Das Booklet zur CD ist mit dem Cover auf kluge Weise fest verbunden, was es einerseits daran hindert, verloren zu gehen - und zum anderen dem Zuhörer das Aufblättern und Lesen leichter macht. Janina Klassen hat die überwiegend gut verständlichen und informativen Texte geschrieben, welche dem Zuhörer interessante Hintergrundinformationen zu den Stücken bieten. So wurde beispielsweise die C-Dur Sonate (op. 1) als in Wirklichkeit letztes der drei Werke auf der CD komponiert: 1853 vom damals gerade einmal zwanzigjährigen Johannes Brahms. Klassen weist auf die starke Reminiszenz an Beethovens Sonate für "Hammerklavier" am Beginn des Kopfsatzes hin. Die Sonate Nr. 2 (op. 2) spielte Brahms selbst im Oktober 1853 in Düsseldorf. Sie entstand ein Jahr früher als die C-Dur-Sonate. Bemerkenswert ist, wie Brahms hier die Sätze durch Thementransformationen miteinander vernetzt: Das ist ein neues Verfahren, das allerdings zuerst durch Franz Liszt bekannt wurde.
Der Charakter dieser Komposition changiert zwischen Sonate und Fantasie, wobei dieser improvisatorische Eindruck, wie Klassen treffend bemerkt, durch die vielen unterschiedlichen Einfälle und den hohen Aufwand an Virtuosität entsteht. Leicht und zugleich voll ursprünglicher Kraft ist diese Musik.
Das Scherzo (op. 4) hat der junge Komponist bereits im August 1851 geschrieben. Es ist seine früheste erhaltene Komposition. Kecke, agile Einwürfe kehren hier als strukturbildendes Element immer wieder. Johannes Brahms hatte wohl vorher schon andere Werke komponiert, wollte mit ihnen jedoch nicht an die Öffentlichkeit treten und hat sie vernichtet - eine radikale Qualitätsauslese, die er lebenslang praktiziert hat.
Die CD ist beim Label Coviello Classics erschienen unter der Nummer COV 50913.
Weitere Informationen unter
http://www.covielloclassics.de
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