Lila, Lila
Die Lügen der Dichter und die Herzen der Frauen
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 17.12.2009
Filmbeschreibung
Grobe Klötze gibt es genug. Sensible Männer sehr viel weniger. Wahre Dichter sind eine Rarität. Der Kellner David Kern (Daniel Brühl) gehört nicht zu den wundersamen Poetensonderlingen, die Bewunderung und Schutzreflexe bei Frauen auslösen. Er ist nicht einmal einer jener Popliteraten, die mit Selbstherrlichkeit, Blendertum und Empfindsamkeitsroutinen Verehrerinnen niedersinken lassen. Aber der unscheinbare David ist verliebt in die Literaturstudentin Marie (Hannah Herzsprung), die Wortkünstler aller Art faszinierend findet. Da möchte man nicht viel wetten auf das Glück eines Mannes, der zwischen den angeberischen Kulturbetriebsjunghirschen, die Marie umgeben, fast durchscheinend wirkt, ein Etwas, das man als Dienstleistungsfunktion, nicht aber als Mensch wahrnimmt.
Doch in Alain Gsponers "Lila, Lila" sind wir nicht im Leben, sondern im Kino. Und da passieren die seltsamsten Sachen, da sind Wunder des Chancenausgleichs an der Tagesordnung. David findet ein altes Manuskript, einen herzzerreißenden Liebesroman. Damit kann er Marie beeindrucken, und die reicht es an einen Verlag weiter, der aus dem Buch prompt die Sensation der Saison macht. Weil Wunder auch im Kino zweischneidig sind, ruft der Rummel einen Mann auf den Plan, der Davids Hochstapelei durchschaut und ihn prompt erpresst, ein jovialer, verschlagener, enthusiastischer und fieser Mix aus Tagedieb und Lebemann (Henny Hübchen).
Das klingt nicht nur ein wenig wie eine Verwechslungs- und Gaunerkomödie der fünfziger Jahre, das hat Gsponer ("Das wahre Leben") als Anknüpfung ans Kino von damals inszeniert. Einerseits wirkt der Film nun altbackener und harmloser als die literarische Vorlage von Martin Suter. Andererseits ist er nicht handcremeweich. Er erlaubt sich Spitzen gegen den Literaturbetrieb, die Qual- und Profitkultur der Dichterlesung, die Unentschlossenheit von David. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Fadheit und Satire, in der Hübchen bessere Szenen hat als Brühl: der Kulturbetrieb mag eben entschlossene Schurken.
Doch in Alain Gsponers "Lila, Lila" sind wir nicht im Leben, sondern im Kino. Und da passieren die seltsamsten Sachen, da sind Wunder des Chancenausgleichs an der Tagesordnung. David findet ein altes Manuskript, einen herzzerreißenden Liebesroman. Damit kann er Marie beeindrucken, und die reicht es an einen Verlag weiter, der aus dem Buch prompt die Sensation der Saison macht. Weil Wunder auch im Kino zweischneidig sind, ruft der Rummel einen Mann auf den Plan, der Davids Hochstapelei durchschaut und ihn prompt erpresst, ein jovialer, verschlagener, enthusiastischer und fieser Mix aus Tagedieb und Lebemann (Henny Hübchen).
Das klingt nicht nur ein wenig wie eine Verwechslungs- und Gaunerkomödie der fünfziger Jahre, das hat Gsponer ("Das wahre Leben") als Anknüpfung ans Kino von damals inszeniert. Einerseits wirkt der Film nun altbackener und harmloser als die literarische Vorlage von Martin Suter. Andererseits ist er nicht handcremeweich. Er erlaubt sich Spitzen gegen den Literaturbetrieb, die Qual- und Profitkultur der Dichterlesung, die Unentschlossenheit von David. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Fadheit und Satire, in der Hübchen bessere Szenen hat als Brühl: der Kulturbetrieb mag eben entschlossene Schurken.
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