VfB Stuttgart

Die Roten stapeln weiter tief

Von Julia Rapp, veröffentlicht am 12.02.2010
Foto: Baumann

Stuttgart - Wenn an diesem Samstag der Tabellenvierte aus Hamburg zu Gast in der Mercedes-Benz-Arena ist, sind die Rollen für VfB-Trainer Christian Gross klar verteilt. "Der HSV ist der Favorit", sagt er. Die Roten fühlen sich wohl in ihrer Rolle als Außenseiter.

Das Heimspiel gegen den Hamburger SV an diesem Samstag (15.30 Uhr, live auf Sky und Liga Total) ist für den VfB Stuttgart eine Riesenchance. Es ist die Chance, einen großen Satz nach vorne zu machen. Mit einem Sieg gegen den Tabellenvierten (36 Punkte) wäre der Tabellenzehnte (28) nur noch fünf Punkte vom ersten Europa-Liga-Platz entfernt. Bestenfalls wäre der VfB dann sogar schon Siebter. Und der Abstand zum Relegationsplatz 16 könnte sich sogar auf 17 Punkte vergrößern.

Der Februar wird für die Roten immer mehr zum Monat der Wahrheit. In den vier Wochen des kürzesten Monats des Jahres könnte der VfB viel von dem wieder gutmachen, was in der Vorrunde schiefgelaufen war. Nach dem Spiel gegen den HSV muss die Gross-Elf in Köln ran (20. 2.), danach zu Hause gegen Frankfurt (27. 2.) - und dazwischen liegt auch noch der Champions-League-Leckerbissen gegen den FC Barcelona (23. 2.). Wenn alles gut läuft, ist das Thema Abstieg noch in diesem Monat zumindest theoretisch vom Tisch.

Statt aber nun von der Europa-Liga zu träumen, geht beim VfB die Tiefstapelei weiter. "Wir dürfen uns keine Auszeit erlauben, der HSV wird uns alles abverlangen", mahnte Gross auch am Donnerstag. Davon, neue Saisonziele auszugeben, ist man meilenweit entfernt. Manager Horst Heldt sieht jedenfalls "keine Notwendigkeit", vom Saisonziel Klassenverbleib abzurücken. "Wir sind damit bislang gut gefahren. Warum also sollten wir unsere Vorgaben nun ändern?", fragt er. Der VfB scheint sich in der Außenseiterrolle zu gefallen. Das sieht auch Gross so: "Ich wurde verpflichtet, um alles dafür zu tun, den VfB vor dem Abstieg zu bewahren", sagte er. Erst wenn er diese Mission erledigt hätte, könne man über neue Zielvorgaben nachdenken.

Ein Ziel hat Gross aber bereits erreicht: Das Torverhältnis (26:26) ist nicht mehr negativ. "Vor dem Trainerwechsel hatten wir ein Torverhältnis von minus neun, jetzt ist es zumindest ausgeglichen, das ist doch erfreulich", sagte der Coach. Doch wer Christian Gross kennt, der weiß: Es kann immer noch besser werden. Und das muss es auch.

Die Rollen für das Spiel am Samstag hat Gross schon verteilt. Siegesserie hin oder her. "Wir wollen gewinnen, klar, aber der HSV ist der klare Favorit", sagt er. "Er stand in dieser Saison immer unter den besten fünf der Liga."
 

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