Friendship!
Seltene Vögel im freien Westen
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 14.01.2010
Filmbeschreibung
Man sollte als Tourist in den USA nicht unbedingt nackt Auto fahren. Manche Cops reagieren ein wenig prüde und verhelfen Unbekleideten zu einer Hülle aus Beton und Gitterstäben. Würde so ein Missgeschick zwei deutschen Saufstarken passieren, die auf dem Weg zum Ballermann ins falsche Flugzeug gestiegen sind, wäre es von vornherein nicht komisch. Markus Gollers Komödie "Friendship!" aber bringt interessantere Vögel in den Westen: zwei junge Ex-DDR-Bürger, die kurz nach dem Mauerfall Amerika erkunden. Der eine, Tom, gespielt von Matthias Schweighöfer, will erleben, wovon er bisher nur illegal träumen durfte. Der andere, Veit, gespielt von Friedrich Mücke, sucht seinen Vater, der sich schon vor langer Zeit in die USA abgesetzt hat.
Dieser Spielfilm beruht angeblich auf Erlebnissen des Produzenten Tom Zickler. Was immer dem widerfahren sein mag, "Friendship!" baut ein USA-Bild aus braven Schnurrigkeiten und Sentimentalitäten vor uns auf. Die Provinzler sind allesamt irgendwie nett, doof, grob und hilfsbereit. Tom und Veit besitzen weder Geld noch Sprachkenntnisse, aber das macht nichts. Die nette Dame im Diner stellt ihnen volle Teller hin. Will heißen, die Amerikaner behandeln die Deutschen als genau die Exoten, als die sie sich fühlen. Als besuchten sie ein Land, das noch nie Fremde gesehen hat, wo doch sie die Ländler sind, die noch nie Fremde erleben konnten.
Es kommt zu den erwartbaren inneren Konflikten und zur nötigen dramatischen Überraschung am Reiseziel. "Friendship!" gelingt dabei das Kunststück, eine Art verbissener, aber noch nicht verbiesterter Dauer-Gute-Laune zu halten. Er schafft es nur nicht, uns für seine Minigolfvariante der echten USA auch zu begeistern.
Dieser Spielfilm beruht angeblich auf Erlebnissen des Produzenten Tom Zickler. Was immer dem widerfahren sein mag, "Friendship!" baut ein USA-Bild aus braven Schnurrigkeiten und Sentimentalitäten vor uns auf. Die Provinzler sind allesamt irgendwie nett, doof, grob und hilfsbereit. Tom und Veit besitzen weder Geld noch Sprachkenntnisse, aber das macht nichts. Die nette Dame im Diner stellt ihnen volle Teller hin. Will heißen, die Amerikaner behandeln die Deutschen als genau die Exoten, als die sie sich fühlen. Als besuchten sie ein Land, das noch nie Fremde gesehen hat, wo doch sie die Ländler sind, die noch nie Fremde erleben konnten.
Es kommt zu den erwartbaren inneren Konflikten und zur nötigen dramatischen Überraschung am Reiseziel. "Friendship!" gelingt dabei das Kunststück, eine Art verbissener, aber noch nicht verbiesterter Dauer-Gute-Laune zu halten. Er schafft es nur nicht, uns für seine Minigolfvariante der echten USA auch zu begeistern.
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