Viel Ärger um mehr Busse
Artikel aus der vom 23.11.2009
Auf dem Jahrmarkt ist das einfach. Wer dem Lukas mit dem Hammer auf den Kopf haut, weiß gleich, wie er heute drauf ist. So etwas bräuchte Matthias Tröndle auch. Nicht, dass er irgendwem auf den Kopf hauen will. Aber wenigstens wüsste er gern, ob er sich freuen oder ärgern soll. Er könnte es von der Anzeige ablesen. Tröndle ist Vorsitzender der Jusos auf den Fildern. Und bis vergangenen Freitag ging er davon aus, dass die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) die Nachtbuslinien N8 und N9 streichen will. Sie wird es - wohl - nicht. "Ich verstehe nicht, warum man da so eine Geheimniskrämerei draus machen muss", sagt er. Vor wenigen Tagen erst hatten sich die Jusos über die vermeintlichen Pläne der SSB erbost.
Es war der 2. November. Da trafen sich Vertreter der SSB und des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) mit den Bürgermeistern aus Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen, Dieter Lentz und Alexander Ludwig. Sie sprachen über die geplante Nachtbuslinie N 80, die künftig durch die beiden Kommunen fahren soll. Auch dort, wohin bisher keine Busse zu später Stunde die Feierwilligen nach Hause bringen - in Sielmingen und Harthausen etwa, in Bonlanden, Plattenhardt und Stetten. Zumindest Teile der Kommunen jenseits der Stuttgarter Markung werden heute von den Linien N8 und N9 bedient. Erstere fährt über Birkach und Plieningen nach Bernhausen, letztere über Möhringen nach Echterdingen, beide halten in Degerloch.
Was mit den Linien geschehe, wollte Lentz wissen. "Auf unsere Frage hin hieß es, dass die Linien N8 und N9 eingestellt werden. Was das heißt, fragen wir uns seitdem auch", sagt er. Da ist er nicht der einzige. Tröndle, der Juso, rief bei der SSB an - und blitzte ab. Er wollte sich beschweren. Denn ein Großteil der Fildervororte würde dadurch in der Zeit zwischen der letzten und der ersten Bahnfahrt von der Innenstadt abgekoppelt.
In der Tat scheinen die Pläne ein Geheimnis. "Über den Stand der Planungen können wir im Moment nichts sagen", sagt Birte Schaper, eine Sprecherin der SSB. Der zuständige Mitarbeiter sei krank. Und im Übrigen "bitten beide Vorstände um Verständnis dafür, dass sie zu diesem Thema zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft geben werden". "Es wurde vereinbart abzuwarten", sagt Ulrike Weißinger, Sprecherin beim VVS. Auch sie verweigert alle weiteren Informationen. Um die Runde der Beteiligten zu komplettieren, blockt die Sprecherin des Verbandes Region Stuttgart ab. "Um dem Entscheidungsprozess nicht vorzugreifen, möchte ich dazu nichts sagen", sagt sie.
Äußern sollen sich erst die beiden Kommunen Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen. Denn es ist, wie so oft, ein Streit ums Geld entbrannt. Sie sollen dafür bezahlen, dass sie künftig mehr Haltestellen bekommen - und zwar zusammen 30 000 Euro. Weitere 20 000 Euro wollen die SSB und die VVS geben.
Derweil schießen auch bei den Verhandlungspartnern die Gerüchte ins Kraut. Die SSB wollen sich das Geld für die beiden Linien N8 und N9 sparen, die sie komplett selbst finanzieren, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Für die geplante N80 würden sie jedoch Geld bekommen. Stimmt alles nicht, heißt es von anderer Seite - selbstverständlich ebenfalls hinter vorgehaltener Hand. Die 30 000 Euro entsprechen nur den Mehrkosten. Und eine Streichung der beiden Linien N8 und N9 sei gleich gar nicht geplant. Vielmehr würden die Busfahrer wie bisher auch fünf Mal im Dunkeln in Richtung Möhringen und Plieningen aufbrechen. Nur die Endhaltestellen würden vorverlegt - Echterdingen und Bernhausen würden aus dem Plan gestrichen. Das, freilich, ist nicht offiziell. Seinen Namen will niemand in der Zeitung lesen.
Es war der 2. November. Da trafen sich Vertreter der SSB und des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) mit den Bürgermeistern aus Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen, Dieter Lentz und Alexander Ludwig. Sie sprachen über die geplante Nachtbuslinie N 80, die künftig durch die beiden Kommunen fahren soll. Auch dort, wohin bisher keine Busse zu später Stunde die Feierwilligen nach Hause bringen - in Sielmingen und Harthausen etwa, in Bonlanden, Plattenhardt und Stetten. Zumindest Teile der Kommunen jenseits der Stuttgarter Markung werden heute von den Linien N8 und N9 bedient. Erstere fährt über Birkach und Plieningen nach Bernhausen, letztere über Möhringen nach Echterdingen, beide halten in Degerloch.
Was mit den Linien geschehe, wollte Lentz wissen. "Auf unsere Frage hin hieß es, dass die Linien N8 und N9 eingestellt werden. Was das heißt, fragen wir uns seitdem auch", sagt er. Da ist er nicht der einzige. Tröndle, der Juso, rief bei der SSB an - und blitzte ab. Er wollte sich beschweren. Denn ein Großteil der Fildervororte würde dadurch in der Zeit zwischen der letzten und der ersten Bahnfahrt von der Innenstadt abgekoppelt.
In der Tat scheinen die Pläne ein Geheimnis. "Über den Stand der Planungen können wir im Moment nichts sagen", sagt Birte Schaper, eine Sprecherin der SSB. Der zuständige Mitarbeiter sei krank. Und im Übrigen "bitten beide Vorstände um Verständnis dafür, dass sie zu diesem Thema zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft geben werden". "Es wurde vereinbart abzuwarten", sagt Ulrike Weißinger, Sprecherin beim VVS. Auch sie verweigert alle weiteren Informationen. Um die Runde der Beteiligten zu komplettieren, blockt die Sprecherin des Verbandes Region Stuttgart ab. "Um dem Entscheidungsprozess nicht vorzugreifen, möchte ich dazu nichts sagen", sagt sie.
Äußern sollen sich erst die beiden Kommunen Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen. Denn es ist, wie so oft, ein Streit ums Geld entbrannt. Sie sollen dafür bezahlen, dass sie künftig mehr Haltestellen bekommen - und zwar zusammen 30 000 Euro. Weitere 20 000 Euro wollen die SSB und die VVS geben.
Derweil schießen auch bei den Verhandlungspartnern die Gerüchte ins Kraut. Die SSB wollen sich das Geld für die beiden Linien N8 und N9 sparen, die sie komplett selbst finanzieren, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Für die geplante N80 würden sie jedoch Geld bekommen. Stimmt alles nicht, heißt es von anderer Seite - selbstverständlich ebenfalls hinter vorgehaltener Hand. Die 30 000 Euro entsprechen nur den Mehrkosten. Und eine Streichung der beiden Linien N8 und N9 sei gleich gar nicht geplant. Vielmehr würden die Busfahrer wie bisher auch fünf Mal im Dunkeln in Richtung Möhringen und Plieningen aufbrechen. Nur die Endhaltestellen würden vorverlegt - Echterdingen und Bernhausen würden aus dem Plan gestrichen. Das, freilich, ist nicht offiziell. Seinen Namen will niemand in der Zeitung lesen.
Mehr
Anzeigen
Anzeige
Anzeige
Veranstaltungen
Finden Sie
Heute können Sie aus 327 Veranstaltungsterminen auswählen
StZ digital
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten
Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.
Abonnement-Prämien
Werben Sie einen Freund als Abonnent der Stuttgarter Zeitung.
Für jede Empfehlung erhalten Sie eine Prämie aus unserem Shop.





