Wellant vermittelt ein "ganz neues Essgefühl"
Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 27.01.2010
Auf der Billigschiene können wir nur verlieren. Wir brauchen für unsere hochwertigen Produkte einen fairen Preis und dürfen uns nicht gegenseitig drücken", sagte der Vorsitzende des Erwerbsobstbaurings Waiblingen, Ernst Häcker, bei der Mitgliederversammlung. Aber die Kundschaft ist anspruchsvoll, der Markt verlangt Flexibilität, neue Ideen und immer neue Sorten. Unter dem Logo "Natur von hier" vermarkten die Erzeuger aus dem Kreis seit fünf Jahren ihre Produkte. Obstanbauberater des Landratsamts sind ihnen kompetente Ansprechpartner. Zwei Neue stellten sich bei der Mitgliederversammlung vor: Alexander Weißbarth, der gerade sein Studium abgeschlossen hat, und Ursula Coppola mit vielfältiger Berufs- und Aufgabenpraxis.
Coppola widmete sich in ihrem Lichtbildervortrag gleich den Trends und stellte neue Sorten vor, die dem aktuellen Geschmack der Verbraucher entgegen kommen und darüber hinaus resistent gegen Krankheiten und Schädlinge sind. So wird man künftig wohl öfter die Namen der Apfelsorten Mariac, Maribelle und Wellant hören. Letztgenannter vermittle ein "ganz neues Essgefühl", und der Mariac soll langfristig den Idared ersetzen.
"Ich bin hässlich, aber ich schmecke gut" - mit solch einem Schild könnte der Obstvermarkter den Korb mit der Birnen-Neuzüchtung Novembra versehen: "Die sieht zwar nicht gut aus, schmeckt aber hervorragend", sagte Ursula Coppola. Sie wolle die Mitgliedsbetriebe des Erwerbsobstbaurings nach und nach kennen lernen, versprach die Beraterin und versuchte dann, das Interesse auf ungewöhnliche Sorten zu lenken: "Bieten Sie ihren Kunden immer mal wieder etwas ganz Neues an, da sind die auch bereit, gute Preise zu zahlen." Der Klimawandel lasse künftig auch in hiesigen Breitengraden Exoten wachsen, so könne sie sich gut vorstellen, dass Avocados und Kakis künftig aus dem Remstal kommen. Oder wie wärs mit einer Himbrombeere mit Maulbeeraroma? "Man muss den Mut haben, umzustrukturieren und was zu wagen, die Marktnischen sind noch lange nicht besetzt", sagte Ursula Coppola. Außerdem müsse der Selbstvermarkter den Verbraucher erziehen, Obst und Nahrung mehr wertzuschätzen und damit höhere Preise zu akzeptieren.
Eine ähnliche Linie vertrat Hermann Meschenmoser vom Obstbau Lehr- und Versuchsbetrieb Augustenberg. Er stellte die Badische Anbauempfehlung für 2011/12 vor. "Als Direktvermarkter haben Sie andere Intentionen als jemand, der für den Großmarkt produziert", sagte er. So riet er bei Zwetschgen beispielsweise zu frühen Sorten: "Die bringen das Geld." Oder zu ungewöhnlichen Züchtungen, wie einer auch in reifem Zustand grasgrünen Zwetschgensorte. "Für Ausgefallenes ist der Verbraucher auch bereit, einen hohen Preis zu zahlen", sagt Meschenmoser.
Zur Erheiterung des Publikums stellte der Fachmann einige "exotische" Gerätschaften vor, mit denen man bei Obstbäumen einen zu starken Blütenansatz ausdünnen kann. Zwar sind diese Geräte nicht gerade billig und im Umgang gewöhnungsbedürftig, aber "wer seither chemisch ausdünnte, musste auch Geld in die Hand nehmen". A propos Hand: Wer geschickt sei, könne gleich beim Bäumeschneiden mit einem Handstreich ein Zuviel an Blütenknospen abstreifen, demonstrierte Meschenmoser an einem Kirschbaumast.
Coppola widmete sich in ihrem Lichtbildervortrag gleich den Trends und stellte neue Sorten vor, die dem aktuellen Geschmack der Verbraucher entgegen kommen und darüber hinaus resistent gegen Krankheiten und Schädlinge sind. So wird man künftig wohl öfter die Namen der Apfelsorten Mariac, Maribelle und Wellant hören. Letztgenannter vermittle ein "ganz neues Essgefühl", und der Mariac soll langfristig den Idared ersetzen.
"Ich bin hässlich, aber ich schmecke gut" - mit solch einem Schild könnte der Obstvermarkter den Korb mit der Birnen-Neuzüchtung Novembra versehen: "Die sieht zwar nicht gut aus, schmeckt aber hervorragend", sagte Ursula Coppola. Sie wolle die Mitgliedsbetriebe des Erwerbsobstbaurings nach und nach kennen lernen, versprach die Beraterin und versuchte dann, das Interesse auf ungewöhnliche Sorten zu lenken: "Bieten Sie ihren Kunden immer mal wieder etwas ganz Neues an, da sind die auch bereit, gute Preise zu zahlen." Der Klimawandel lasse künftig auch in hiesigen Breitengraden Exoten wachsen, so könne sie sich gut vorstellen, dass Avocados und Kakis künftig aus dem Remstal kommen. Oder wie wärs mit einer Himbrombeere mit Maulbeeraroma? "Man muss den Mut haben, umzustrukturieren und was zu wagen, die Marktnischen sind noch lange nicht besetzt", sagte Ursula Coppola. Außerdem müsse der Selbstvermarkter den Verbraucher erziehen, Obst und Nahrung mehr wertzuschätzen und damit höhere Preise zu akzeptieren.
Eine ähnliche Linie vertrat Hermann Meschenmoser vom Obstbau Lehr- und Versuchsbetrieb Augustenberg. Er stellte die Badische Anbauempfehlung für 2011/12 vor. "Als Direktvermarkter haben Sie andere Intentionen als jemand, der für den Großmarkt produziert", sagte er. So riet er bei Zwetschgen beispielsweise zu frühen Sorten: "Die bringen das Geld." Oder zu ungewöhnlichen Züchtungen, wie einer auch in reifem Zustand grasgrünen Zwetschgensorte. "Für Ausgefallenes ist der Verbraucher auch bereit, einen hohen Preis zu zahlen", sagt Meschenmoser.
Zur Erheiterung des Publikums stellte der Fachmann einige "exotische" Gerätschaften vor, mit denen man bei Obstbäumen einen zu starken Blütenansatz ausdünnen kann. Zwar sind diese Geräte nicht gerade billig und im Umgang gewöhnungsbedürftig, aber "wer seither chemisch ausdünnte, musste auch Geld in die Hand nehmen". A propos Hand: Wer geschickt sei, könne gleich beim Bäumeschneiden mit einem Handstreich ein Zuviel an Blütenknospen abstreifen, demonstrierte Meschenmoser an einem Kirschbaumast.
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