Weniger Hörsaalbesetzer Studentenproteste ebben ab
dpa/lsw, veröffentlicht am 24.11.2009
Karlsruhe/Stuttgart - Der Protest lässt nach: Immer weniger Studenten halten Hörsäle an Südwest-Hochschulen besetzt. Von den 500 Studenten, die am Montagmittag den größten Hörsaal der Pädagogischen Hochschule (PH) in Karlsruhe besetzt hatten, waren am Dienstag nur noch etwa 100 übrig. Das bedeute aber nicht, dass der Protest zu Ende gehe, betonte Studentensprecher Morten Block in Karlsruhe. "Wir sind momentan dabei, weitere Smartmobs (scheinbar spontane Protestaktionen) zu planen und unsere Forderungen auszuarbeiten", sagte Block. Diese Forderungen wollen die Studenten am Mittwochmorgen bei einem Gespräch mit dem Rektorat äußern.
Auch die Stuttgarter Studenten treffen sich am Mittwoch erneut mit ihrem Rektor. Für Donnerstag ist eine Vollversammlung geplant - mit der sich die Hörsaalbesetzer auch des Rückhalts bei der Studentenschaft vergewissern wollen, wie ein Sprecher mitteilte. 50 bis 100 Studenten kommen nach seinen Worten noch zu den täglichen Protestveranstaltungen, rund 25 bis 50 halten den Hörsaal rund um die Uhr besetzt. Auch das Audimax in Freiburg bleibt besetzt. Die Studenten richten sich auf eine längere Besetzung ein, hieß es. Die Uni beobachtet das Geschehen, will die Besetzung aber weiterhin dulden. Vorträge und Lehrveranstaltungen finden trotz Besetzung statt.
In Reutlingen haben Studenten einen Hörsaal in der Außenstelle der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg besetzt. Dort wird vor allem für eine bessere Ausbildung der künftigen Sonderschullehrer protestiert. "Wir wollen mit der Aktion nicht den Hochschulbetrieb lahmlegen. Es geht darum, den Studierenden einen Raum zur Diskussion zu bieten", sagte einer der Besetzer. An der Universität Tübingen, wo vor zwei Wochen die Polizei schon einmal eine Blockade beendet hatte, halten die Studenten zwar weiterhin einen Hörsaal besetzt. "Alles läuft aber friedlich und unspektakulär", sagte ein Unisprecher. Die Studenten waren auf Bitten des Rektors aus dem größten Hörsaal in einen kleineren Nachbarraum umgezogen, wo die Blockade den Vorlesungsbetrieb nicht stört. Ein Ende der Aktion ist trotzdem nach wie vor nicht absehbar.
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