13 Semester
"Hey, Mann, das ist Darmstadt"
Ulrich Kriest, veröffentlicht am 07.01.2010
Filmbeschreibung
Uuh, eine Studentenkomödie aus deutscher Produktion! Weckt das nicht düsterste Vorahnungen beim Leser? Erinnerungen an die Paukerfilme der sechziger und siebziger Jahre? Muss man da nicht mit dem Schlimmsten, mit Axel Stein und anderen TV-Komödianten nebst allen nur denkbaren Klischees und schlüpfrigen Kalauerimporten aus einschlägigen US-Produktionen rechnen? Weit gefehlt! Denn Frieder Wittich und sein Kodrehbuchautor Oliver Ziegenbalg wollten es in ihrem Kinodebüt zwar komisch, aber auch welthaltig. Früh hatten sie sich zudem für ein bestimmtes Komikniveau entschieden, das nicht unterschritten werden durfte. Und siehe da: wer sich etwas Mühe gibt, wird am Ende belohnt.
Selten hatte man in einer deutschen Produktion der letzten Jahre dieses angenehme Gefühl, man müsse sich nicht für sein Lachen schämen. Dabei ist die Witzfrequenz in "13 Semester" erstaunlich hoch, der dröge Studienalltag fern. Es geht vorzüglich um die Dinge, die sich nicht im Hörsaal ereignen: saufen, feiern, Frauen oder Männer klarmachen, Zeit totschlagen.
Doch eben nicht nur: Wittich und Ziegenbalg haben ein Gespür für Timing und Zwischentöne, erzählen eine realistisch-romantische Liebesgeschichte zwischen Momo (Max Riemelt) und Kerstin (Claudia Eisinger), erzählen vom Aufbruch aus der Provinz in die große weite Welt, wo, wie hier in Darmstadt, ein ganz anderer, kalter Wind weht. Erzählen von Freundschaften, die an Karrierekonzepten (fast) zerbrechen, nehmen sich lustvoll die Freiheit, ein Urlaubssemester in Australien gleich mehrfach narrativ auszuschlachten - und haben auch sonst von den schlechten Einfällen nur die besten in ihren Film gelassen.
Herausgekommen ist eine höchst unterhaltsame Kinokomödie, die es qualitativ mit den derzeit besten Fernsehformaten des Genres aufnehmen kann. Wir reden hier also von einem kleinen Wunder!
Selten hatte man in einer deutschen Produktion der letzten Jahre dieses angenehme Gefühl, man müsse sich nicht für sein Lachen schämen. Dabei ist die Witzfrequenz in "13 Semester" erstaunlich hoch, der dröge Studienalltag fern. Es geht vorzüglich um die Dinge, die sich nicht im Hörsaal ereignen: saufen, feiern, Frauen oder Männer klarmachen, Zeit totschlagen.
Doch eben nicht nur: Wittich und Ziegenbalg haben ein Gespür für Timing und Zwischentöne, erzählen eine realistisch-romantische Liebesgeschichte zwischen Momo (Max Riemelt) und Kerstin (Claudia Eisinger), erzählen vom Aufbruch aus der Provinz in die große weite Welt, wo, wie hier in Darmstadt, ein ganz anderer, kalter Wind weht. Erzählen von Freundschaften, die an Karrierekonzepten (fast) zerbrechen, nehmen sich lustvoll die Freiheit, ein Urlaubssemester in Australien gleich mehrfach narrativ auszuschlachten - und haben auch sonst von den schlechten Einfällen nur die besten in ihren Film gelassen.
Herausgekommen ist eine höchst unterhaltsame Kinokomödie, die es qualitativ mit den derzeit besten Fernsehformaten des Genres aufnehmen kann. Wir reden hier also von einem kleinen Wunder!
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