Same Same But Different
Marode Bilder einer Romanze
Thomas Klingenmaier , veröffentlicht am 21.01.2010
Filmbeschreibung
Ben und Ed wissen das globale Wohlstandsgefälle zu schätzen. Eigentlich haben die beiden deutschen Jungs kaum Kohle. Aber in Kambodscha kann man sich auch mit wenig ein bisschen was leisten. Einmal fahren die Rucksacktouristen Ben (David Kross) und Ed (Stefan Konarske) mit einer Motorrikscha über Land, und man sieht den lässigen Typen an, dass sie sich als Herren, als Kutschierte, wohlfühlen. Detlev Bucks Film "Same Same But Different" zeigt uns arme Leute am Wegesrand als fast komische Sehenswürdigkeit, um den unguten Blickwinkel der Figuren deutlich zu machen.
Das Knatterle bleibt liegen, und schon kommen drei Typen auf einem Motorrad angetöfft, vielleicht nur gegen den Staub vermummt, vielleicht aus finsterer Absicht. Wir sehen die Sorge von Ben und Ed, dies könnte ein Überfall sein, und schon sind wir mit dabei, wie die Jungs sich zu Fuß davonmachen. Was fehlt, ist ein Blick zurück: Sind da nun tatsächlich Straßenräuber am Werk oder verkannte Hilfsbereite? Diese Beispiele zeigen Bucks Methode und vielleicht sein Problem: Er bleibt ganz nahe an seinen Hauptfiguren, er zeigt uns, was für sie wichtig ist.
"Same Same But Different" ist schon deshalb sehenswert, weil er nicht noch einmal wohlfeile Kritik am Tripperclippertourismus in fertige Bilder bringt, weil er nicht gegen ledrige Erlebnisrentner und wampige Geschäftsleute loswettert, die Asien zum Großbordell machen. Er zeigt coole junge Typen, die sich für alternativ halten, die man aber auch als Sexkolonialisten sehen könnte. Die Frage nach Liebe, Ausbeutung, Loyalität und Spiel wird virulent, als es Ben erwischt, als er sich tatsächlich verliebt, in Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk), die mit Liebe in den Bars und Absteigen von Phnom Penh ihre Familie ernährt.
Buck gelingen intime, auf anziehend-marode Weise romantische Bilder vom Glück des Paares in einer Welt falscher Versprechungen. Wer lügt mehr: Ben, der mal vom Hierbleiben, dann vom Geldschicken träumt, oder Sreykeo, die dem Zahlmeister sagt, sie glaube ihm? Mit diesem nagenden Zweifel ist alles Innige hier unterlegt.
Aber der deutsche Lebelump wird sich für seine Freundin auch dann noch einsetzen, als ihm klar ist, dass sie zu den HIV-Infizierten gehört. Das schildert "Same Same But Different" durchaus glaubhaft. Weniger glaubhaft gerät ihm Bens Leben zu Hause. Dessen Bruder bringt ihn mal so eben bei einem Magazin unter, das den Anfänger im Nu als Reporter zurück nach Asien schickt. War das wirklich mal so leicht? Zugrunde liegen dem Ganzen Erlebnisse des Autors Benjamin Prüfer.
Aber der Titel gibt eine asiatische Alltagsphrase wieder, eine Beteuerung, die Widersprüche kitten will. Jaja, alles sei so, wie man es wolle, nur eben anders - die trübe Brühe echter Scotch, das Ticktackblechle eine Rolex. Auch bei Bucks Film hat man das Gefühl, er drücke mal sehr gelungen, mal eher missraten - same same - aus, was er vermitteln möchte.
Das Knatterle bleibt liegen, und schon kommen drei Typen auf einem Motorrad angetöfft, vielleicht nur gegen den Staub vermummt, vielleicht aus finsterer Absicht. Wir sehen die Sorge von Ben und Ed, dies könnte ein Überfall sein, und schon sind wir mit dabei, wie die Jungs sich zu Fuß davonmachen. Was fehlt, ist ein Blick zurück: Sind da nun tatsächlich Straßenräuber am Werk oder verkannte Hilfsbereite? Diese Beispiele zeigen Bucks Methode und vielleicht sein Problem: Er bleibt ganz nahe an seinen Hauptfiguren, er zeigt uns, was für sie wichtig ist.
"Same Same But Different" ist schon deshalb sehenswert, weil er nicht noch einmal wohlfeile Kritik am Tripperclippertourismus in fertige Bilder bringt, weil er nicht gegen ledrige Erlebnisrentner und wampige Geschäftsleute loswettert, die Asien zum Großbordell machen. Er zeigt coole junge Typen, die sich für alternativ halten, die man aber auch als Sexkolonialisten sehen könnte. Die Frage nach Liebe, Ausbeutung, Loyalität und Spiel wird virulent, als es Ben erwischt, als er sich tatsächlich verliebt, in Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk), die mit Liebe in den Bars und Absteigen von Phnom Penh ihre Familie ernährt.
Buck gelingen intime, auf anziehend-marode Weise romantische Bilder vom Glück des Paares in einer Welt falscher Versprechungen. Wer lügt mehr: Ben, der mal vom Hierbleiben, dann vom Geldschicken träumt, oder Sreykeo, die dem Zahlmeister sagt, sie glaube ihm? Mit diesem nagenden Zweifel ist alles Innige hier unterlegt.
Aber der deutsche Lebelump wird sich für seine Freundin auch dann noch einsetzen, als ihm klar ist, dass sie zu den HIV-Infizierten gehört. Das schildert "Same Same But Different" durchaus glaubhaft. Weniger glaubhaft gerät ihm Bens Leben zu Hause. Dessen Bruder bringt ihn mal so eben bei einem Magazin unter, das den Anfänger im Nu als Reporter zurück nach Asien schickt. War das wirklich mal so leicht? Zugrunde liegen dem Ganzen Erlebnisse des Autors Benjamin Prüfer.
Aber der Titel gibt eine asiatische Alltagsphrase wieder, eine Beteuerung, die Widersprüche kitten will. Jaja, alles sei so, wie man es wolle, nur eben anders - die trübe Brühe echter Scotch, das Ticktackblechle eine Rolex. Auch bei Bucks Film hat man das Gefühl, er drücke mal sehr gelungen, mal eher missraten - same same - aus, was er vermitteln möchte.
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