Geblieben ist nur ein altes Backsteinhaus
Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 28.11.2009
Nichts hält sich so lange, wie eine Sage. Eine solche ist auch die, dass das etwas zurückversetzte Backsteinhaus mit den Hundefiguren auf dem Treppengiebel, dem Frauenkopf an der Fassade und der Inschrift auf dem Türsturz, das an der Ecke der Bahnhofsstraße mit der Lindenstraße liegt, die "Zuchtanstalt des Leonberger Hundes" ist. Also der Ausgangspunkt für die Hunderasse, die seit mehr als 160 Jahren den Namen der Stadt in alle Welt hinaus trägt.
Vor dem Hintergrund des geplanten Stadtumbaus und angesichts der Tatsache, dass sich auf dem Areal mit dem Abbruch der ehemaligen Leonberger Bausparkasse, der alten Post und des "Rosengartens" einiges tut, sind nun einige Bürger besorgt, dass auch die Wiege des Leonberger Hundes der Abrissbirne zum Opfer fallen könnte. Doch es gibt Entwarnung in mehrfacher Hinsicht. Die Ursprünge des weltweit beliebten Vierbeiners mit der Löwenmähne liegen nämlich in der heutigen Feuerbacher Straße. Denn das Anwesen von Heinrich Essig, der seit dem Jahr 1846 als der Züchter der Rasse der Leonberger Hunde gilt, stand dort, wo sich jetzt die Gaststätte "Schweizer Hof" befindet.
Aber auch sonst haben nicht die letzten Stunden des roten Backsteinbaus geschlagen. Walter Aickelin, der Geschäftsführer der gleichnamigen Druckerei, zu der das Gebäude gehört, hat nicht die Absicht, es in nächster Zeit abreißen zu lassen. "Hier sind unter anderem Teile unserer Produktion untergebracht", sagte er auf Nachfrage. Der benachbarte "Rosengarten", also das alte Gebäude gleich an der Ecke der Lindenstraße, sei nur abgetragen worden, um für die Firma dringend notwendige zusätzliche Parkplätze zu schaffen.
Noch Anfang der 90er Jahre galt das Backsteinhaus auch offiziell als "Zuchtanstalt des Leonberger Hundes" und war aus heimatgeschichtlichen und wissenschaftlichen Gründen unter Denkmalschutz gestellt. Doch dann wurde besser nachgeforscht und das Objekt bereits im Jahr 1995 aus der Liste der Kulturdenkmale gestrichen, weiß Martin Mayerle vom städtischen Bauamt, das vor Ort auch die Aufgaben der Unteren Denkmalschutzbehörde wahrnimmt. Die Begründung, um den Denkmalstatus aufzuheben, lautete damals: "Dem Stallgebäude kommt nicht die angegebene heimatgeschichtliche Bedeutung zu, da der Leonberger Hund bei der Familie Heinrich Essig gezüchtet wurde. Die baulichen Merkmale dieses Gebäudes von 1883 reichen nicht aus, um an der Denkmaleigenschaft festzuhalten."
Die Leonberger Stadtarchivarin Bernadette Gramm ist trotzdem der Meinung, dass bei einem eventuellen Abbruch des ehemaligen Stalles doch einiges gerettet werden sollte. "Die Hunde-Figuren auf dem Treppengiebel, der Frauenkopf und die Inschrift auf dem Türsturz, die alle auf der Nordseite gelegen sind, sollten als Zeugen einer bedeutenden Leonberger Tradition bewahrt und in den Bestand des Stadtmuseums aufgenommen werden", so die Historikerin.
Doch Denkmal hin oder her, das schmälert nicht die Bedeutung dieses Gebäudes für die Hundezucht in Leonberg. Mit der Geschichte dieses Hauses ist nämlich das Leben einer Frau verbunden, der es vor 120 Jahren gelang, als Unternehmerin äußerst erfolgreich zu sein, ohne dabei als solche überhaupt öffentlich in Erscheinung zu treten - Pauline Wilhelmine Stähle, verwitwete Saillet, verwitwete Burger. Ihr Unternehmen war die "Größte Hundezüchterei C. Burger zum Rosengarten Leonberg".
Die Stadt war im 19. Jahrhundert durch die drei großen Hundezüchter Heinrich Essig, Carl Burger und Friedrich Keinath auf nationaler und internationaler Ebene bekannt geworden. Den Anfang machte Essig (1808 - 1887) als Züchter des Leonberger Hundes. Dadurch wurde Leonberg zur ältesten deutschen Hundezuchtstätte. In seine Fußstapfen traten die Züchter Friedrich Keinath und Carl Burger.
Letzterer hat gemeinsam mit seiner vierten Ehefrau Pauline Wilhelmine Saillet, geborene Köpf, das Backsteinhaus im Jahr 1885 als Teil eines modernen Hundeparks erbauen lassen. Die Einrichtung war für 40 Hunde berechnet; jedes Tier hatte seinen eigenen Zwinger. Gezüchtet wurden Rattenfänger, Spitze, Pinscher, Neufundländer, Bernhardiner und später auch Leonberger. Dazu gehörte ein große Hof als Auslauf. Um dem Namen der Gastwirtschaft "Zum Rosengarten" gerecht zu werden, wurden vor dem Zwinger im Garten entlang der Bahnhofstraße Rosenbäume gepflanzt. Die Kosten für den Bau beliefen sich auf etwa 6000 Mark. Damit konnte man seinerzeit ein zweistöckiges Wohnhaus mit Stallungen bauen.
Vor dem Hintergrund des geplanten Stadtumbaus und angesichts der Tatsache, dass sich auf dem Areal mit dem Abbruch der ehemaligen Leonberger Bausparkasse, der alten Post und des "Rosengartens" einiges tut, sind nun einige Bürger besorgt, dass auch die Wiege des Leonberger Hundes der Abrissbirne zum Opfer fallen könnte. Doch es gibt Entwarnung in mehrfacher Hinsicht. Die Ursprünge des weltweit beliebten Vierbeiners mit der Löwenmähne liegen nämlich in der heutigen Feuerbacher Straße. Denn das Anwesen von Heinrich Essig, der seit dem Jahr 1846 als der Züchter der Rasse der Leonberger Hunde gilt, stand dort, wo sich jetzt die Gaststätte "Schweizer Hof" befindet.
Aber auch sonst haben nicht die letzten Stunden des roten Backsteinbaus geschlagen. Walter Aickelin, der Geschäftsführer der gleichnamigen Druckerei, zu der das Gebäude gehört, hat nicht die Absicht, es in nächster Zeit abreißen zu lassen. "Hier sind unter anderem Teile unserer Produktion untergebracht", sagte er auf Nachfrage. Der benachbarte "Rosengarten", also das alte Gebäude gleich an der Ecke der Lindenstraße, sei nur abgetragen worden, um für die Firma dringend notwendige zusätzliche Parkplätze zu schaffen.
Noch Anfang der 90er Jahre galt das Backsteinhaus auch offiziell als "Zuchtanstalt des Leonberger Hundes" und war aus heimatgeschichtlichen und wissenschaftlichen Gründen unter Denkmalschutz gestellt. Doch dann wurde besser nachgeforscht und das Objekt bereits im Jahr 1995 aus der Liste der Kulturdenkmale gestrichen, weiß Martin Mayerle vom städtischen Bauamt, das vor Ort auch die Aufgaben der Unteren Denkmalschutzbehörde wahrnimmt. Die Begründung, um den Denkmalstatus aufzuheben, lautete damals: "Dem Stallgebäude kommt nicht die angegebene heimatgeschichtliche Bedeutung zu, da der Leonberger Hund bei der Familie Heinrich Essig gezüchtet wurde. Die baulichen Merkmale dieses Gebäudes von 1883 reichen nicht aus, um an der Denkmaleigenschaft festzuhalten."
Die Leonberger Stadtarchivarin Bernadette Gramm ist trotzdem der Meinung, dass bei einem eventuellen Abbruch des ehemaligen Stalles doch einiges gerettet werden sollte. "Die Hunde-Figuren auf dem Treppengiebel, der Frauenkopf und die Inschrift auf dem Türsturz, die alle auf der Nordseite gelegen sind, sollten als Zeugen einer bedeutenden Leonberger Tradition bewahrt und in den Bestand des Stadtmuseums aufgenommen werden", so die Historikerin.
Doch Denkmal hin oder her, das schmälert nicht die Bedeutung dieses Gebäudes für die Hundezucht in Leonberg. Mit der Geschichte dieses Hauses ist nämlich das Leben einer Frau verbunden, der es vor 120 Jahren gelang, als Unternehmerin äußerst erfolgreich zu sein, ohne dabei als solche überhaupt öffentlich in Erscheinung zu treten - Pauline Wilhelmine Stähle, verwitwete Saillet, verwitwete Burger. Ihr Unternehmen war die "Größte Hundezüchterei C. Burger zum Rosengarten Leonberg".
Die Stadt war im 19. Jahrhundert durch die drei großen Hundezüchter Heinrich Essig, Carl Burger und Friedrich Keinath auf nationaler und internationaler Ebene bekannt geworden. Den Anfang machte Essig (1808 - 1887) als Züchter des Leonberger Hundes. Dadurch wurde Leonberg zur ältesten deutschen Hundezuchtstätte. In seine Fußstapfen traten die Züchter Friedrich Keinath und Carl Burger.
Letzterer hat gemeinsam mit seiner vierten Ehefrau Pauline Wilhelmine Saillet, geborene Köpf, das Backsteinhaus im Jahr 1885 als Teil eines modernen Hundeparks erbauen lassen. Die Einrichtung war für 40 Hunde berechnet; jedes Tier hatte seinen eigenen Zwinger. Gezüchtet wurden Rattenfänger, Spitze, Pinscher, Neufundländer, Bernhardiner und später auch Leonberger. Dazu gehörte ein große Hof als Auslauf. Um dem Namen der Gastwirtschaft "Zum Rosengarten" gerecht zu werden, wurden vor dem Zwinger im Garten entlang der Bahnhofstraße Rosenbäume gepflanzt. Die Kosten für den Bau beliefen sich auf etwa 6000 Mark. Damit konnte man seinerzeit ein zweistöckiges Wohnhaus mit Stallungen bauen.
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