Zentralrat der Juden

Knobloch tritt nicht mehr an

dpa, veröffentlicht am 07.02.2010
Foto: dpa
Foto: dpa

Frankfurt/Main - Der Zentralrat der Juden in Deutschland steht vor einer historischen Zäsur. Präsidentin Charlotte Knobloch erklärte in Frankfurt, sie werde bei der Neuwahl im November nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stehen und so "bewusst einen Generationenwechsel herbeiführen".

Damit wird der Zentralrat aller Voraussicht nach künftig erstmals von einer Person geführt, die den Massenmord an den europäischen Juden nicht mehr selbst miterlebt hat. Als Knobloch-Nachfolger wird der bisherige Zentralrats-Vizepräsident Dieter Graumann gehandelt.

Die 77-jährige Knobloch hatte sich bei einer Sitzung des Direktoriums vor Vertretern der Landesverbände und der großen Gemeinden zu ihrer Zukunft geäußert. Dem Gremium gehören 34 Mitglieder an. Knobloch wurde nachgesagt, dass sie im engeren Führungskreis des Verbandes keinen Rückhalt mehr hat. Sie war nach dem Tod von Paul Spiegel im Juni 2006 an die Spitze gerückt. Wenn sie im November aufhört, hat sie die kürzeste Amtszeit aller Zentralrats- Präsidenten hinter sich.

Anders als Knobloch gehört der 1950 geborene Frankfurter Unternehmer Graumann der Generation an, die den Massenmord an den europäischen Juden nicht mehr selbst erlebt hat. Graumann wollte zu der Personalentscheidung keine Stellungnahme abgeben. Unter dem Dach des Zentralrates sind 23 Landesverbände mit insgesamt 107 jüdischen Gemeinden und rund 106 000 Mitgliedern organisiert.

Knobloch sagte in ihrer kurzen Stellungnahme weiter, das Präsidium und das Direktorium hätten ihr "das volle und uneingeschränkte Vertrauen" ausgesprochen. Zuvor war spekuliert worden, dass Knobloch auf Druck aus den Gremien ihr Amt vorzeitig aufgeben würde. Um Details der Bekanntgabe der Personalentscheidung war länger gerungen worden. Eine angekündigte Erklärung ließ das Direktorium mehrere Male verschieben. "Wir müssen noch einen Satz ändern. Das ist eine schwere Geburt", sagte der Generalsekretär des Zentralrates, Stephan Kramer.

Knobloch leitet seit 1985 die israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern. Bei öffentlichen Auftritten hat sie immer wieder von ihren Erlebnissen in der NS-Zeit berichtet. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst, bezeichnete im Sender NDR Info die Diskussion im Vorfeld über einen möglichen Rücktritt Knoblochs als unnötig. Das schade nur der Sache.
 

Apple

Steve Jobs stellt iPad 2 selbst vor

Würde er auftreten oder nicht? „18.57 Uhr, Steve Jobs ist bisher nicht zu sehen“, lautet die Nachricht auf Applenews.de.mehr

Vor dem Spiel gegen Schalke

Cacau bricht Training ab

Können die Spieler des VfB Stuttgart nach dem zweiten Auswärtssieg gegen Eintracht Frankfurt (2:0) auch Schalke 04 bezwingen? mehr
Anzeigen

Anzeige

Stuttgart 21
Alle Infos zum Bahnprojekt
Stuttgart 21 finden Sie hier »
Aktuelle Videos


Nachrichten-Ticker
19:53 Goldene Palme für Michael Haneke »
19:51 THW Kiel zum dritten Mal Champions-League-Sieger »
19:42 17 Verletzte bei Hausbrand in Paris »
19:41 Brüderle: "Autofahrer sind nicht die Melkkuh der Nation" »
18:57 Deutsche Lagen-Staffel der Frauen Europameister »
1  2  3  4  5  6  7    weiter
Anzeige

Ausgewählte Adressen

Sie suchen eine neues Zuhause?

Wir haben Sie alle! Mieten oder kaufen, Wohnung oder Haus. In Baden-Württembergs bedeutendstem Immobilienmarkt finden Sie Angebote aus Stuttgart, der Region und dem Rest der Republik.
zur Immobiliensuche
Veranstaltungen

27.05. | Bis 30. September: Jubiläumsausstellung im Museum Ritter

Kunst mit Schokolade

Schokoladenausstellung zum Geburtstag mehr
Finden Sie
Heute können Sie aus 327 Veranstaltungsterminen auswählen
StZ digital
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten

Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.
Abonnement-Prämien
Werben Sie einen Freund als Abonnent der Stuttgarter Zeitung. Für jede Empfehlung erhalten Sie eine Prämie aus unserem Shop.