Jagdzeit - Den Walfängern auf der Spur
Mehr als kleine Tupfen
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 14.01.2010
Filmbeschreibung
Der Walfang wirft grausige Bilder ab. Ein paar davon sind im Dokumentarfilm "Jagdzeit - Den Walfängern auf der Spur" auch zu sehen. Aber die Regisseurin Angela Graas hat kein Gruselkabinett zusammengestellt. Sie begleitet das Greenpeace-Schiff Esperanza, das sich aufmacht, die japanische Walfangflotte bei ihrem illegalen Abschlachten zu stören. In der Antarktis, wo die japanischen Schiffe Beute suchen, dürfen die Meeressäuger zwar nicht gejagt werden, aber Japan behauptet dreist, die 1000 Wale, die es jährlich dort harpuniert und zerteilt, ließen ihr Leben für die wissenschaftliche Forschung. "Jagdzeit" ist nicht nur ein Anklage-, sondern ein schön fotografierter Ermutigungsfilm. Graas will zeigen, dass Engagement nicht aussichtslos ist. Sie will die Walschützer hinauswachsen lassen über ihre kleinen Bilder in den Nachrichten, über die Tupfen wütenden und winzigen Aufbegehrens, die von den Wasserkanonen der Walfangschiffe beharkt werden.
Graas bleibt nicht aufseiten der Walfanggegner. Sie dreht auch bei den Walfängern. Subtil macht sie Stimmung. Die Greenpeace-Aktivisten kommen vom Fleck weg als Individuen zu Wort. Die japanischen Offiziere der Handelsmarine sehen wir als schweigenden uniformierten Block bei einer Shinto-Zeremonie. Erst hält der Priester seine Rede, später am Hafen wird man die Seeleute dann wieder als Menge mit harten Gesichtern sehen, wie sie scheinbar stur gehorsam Reden der Obrigkeit mit Gruß und Schnaps quittieren wie Kamikaze-Piloten auf dem Weg in die letzte Schlacht. Dieser Film, kein Zweifel, nimmt Partei für die Wale. .
Graas bleibt nicht aufseiten der Walfanggegner. Sie dreht auch bei den Walfängern. Subtil macht sie Stimmung. Die Greenpeace-Aktivisten kommen vom Fleck weg als Individuen zu Wort. Die japanischen Offiziere der Handelsmarine sehen wir als schweigenden uniformierten Block bei einer Shinto-Zeremonie. Erst hält der Priester seine Rede, später am Hafen wird man die Seeleute dann wieder als Menge mit harten Gesichtern sehen, wie sie scheinbar stur gehorsam Reden der Obrigkeit mit Gruß und Schnaps quittieren wie Kamikaze-Piloten auf dem Weg in die letzte Schlacht. Dieser Film, kein Zweifel, nimmt Partei für die Wale. .
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