Max Manus

Wer zahlt den Preis des Widerstands?

Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 11.02.2010
Filmbeschreibung
Den Norwegern ist er lieb und wert: Max Manus (1914-1996), während des Zweiten Weltkriegs ein waghalsiger Widerstandskämpfer gegen die deutschen Besatzer, verkörpert jene Unbeugsamkeit, an der nachträglich jeder gerne teilgehabt hätte. "Max Manus", ein Spielfilm des Regieduos Joachim Rønning und Espen Sandberg, zeigt die von Aksel Hennie gespielte Titelfigur zunächst als unbezwingbaren Draufgänger. Von norwegischer Polizei und Gestapo gestellt, springt Max aus dem Fenster, verletzt sich schwer und kann doch aus dem Krankenhaus fliehen.

Aber auch wenn hier mit viel Lust an Spannungsmomenten Sabotageaktionen inszeniert werden, auch wenn die gut aussehenden Widerständler wie Models eines kollektiven Wunschtraums wirken: dieser in Norwegen höchst erfolgreiche Film formuliert zunehmend Zweifel. Manus selbst kann den Deutschen zwar immer wieder entkommen, aber als Vergeltung für seine Aktionen werden Unschuldige hingerichtet. Wer in Verdacht steht, Informationen über ihn liefern zu können, muss mit Haft, Folter, Ermordung rechnen. Daher fragen sich Max Manus und der Film, ob der Wagemutige auch den Einsatz des Lebens für alle anderen festlegen darf.
 


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