Die Affäre
Wilde Liebe ohne Grundlage
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 28.01.2010
Filmbeschreibung
Im ersten Moment ist da noch kalte soziale Distanz. Die Arztgattin Suzanne behandelt den spanischen Schwarzarbeiter Ivan, den ihr Mann Samuel angeheuert hat, wie eine missliebige Notwendigkeit. Aber schnell ändern sich die Blicke. Ivan ist anders als Suzannes smarter, herrschaftsgewohnter, geschmeidig-rücksichtsloser Ehemann, aber alles andere als ein dumpfer Tropf. Leidenschaft entbrennt.
Catherine Corsinis "Die Affäre" wäre schon dann eine Kinodelikatesse aus Frankreich, wenn nur die üblichen Krisen einer Dreiecksbeziehung geschildert würden. Weil Kristin Scott Thomas den plötzlichen Erlebnishunger, Sergio López den Stolz, das Misstrauen und die Furcht des Umworbenen und Yvan Attal den nagenden Hass des Verlassenen so frisch vor die Kamera bringen. Das lädt den Film mit einer Sinnlichkeit auf, die einer im französischen Kino zur Marotte gewordenen Kühle des Erzählens, den harschen Szenenübergängen etwa und dem Verzicht auf Musik, wieder den Sinn des starken Kontrasts gibt. Aber "Die Affäre" ist klüger und realistischer als der übliche Dreiecksfilm. Er macht den Klassenunterschied zum Thema statt zum Quell von Kolorit. Als Suzanne auszieht, sabotiert der einflussreiche Samuel ihr Leben, verhindert, dass sie und Ivan eine ökonomische Grundlage für ihre Liebe finden. Die Affäre wird zum unerbittlichen Sozialkampf, der bürgerliche Liebesbegriff als Ideal in der Zwangsjacke des Schicklichen vorgeführt: ein Armer hat einem Reichen nichts wegzunehmen.tkl
Catherine Corsinis "Die Affäre" wäre schon dann eine Kinodelikatesse aus Frankreich, wenn nur die üblichen Krisen einer Dreiecksbeziehung geschildert würden. Weil Kristin Scott Thomas den plötzlichen Erlebnishunger, Sergio López den Stolz, das Misstrauen und die Furcht des Umworbenen und Yvan Attal den nagenden Hass des Verlassenen so frisch vor die Kamera bringen. Das lädt den Film mit einer Sinnlichkeit auf, die einer im französischen Kino zur Marotte gewordenen Kühle des Erzählens, den harschen Szenenübergängen etwa und dem Verzicht auf Musik, wieder den Sinn des starken Kontrasts gibt. Aber "Die Affäre" ist klüger und realistischer als der übliche Dreiecksfilm. Er macht den Klassenunterschied zum Thema statt zum Quell von Kolorit. Als Suzanne auszieht, sabotiert der einflussreiche Samuel ihr Leben, verhindert, dass sie und Ivan eine ökonomische Grundlage für ihre Liebe finden. Die Affäre wird zum unerbittlichen Sozialkampf, der bürgerliche Liebesbegriff als Ideal in der Zwangsjacke des Schicklichen vorgeführt: ein Armer hat einem Reichen nichts wegzunehmen.tkl
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