Dinosaurier - Gegen uns seht ihr alt aus!
Rüstige Rentner rebellieren
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 28.12.2009
Filmbeschreibung
Die Alten? Die nerven. Sie sind zu langsam für diese Welt, blockieren Ressourcen, stören mit ihren gestrigen Werten, stehen der Entfaltung der profit- und karrierebewussten Jungen im Wege. Am besten sperrt man sie weg, nachdem man ihr Vermögen an sich gebracht hat. Diese böse Tendenz in der realen Gesellschaft kann man als Inspiration der Komödie "Dinosaurier - Gegen uns seht ihr alt aus" erkennen. Der Regisseur und Drehbuchautor Leander Haußmann erzählt, wie eine alte Dame (Eva-Maria Hagen) ins Altenheim gedrängt wird, weil man ihre Immobilie braucht. Wie sie dort von einem korrupten Heimleiter (Tom Gerhardt) bevormundet wird. Wie sie sich wehrt, wie sie andere Betagte mobilisiert, wie die Rüstigen zusammen mit den Klapprigen die Pläne der Jungen (Daniel Brühl spielt einen verlogenen Banker) durchkreuzen.
Falls diese Geschichte jemandem bekannt vorkommt: ja, dies ist eine Neufassung von Bernhard Sinkels "Lina Braake" aus dem Jahr 1974. Sinkel gehörte damals zur Riege der aufmüpfigen Autorenfilmer. Nimmt Haußmann ("Sonnenallee"), Jahrgang 1959, also die Fackel eines gesellschaftlich engagierten Kinos wieder auf? Trotz des Themas und des Vorbilds von "Dinosaurier" sollte man mit einer Antwort auf diese Frage vorsichtig sein.
Denn Haussmann geht ziemlich klamaukig, märchenhaft und possierlich mit Motiven und Figuren um. Die Alten sind ein Haufen kauziger Sonderlinge, die Geschäftemacher aufgeplusterte Schießbudenfiguren, und selbst das Altersheim ist eine zum Hexenhäuschen verkommene Villa. Der schurkische Pflegehorror ist hier putzig schrumpelig und amüsant täppisch.
In sich aber ist diese Inszenierung sehr stimmig. Und dass man in der Rolle der Heimrebellen Nadja Tiller, Ingrid van Bergen, Walter Giller und Ralf Wolter wiedersehen darf, ist mehr als ein nostalgisches Vergnügen. Haußmann reicht hier über den Kopf des Autorenfilms von Sinkel hinweg einem älteren deutschen Kino die Hand, jenem viel gescholtenen Kino der Harmlosigkeit, mit dem die Autorenfilmer einst brachen. "Dinosaurier" kann man die Frage in den Mund legen, ob die größere Konfrontationsbereitschaft des Autorenfilms einen wichtigen Teil des Publikums nicht heillos verschreckt. Ob man sich nicht anderer Mittel und Traditionen bedienen sollte, um wichtige Themen ins Blickfeld zu rücken. Und als Beleg, dass das funktionieren kann, taugt er dann auf liebenswerte Weise.
Falls diese Geschichte jemandem bekannt vorkommt: ja, dies ist eine Neufassung von Bernhard Sinkels "Lina Braake" aus dem Jahr 1974. Sinkel gehörte damals zur Riege der aufmüpfigen Autorenfilmer. Nimmt Haußmann ("Sonnenallee"), Jahrgang 1959, also die Fackel eines gesellschaftlich engagierten Kinos wieder auf? Trotz des Themas und des Vorbilds von "Dinosaurier" sollte man mit einer Antwort auf diese Frage vorsichtig sein.
Denn Haussmann geht ziemlich klamaukig, märchenhaft und possierlich mit Motiven und Figuren um. Die Alten sind ein Haufen kauziger Sonderlinge, die Geschäftemacher aufgeplusterte Schießbudenfiguren, und selbst das Altersheim ist eine zum Hexenhäuschen verkommene Villa. Der schurkische Pflegehorror ist hier putzig schrumpelig und amüsant täppisch.
In sich aber ist diese Inszenierung sehr stimmig. Und dass man in der Rolle der Heimrebellen Nadja Tiller, Ingrid van Bergen, Walter Giller und Ralf Wolter wiedersehen darf, ist mehr als ein nostalgisches Vergnügen. Haußmann reicht hier über den Kopf des Autorenfilms von Sinkel hinweg einem älteren deutschen Kino die Hand, jenem viel gescholtenen Kino der Harmlosigkeit, mit dem die Autorenfilmer einst brachen. "Dinosaurier" kann man die Frage in den Mund legen, ob die größere Konfrontationsbereitschaft des Autorenfilms einen wichtigen Teil des Publikums nicht heillos verschreckt. Ob man sich nicht anderer Mittel und Traditionen bedienen sollte, um wichtige Themen ins Blickfeld zu rücken. Und als Beleg, dass das funktionieren kann, taugt er dann auf liebenswerte Weise.
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