immer viel Zeit, weil sie für Erwachsene und Kinder gleichermaßen geeignet sein sollte. "Irgendwann habe ich gemerkt, dass es einfacher für mich ist, selbst eine Geschichte zu schreiben, als Bücher zu wälzen", sagt Martin Schmid. Das war die Geburtsstunde vom Räuber Pospischil.
Den böhmisch klingenden Namen für seine Weihnachtsgeschichten-Figur hat der Autor gewählt, um jeden persönlichen Bezug auszuschließen. Dass es von den Örtlichkeiten her jedoch immer wieder lokale Komponenten gibt, ist gewollt. So wie eben das Trafohäusle an der Fellbacher Straße, das sich Pospischil mit Mardern, Mäusen und anderem Getier teilt.
Während der Zeit in Untertürkheim hatte der bruddlige Pospischil eine Hütte im Wald und kam nur in den Flecken, wenn er etwas rauben wollte (um danach mit einem Goldstück zu bezahlen), oder um eines seiner fantastischen Abenteuer zu erleben. Die in einer einfachen und malerischen Sprache liebenswert geschildert werden. Die heiteren Geschichten - alle mit Happy End - lassen dem Leser Pospischil richtig ans Herz wachsen, obwohl der ein Outlaw ist und es mit der Hygiene nicht so hat. "Er wäscht leider seine Socken nicht", sagt der Autor. "Aber trotz seinem poltrigen Auftreten", verrät Martin Schmid, "beweist er auch mal ein weiches Herz."
Alles andere wäre auch verwunderlich, denn wenn ein Pfarrer Weihnachtsgeschichten schreibt, dürfen die ja nicht das Böse verklären. "Die moralischen Säulen des Lebens geraten nicht ins Wanken," sagt Schmid und schmunzelt. Und verrät ein bisschen mehr über den Helden seiner amüsanten Geschichten, den er natürlich überhaupt nicht als Alter ego ansieht. "Er ist Waise, hat eine gewisse Schwäche für Rotwein und Schnaps und zu Tieren ein gutes Verhältnis." Dass Pospischil eine Waffe besitzt, findet der Autor beklagenswert, freut sich aber, dass der Räuber von Jahr zu Jahr einen Reifeprozess durchmacht. Und beneidet Pospischil ein bisschen um die Tarnkappe, die er zuweilen benutzt.
Schön findet Schmid, der regelmäßig Pfarr-Vertretungen in Fellbach und Oeffingen macht, dass ihn Pospischil das ganze Jahr über gedanklich in Ruhe lässt. "Doch jetzt wäre es wieder an der Zeit, über eine Geschichte nachzudenken." Auch wenn der 71-Jährige in seiner ehemaligen Pfarrei keine Lesestunden mehr macht, so wartet doch eine Fan-Gemeinde jedes Jahr sehnsüchtig auf eine Fortsetzung der weihnachtlichen Räuber-Geschichten. Und in Schmiden gibt es zwei Literaturkreise, in denen Schmid aktiv ist, die ebenfalls in den Genuss einer Vorlesung kommen.
Wer nun neugierig geworden ist auf den patenten Pospischil: Es gibt inzwischen vier seiner Geschichten mit Musik auf CD. Das Hörbuch war ein Geschenk von Schmids Tochter Stefanie, einer Schauspielerin, und Veet J. Ohnemus, einem Musiker, zum 70. Geburtstag, und ist in Fellbach in der Buchhandlung Lack erhältlich.
Den böhmisch klingenden Namen für seine Weihnachtsgeschichten-Figur hat der Autor gewählt, um jeden persönlichen Bezug auszuschließen. Dass es von den Örtlichkeiten her jedoch immer wieder lokale Komponenten gibt, ist gewollt. So wie eben das Trafohäusle an der Fellbacher Straße, das sich Pospischil mit Mardern, Mäusen und anderem Getier teilt.
Während der Zeit in Untertürkheim hatte der bruddlige Pospischil eine Hütte im Wald und kam nur in den Flecken, wenn er etwas rauben wollte (um danach mit einem Goldstück zu bezahlen), oder um eines seiner fantastischen Abenteuer zu erleben. Die in einer einfachen und malerischen Sprache liebenswert geschildert werden. Die heiteren Geschichten - alle mit Happy End - lassen dem Leser Pospischil richtig ans Herz wachsen, obwohl der ein Outlaw ist und es mit der Hygiene nicht so hat. "Er wäscht leider seine Socken nicht", sagt der Autor. "Aber trotz seinem poltrigen Auftreten", verrät Martin Schmid, "beweist er auch mal ein weiches Herz."
Alles andere wäre auch verwunderlich, denn wenn ein Pfarrer Weihnachtsgeschichten schreibt, dürfen die ja nicht das Böse verklären. "Die moralischen Säulen des Lebens geraten nicht ins Wanken," sagt Schmid und schmunzelt. Und verrät ein bisschen mehr über den Helden seiner amüsanten Geschichten, den er natürlich überhaupt nicht als Alter ego ansieht. "Er ist Waise, hat eine gewisse Schwäche für Rotwein und Schnaps und zu Tieren ein gutes Verhältnis." Dass Pospischil eine Waffe besitzt, findet der Autor beklagenswert, freut sich aber, dass der Räuber von Jahr zu Jahr einen Reifeprozess durchmacht. Und beneidet Pospischil ein bisschen um die Tarnkappe, die er zuweilen benutzt.
Schön findet Schmid, der regelmäßig Pfarr-Vertretungen in Fellbach und Oeffingen macht, dass ihn Pospischil das ganze Jahr über gedanklich in Ruhe lässt. "Doch jetzt wäre es wieder an der Zeit, über eine Geschichte nachzudenken." Auch wenn der 71-Jährige in seiner ehemaligen Pfarrei keine Lesestunden mehr macht, so wartet doch eine Fan-Gemeinde jedes Jahr sehnsüchtig auf eine Fortsetzung der weihnachtlichen Räuber-Geschichten. Und in Schmiden gibt es zwei Literaturkreise, in denen Schmid aktiv ist, die ebenfalls in den Genuss einer Vorlesung kommen.
Wer nun neugierig geworden ist auf den patenten Pospischil: Es gibt inzwischen vier seiner Geschichten mit Musik auf CD. Das Hörbuch war ein Geschenk von Schmids Tochter Stefanie, einer Schauspielerin, und Veet J. Ohnemus, einem Musiker, zum 70. Geburtstag, und ist in Fellbach in der Buchhandlung Lack erhältlich.
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