Zeitreise ins Jahr 2019

Virtuell im ICE von Ulm nach Stuttgart

dpa, veröffentlicht am 04.02.2010
Foto: Bahn

Stuttgart - Internetnutzer können einen Blick auf die geplante Bahnstrecke von Stuttgart nach Ulm werfen. In rund fünf Minuten zeigt der Clip eine ICE-Fahrt im Jahr 2019. Der Zuschauer bekommt dabei Informationen zu Tunneln, Bahnhöfen, Strecke und Zuggeschwindigkeit.



Das Video wurde zum Baustart des Bahnprojekts Stuttgart 21 am Dienstag zum ersten Mal präsentiert und soll nun wegen der großen Nachfrage einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, teilte das Sprecherbüro Stuttgart 21 am Donnerstag mit. Am Mittag hatten knapp 900 Neugierige den Clip auf Youtube geladen. Die Kommentare dort waren positiv, obwohl das Projekt seit Jahren heftig kritisiert wird.

www.youtube.com/user/SprecherbueroS21

 
 

 
Kommentare
Sylvia Heimsch,
07.02.2010 14:51
Wie kann OB Schuster von einem "Grünen Projekt" sprechen, wenn BUND, Grüne, Robbin Wood, Greenpeace,... dagegen sind?

Wieso soll ein Bahnhof, der statt 16 nur noch 8 Gleise aufweist und keinerlei Güterverkehr abfertigen kann, die Wirtschaft stärken?

Wieso sollte die Bebauung des Gleisvorfeldes langfristig Arbeitsplätze sichern? Allein der Bau von Büros und Wohnungen mit Hilfe von Billiglöhnern aus Osteuropa bringt noch keine Arbeitsplätze. Firmen und Bürger geben für den Umzug in das neue Quartier alte Büros und Wohnungen auf.

Es könnte schon seit 10 Jahren auf dem Areal an der Heilbronner Straße rund um die einsam und allein dort stehende Stadtbücherei gebaut werden - tut aber keiner!!!

Aufträge für die "heimische" Wirtschaft :
Die derzeit schon tätige ARGE, welche das Gleisvorfeld umbaut, sitzt zur Hälfte in der Schweiz: Die Firma aus Mühlacker verlegte ihren Firmensitz kurzfristig dorthin. Die Dresdener Fima hat den Sitz in der Schweiz. Dann gibt es noch eine Firma aus München und eine aus Eisenach.

Sämtliche Umfragen, die Unterschriftenliste (61.000) und das Wahlergebnis im September 2009 verdeutlichen eine Ablehnung von rund 70% in der Stuttgarter Bevölkerung.

Die Haushaltslage in Stuttgart wird sich durch S21 nicht wesentlich verbessern -
Alle Mehrkosten ab 4.5 MILLIARDEN (und diese Zahl ist schöngerechnet) bleiben an den Stuttgartern hängen. dazu kommen noch 131 MIO für die Verlegung der Haltestelle Staatsgalerie und weitere MIO für die Gestaltung des Umfeldes rund um den Neubau. Auch die U6 muss noch verlegt werden......usw.

Sämtliche Politiker und Bahnchefs, die alle diese Entscheidungen getroffen haben und treffen, sind nach kurzer Zeit aus dem Amt und tragen keine wirkliche Verantwortung für ihre Taten. Die Bürger aber sind immer mit dem Ergebnis konfrontiert. Deshalb wollen wir nun endlich selbst direkt befragt werden und entscheiden!!!

Sylvia Heimsch,
07.02.2010 14:43
288 Bäume durch Stuttgart 21 bedroht!
Stuttgarter Schloßgarten retten mit Eintrag auf www.parkschuetzer.de
Schon über 5.200 Parkschützer!!!
Peter Gierhardt,
05.02.2010 12:19
Schöne neue Welt.
Auf den ersten Blick: Geiles Video!
Auf den zweiten Blick: naja…
Ich habe mal dieses Filmchen um unterschlagende Sequenzen erweitert:

Der dargestellte Triebzug (ICE3) ist zum Zeitpunkt (ca. 2030) 14 nach der Eröffnung der NBS Ulm-Stuttgart schon völlig überaltert. Dessen Triebfahrzeugführer wird bei Ankunft in Ulm schon ziemlich genervt sein wegen der vielen LAs (Langsamfahrstellen), die notwendig geworden sind, weil der Bahn durch die explodierenden Kosten bei S21 die Knete fehlt, auf der Strecke Ulm-München seit jahrzehnten notwendige Sanierungen vorzunehmen.
Schön auch am Anfang des Videos in der Vogelschau zu sehen: Wie ein mahnendes Menetekel blinkt da die Strecke Friedrichshafen-Ulm auf, die immer noch auf eine Elektrifierung wartet. Die Kamera fährt nun im Sturzflug auf Ulm zu. Es werden Häuschen und Münster sichtbar. Aber: Huch! Auf einmal, beim Vorbeiflug am Münster verschwinden die Häuser und nur die flachen Strassen bleiben zu sehen! Allienangriff oder, da das Münster stehenblieb, die Strafe Gottes für Ulm weil Ob Gönner sich seinerzeit so für S-21einsetzte?
Uff, das ging noch mal gut, wenigstens der Bahnhof blieb auch stehen und so fährt die Kamera jetzt auf unseren Museums-ICE zu. Nun denn, der Triebfahrzeugführer atmet auch auf, das Signal leuchtet nun grün und er darf auf den nächsten 40 km dem Affen Zucker geben. Wusch! geht es in den Tunnel heinein und Wusch! wieder hinaus. Wusch!Wusch!Wusch! haben wir die Alb durchstossen und fliegen über die Fildern hinweg, Neben uns der ICE3-Methusalem, der sein bestes gegeben hat. Kunststück: Die Steigung von Ulm zum Brechpunkt auf der Alb, der noch 200 m höher liegt als der der ollen Geislinger Steige, ist moderat und das anschliessende Gefälle sehr steil, da kann der ICE-Greis noch einmal zeigen, was er drauf hat. Mit Bangen denkt unser Triebfahrzeugführer an die Rückfahrt, wenn seine alte Gurke wegen der steilen Auffahrt (bis zu 3 %, Geislinger Steige 2,45%!) sich mit nur 200 km/h zum Brechpunkt hochächzt, schlimmer noch, wenn er am Hinterteil eines dieser "modernen Leichtgüterzüge" (Originalzitat Heimerl) schnüffeln muss, welche ja natürlich in Wirklichkeit die auch heute (2010) üblichen schweren Güterzüge sind, die ein Taurus auch nur mit max. 40 km/h die Tunnelsteige hochschleppen kann. Schiebeloks gibt's da keine, da man sich deren "Parkplätze" gespart hatte.
Unser ICE unterfährt nun die Einflugschneise des Flughafens. Justament landet gerade ein A 380, die gleich wieder aus dem Bild verschwindet. 2010 durfte der da noch nicht landen aber es gibt ja offensichtlich für jeden sicherheitgefährdenden Sparvorschlag eine Ausnahmegenehmigung (Siehe Stuttgart 21). Eigentlich müsste der Triebfahrzeugführer schon längst den Bremsvorgang eingeleitet haben, da er ja im Haltepunkt 30 m unter dem Messevorplatz einen Halt einlegen muss und der Abzweig dazu nur für 80 km/h zugelassen ist. Aber er rast unvermittelt in den Tunnelmund. Währenddessen steigt die Kamera hoch in die Lüfte, sodass Landebahnen, Flughafen und Messe zu sehen sind. Ein kleiner Punkt bewegt sich auf der Oberfläche, wo auf der gedachten unterirdischen Stecke unser ICE herumdüst. Aber Huch? Wo ist der A 380 geblieben? Und die anderen Flugzeuge, die auf einem Flughafen herumstehen müssten? Neutronenbombe geplatzt?
Das kann unseren Triebfahrzeugführer 30 m unter dem Meerespiel nicht erschüttern. Er ist zwar noch ein bisschen blass um die Nase und sein Herz schlägt wie wild. Gerade noch so eben, hat er seine Weisswurst zum stehen gebracht. Jetzt formuliert er schon in Gedanken den Bericht, in dem er erklären muss, wie es zu den vielen Flachstellen in den Laufflächen der Räder seines ICEs gekommen ist. Drinnen wischen sich Fahrgäste den Kaffe vom Revers, die diesen nicht nur bestellt, sondern gnädigerweise auch erhalten hatten. Fahrgäste helfen anderem Beförderungsgut wieder auf die Beine, die es durch dieses Bremsmanöver, nervös auf den knappen Ausstieg wartent (schaffe ich es diesmal in der kanppen Zeit rauszukommen, oder erst in Mannheim?), längs durch den Waggon gefegt hatte.
Inzwischen hat unser Triebfahrzeugführer wieder beschleunigt und rattert (Flachstellen!) durch den Filderaufstiegtunnel hinunter ins Nesenbachtal. Scheissegal, denkt er, nachher kommt ja eh die 50 Jahre alte NBS Stuttgart-Mannheim mit jeder Menge weiteren LAs auf den morschen Talbrücken, für deren Sanierung kein Geld da ist. Gar nicht zu reden von Mannheim-Frankfurt. Dann das Scheisskopfmachen am Frankfurter Flughafen. Ab Frankfurt Hbf das Gegurke südlich um Frankfurt herum, obwohl man nach Norden will, das liebliche Kinzigtal (Fulda Gap) bevor es dann auf die NBS (genauso oll wie NBD Mannheim-Stuttgart) geht, alles voll mit LAs. Man könnte das auch L(ma)A nennen denkt er und fängt plötzlich an zu lächeln und legt sich sein Hany zurecht. Genau! Am Frankfurter Flughafen mach ich mich vom Acker und nimm den Flieger, egal wo hin, wo es nur keine Eisenbahnen gibt! Vorher ruf ich noch mein Gute an, wenn ich hier aus dem Loch raus bin, die schafft es noch bis dahin. Soll aber bloss mit dem Auto kommen.
Au Scheisse! Schon wieder verpennt. Die Kamera zeigt, wie das Altertumsrelikt ICE full speed in die neue, noch weiss erstrahlende Untergrundstation schiesst und nahezu abrupt zum Stehen kommt. Neue Flachstellen gesellen sich zu den alten.
Die Türen öffenen sich quälend langsam und teilweise kaffebeschmutze Beförderungsfälle quellen auf den Bahnsteig und prallen auf die schon ungeduldig wartenden Einstiegswilligen. Der Triebfahrzeugführer hat die Blässe im Gesicht nun durch ein breites Grinsen ersetzt. Jetzt kratzt ihn nix mehr. Als er aus dem Seitenfenster schaut, sieht er Bautätigkeiten an den Seitenwänden der U-Bahnstation, die nach Gleiserweiterungen aussehen. So kurz nach der Eröffnung? schüttelt er den Kopf. Nach zwei Minuten macht es piiiep, piiiep, piiiep, piiiep und wie von einer übermächtigen Monsterhand geschoben schliessen sich die Türen unerbittlich wie die Mühlen Gottes (Hihi, denkt der Triebfahrzeugführer, Mühle ist gut! Aber nicht Gottes…). Zurück bleiben wütend an die Waggontüren hämmernde Beförderungswillige. An den Rand gedrängt eine ältere Dame, die ausser sich zeterundmordioschreiend ihren Gehstock schwingt.
Tscha, Omma! denkt der Triebfahrzeugführer, das ist die moderne Bahn. Mehr als 2 Minuten Halt in diesem Flaschenhalsbahnhof sind einfach nicht drin. Musste halt fixer sein!
Vergnüglich vor sich hinpfeifend schiebt er vorsichtig (Bloss jetzt nicht noch einen Achsenbruch vor Frankfurt Aiport) seinen Joystick nach vorn und ratternd beschleunigt der ICE in Richtung neue Abenteuer.

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