Mailand lässt sich in keine feste Form pressen. Milano ist Mode, Musik, Design, Shopping, Business, Sport, Kunst und Kultur, Gossip und Jetset, Understatement und Internationalität. Mailand lebt seine Geschichte und erfindet sich dennoch jeden Tag neu. Straßen und Plätze sind wie ein Laufsteg. Trend-Scouting live. Der Dom, die Scala, das Castello Sforzesco, der Palazzo Reale und die vielen Museen, Kirchen und Basiliken sind gelebter Geschichts- und Kunstunterricht.
Nach Weihnachten fällt die elegante Millionenstadt für rund sechs Wochen in eine wohltuende Lethargie. Dann gehört sie fast ausschließlich den Mailändern und den Studenten, die die zahlreichen Universitäten und Hochschulen der Stadt besuchen. Dichter Nebel ist um diese Jahreszeit keine Seltenheit, Smog die üble Konsequenz. Vor 100 Jahren ist hier Alfa Romeo gegründet worden. Italiener lieben ihr Auto, auch für kurze Wege. Dabei hat Mailand eine gut ausgebaute und benutzerfreundliche Metro, viele Buslinien und eine großzügige Fußgängerzone.
Für Fashionists ist Mailand ein Must. Kein Modelabel, das hier nicht mit einer Boutique oder einem Flagship-Store vertreten wäre. Schon die Schaufenster in der Via della Spiga und Via Monte Napoleone sind eine Augenweide, abgesehen von den Preisen. "Ganz auf Mode eingestellt" – rund um die Uhr, in Mailand ist das nicht schwer: Zum Frühstück ins gerade neu eröffnete Armani-Caffè (Via Manzoni/Modeviertel), ein Espresso in der Gucci-Bar in der vornehmen Galleria Vittorio Emanuele beim Dom, zum Mittagesssen bei Trussardi gleich neben der Scala (zwei Michelin-Sterne), der Aperitif wird in der Lounge oder dem herrlichen Garten im weltweit ersten Bulgari-Hotel hinter der Kunstakademie Brera eingenommen.
Am Abend ist ein Tisch im Ristorante Gold von Dolce&Gabbana reserviert, oder man schaut im Circle in der Zona Tortona vorbei. Dort hat Renzo Rosso (Chef von Diesel-Jeans) sein erstes Restaurant eröffnet. Im Cavalli Club im Torre Branca klingt der Abend – nach Mitternacht – aus; mit einem herrlichen Blick auf die City und angesagter Disco-Musik. Typisch Roberto Cavalli eben. Die ersten Gäste checken jetzt zur Modewoche im Maison Moschino ein, dem ersten Design-Hotel des Modelabels. Und 2011 will dann auch Giorgio Armani sein Hotel in Mailand eröffnen, die Bauarbeiten sind in vollem Gang. Aufgepasst: Diese Fashion-Tour ist absolut nichts für Schnäppchen-Jäger. Sie sollten sich eher im Kaufhaus La Rinascente (Corso Vittorio Emanuele) umschauen und von dessen bewirtschafteter Dachterrasse den (kostenlosen) Blick auf die filigranen Figuren des Doms genießen, mit der Metro in den Corso Buenos Aires, die große Fashion-Meile mit ihren Big Stores und Low Prices, fahren oder Anfang Januar/Anfang Juli zum Schlussverkauf (Saldi) wiederkommen.
Mailand hat viele berühmte Söhne. Sie prägen das soziale und kulturelle Leben der Millionenstadt. Das Kanalsystem in den Navigli geht auf Leonardo da Vinci zurück. Hier wird Mailand zu Klein Venedig, Hausboote zu schwimmenden Bars mit Live-Musik. In vielen kleinen, urigen Ristoranti und Pizzerien trifft sich abends ein junges Publikum. Campus-Atmosphäre. Dem Künstlerviertel Brera mit seinen romantischen Restaurants und intellektuellen Bars geben nach Einbruch der Dunkelheit Kartenleser magisches Flair. Verliebte Paare schauen gerne in die Glaskugel.
Mailands Nächte sind lang und alles andere als langweilig. Dafür sorgen die 175 Discotheken, die allein am Wochenende regelmäßig rund 400.000 Menschen anziehen. Allen voran das Old Fashion in unmittelbarer Nähe zur Triennale und zum Cavalli Club oder die Discothek Hollywood, wo angesagte DJs den Sound bestimmen und Fußballstar David Beckham zu den Gästen zählt. Allerdings erst nach 24 Uhr. Davor trifft sich das Mailänder Party-Volk beim Aperitif. Eine Institution. Ab 18 Uhr werden die Tresen z. B. in den Caffè-Bars Radetzky, im Jamaica in der Brera oder im Fashion Café gegenüber der Kirche San Marco zu reichhaltigen kalt-warmen Büfetts. Wer will, der kann bei der Happy Hour mit einem Cocktail und vielen Stuzzichini (kleinen Häppchen) den kleinen Hunger stillen und sich Tipps holen, was die Party-Szene wo zu fortgeschrittener Stunde bietet. An Angeboten mangelt es nicht, Mailand zieht Musik-Stars und DJs aus aller Welt an. Auch aus der Jazz-Szene, die sich im Blue Note verabredet.
Die Stadt lanciert Trends – nicht nur in der Mode. Beispiel: Corso Como 10 – chic und cool. Der gesamte Straßenzug Corso Como ist "Movida" pur. Bei der Möbelmesse Salone del Mobile Mitte April ist der Fuori-Salone, eine Art Parallelveranstaltung Kult. Alte Fabrikhallen, stillgelegte Werkstätten und vergessene Hinterhöfe werden auf Zeit zu Design-Shops, Showrooms und Temporary Stores. Rund um die Uhr.
Nach einer Nacht in Mailand ist klar, dass 24 Stunden nicht genügen, um einer Metropole mit so vielen Facetten gerecht zu werden. Für ein Gelato (Eis) bleibt aber vor der 36-minütigen Fahrt mit dem Malpensa Express von der Stazione Cadorna hinaus zum Flughafen Malpensa noch Zeit. Mmmh!
Mailand
Anreise
Mailand hat zwei Flughäfen – Malpensa und Linate. Lufthansa und Airberlin fliegen regelmäßig von Stuttgart direkt nach Malpensa. Der Flughafen ist im Halbstundentakt durch die S-Bahn Malpensa-Express mit dem Stadtbahnhof Cadorna verbunden. Ein Bus-Shuttle fährt regelmäßig zum Hauptbahnhof von Mailand (Stazione Centrale).
Alitalia fliegt mit Zwischenstopp von Stuttgart nach Linate. Bus-Shuttle zur Stazione Centrale.
In Orio al Serio (Bergamo) landen Billigflieger. Die Entfernung nach Mailand beträgt rund 45 km, regelmäßige Bus-Shuttles Autostradale fahren direkt vor dem Flughafengebäude ab zum Hauptbahnhof. Alle Fahrten mit Bus oder S-Bahn kosten einfach zwischen 7 und 10 Euro.
Infos unter www.airberlin.com sowie auf www.lufthansa.de und orioaeroporto.it
Mit der Bahn dauert die Reise ab Stuttgart, Ulm oder Karlsruhe rund sieben Stunden. Umsteigen in Zürich oder Basel ist obligatorisch.
Preise
Espresso 0,90 Euro
Mittagessen mit 1 Getränk und 1 Espresso 10 bis 12 Euro
Pizza Margherita 5 Euro
Aufgepasst: Oft wird in Pizzerien und Restaurants eine Gebühr pro Gedeck in Rechnung gestellt (ab 2 Euro aufwärts).
Wetter
Januar und Februar sind die kältesten Monate, dann kann es nachts unter null Grad haben. Von März an hat die Sonne viel Kraft. Im Mai regnet es viel. Juni/Juli sind oft schon sehr heiß. Im August ist die Stadt menschenleer, viele Boutiquen und Lokale schließen, die Museen aber haben geöffnet. Von September bis in den November hinein sind die Temperaturen angenehm und die Abende wunderbar lau. Ideale Zeit für einen Mailandbesuch. Im Dezember erstrahlt die Stadt im Lichterglanz.
Unterkunft
In Mailand steht das einzige 7-Sterne-Hotel in Europa, es befindet sich in der berühmten Galleria Vittorio Emanuele, die den Domplatz mit dem Opernhaus Scala verbindet. www.townhousegalleria.it In der Stadt gibt es viele Business-Hotels, extravagante Design-Hotels siedeln sich in jüngster Zeit rund um den Dom an. Bed & Breakfast ist eine günstige Alternative. Achtung: Zu Messezeiten und speziell zur Möbelmesse verdoppeln die Hotels ihre Preise.
Auskünfte
ENIT, Italienische Zentrale für Tourismus, Telefon 069/2374 34, www.enit.it; Milano Tourist Information, Telefon 00 39 02 77 40 43 43, www.vistiamilano.it (auch auf englisch).
Nach Weihnachten fällt die elegante Millionenstadt für rund sechs Wochen in eine wohltuende Lethargie. Dann gehört sie fast ausschließlich den Mailändern und den Studenten, die die zahlreichen Universitäten und Hochschulen der Stadt besuchen. Dichter Nebel ist um diese Jahreszeit keine Seltenheit, Smog die üble Konsequenz. Vor 100 Jahren ist hier Alfa Romeo gegründet worden. Italiener lieben ihr Auto, auch für kurze Wege. Dabei hat Mailand eine gut ausgebaute und benutzerfreundliche Metro, viele Buslinien und eine großzügige Fußgängerzone.
Für Fashionists ist Mailand ein Must. Kein Modelabel, das hier nicht mit einer Boutique oder einem Flagship-Store vertreten wäre. Schon die Schaufenster in der Via della Spiga und Via Monte Napoleone sind eine Augenweide, abgesehen von den Preisen. "Ganz auf Mode eingestellt" – rund um die Uhr, in Mailand ist das nicht schwer: Zum Frühstück ins gerade neu eröffnete Armani-Caffè (Via Manzoni/Modeviertel), ein Espresso in der Gucci-Bar in der vornehmen Galleria Vittorio Emanuele beim Dom, zum Mittagesssen bei Trussardi gleich neben der Scala (zwei Michelin-Sterne), der Aperitif wird in der Lounge oder dem herrlichen Garten im weltweit ersten Bulgari-Hotel hinter der Kunstakademie Brera eingenommen.
Am Abend ist ein Tisch im Ristorante Gold von Dolce&Gabbana reserviert, oder man schaut im Circle in der Zona Tortona vorbei. Dort hat Renzo Rosso (Chef von Diesel-Jeans) sein erstes Restaurant eröffnet. Im Cavalli Club im Torre Branca klingt der Abend – nach Mitternacht – aus; mit einem herrlichen Blick auf die City und angesagter Disco-Musik. Typisch Roberto Cavalli eben. Die ersten Gäste checken jetzt zur Modewoche im Maison Moschino ein, dem ersten Design-Hotel des Modelabels. Und 2011 will dann auch Giorgio Armani sein Hotel in Mailand eröffnen, die Bauarbeiten sind in vollem Gang. Aufgepasst: Diese Fashion-Tour ist absolut nichts für Schnäppchen-Jäger. Sie sollten sich eher im Kaufhaus La Rinascente (Corso Vittorio Emanuele) umschauen und von dessen bewirtschafteter Dachterrasse den (kostenlosen) Blick auf die filigranen Figuren des Doms genießen, mit der Metro in den Corso Buenos Aires, die große Fashion-Meile mit ihren Big Stores und Low Prices, fahren oder Anfang Januar/Anfang Juli zum Schlussverkauf (Saldi) wiederkommen.
Mailand hat viele berühmte Söhne. Sie prägen das soziale und kulturelle Leben der Millionenstadt. Das Kanalsystem in den Navigli geht auf Leonardo da Vinci zurück. Hier wird Mailand zu Klein Venedig, Hausboote zu schwimmenden Bars mit Live-Musik. In vielen kleinen, urigen Ristoranti und Pizzerien trifft sich abends ein junges Publikum. Campus-Atmosphäre. Dem Künstlerviertel Brera mit seinen romantischen Restaurants und intellektuellen Bars geben nach Einbruch der Dunkelheit Kartenleser magisches Flair. Verliebte Paare schauen gerne in die Glaskugel.
Mailands Nächte sind lang und alles andere als langweilig. Dafür sorgen die 175 Discotheken, die allein am Wochenende regelmäßig rund 400.000 Menschen anziehen. Allen voran das Old Fashion in unmittelbarer Nähe zur Triennale und zum Cavalli Club oder die Discothek Hollywood, wo angesagte DJs den Sound bestimmen und Fußballstar David Beckham zu den Gästen zählt. Allerdings erst nach 24 Uhr. Davor trifft sich das Mailänder Party-Volk beim Aperitif. Eine Institution. Ab 18 Uhr werden die Tresen z. B. in den Caffè-Bars Radetzky, im Jamaica in der Brera oder im Fashion Café gegenüber der Kirche San Marco zu reichhaltigen kalt-warmen Büfetts. Wer will, der kann bei der Happy Hour mit einem Cocktail und vielen Stuzzichini (kleinen Häppchen) den kleinen Hunger stillen und sich Tipps holen, was die Party-Szene wo zu fortgeschrittener Stunde bietet. An Angeboten mangelt es nicht, Mailand zieht Musik-Stars und DJs aus aller Welt an. Auch aus der Jazz-Szene, die sich im Blue Note verabredet.
Die Stadt lanciert Trends – nicht nur in der Mode. Beispiel: Corso Como 10 – chic und cool. Der gesamte Straßenzug Corso Como ist "Movida" pur. Bei der Möbelmesse Salone del Mobile Mitte April ist der Fuori-Salone, eine Art Parallelveranstaltung Kult. Alte Fabrikhallen, stillgelegte Werkstätten und vergessene Hinterhöfe werden auf Zeit zu Design-Shops, Showrooms und Temporary Stores. Rund um die Uhr.
Nach einer Nacht in Mailand ist klar, dass 24 Stunden nicht genügen, um einer Metropole mit so vielen Facetten gerecht zu werden. Für ein Gelato (Eis) bleibt aber vor der 36-minütigen Fahrt mit dem Malpensa Express von der Stazione Cadorna hinaus zum Flughafen Malpensa noch Zeit. Mmmh!
Mailand
Anreise
Mailand hat zwei Flughäfen – Malpensa und Linate. Lufthansa und Airberlin fliegen regelmäßig von Stuttgart direkt nach Malpensa. Der Flughafen ist im Halbstundentakt durch die S-Bahn Malpensa-Express mit dem Stadtbahnhof Cadorna verbunden. Ein Bus-Shuttle fährt regelmäßig zum Hauptbahnhof von Mailand (Stazione Centrale).
Alitalia fliegt mit Zwischenstopp von Stuttgart nach Linate. Bus-Shuttle zur Stazione Centrale.
In Orio al Serio (Bergamo) landen Billigflieger. Die Entfernung nach Mailand beträgt rund 45 km, regelmäßige Bus-Shuttles Autostradale fahren direkt vor dem Flughafengebäude ab zum Hauptbahnhof. Alle Fahrten mit Bus oder S-Bahn kosten einfach zwischen 7 und 10 Euro.
Infos unter www.airberlin.com sowie auf www.lufthansa.de und orioaeroporto.it
Mit der Bahn dauert die Reise ab Stuttgart, Ulm oder Karlsruhe rund sieben Stunden. Umsteigen in Zürich oder Basel ist obligatorisch.
Preise
Espresso 0,90 Euro
Mittagessen mit 1 Getränk und 1 Espresso 10 bis 12 Euro
Pizza Margherita 5 Euro
Aufgepasst: Oft wird in Pizzerien und Restaurants eine Gebühr pro Gedeck in Rechnung gestellt (ab 2 Euro aufwärts).
Wetter
Januar und Februar sind die kältesten Monate, dann kann es nachts unter null Grad haben. Von März an hat die Sonne viel Kraft. Im Mai regnet es viel. Juni/Juli sind oft schon sehr heiß. Im August ist die Stadt menschenleer, viele Boutiquen und Lokale schließen, die Museen aber haben geöffnet. Von September bis in den November hinein sind die Temperaturen angenehm und die Abende wunderbar lau. Ideale Zeit für einen Mailandbesuch. Im Dezember erstrahlt die Stadt im Lichterglanz.
Unterkunft
In Mailand steht das einzige 7-Sterne-Hotel in Europa, es befindet sich in der berühmten Galleria Vittorio Emanuele, die den Domplatz mit dem Opernhaus Scala verbindet. www.townhousegalleria.it In der Stadt gibt es viele Business-Hotels, extravagante Design-Hotels siedeln sich in jüngster Zeit rund um den Dom an. Bed & Breakfast ist eine günstige Alternative. Achtung: Zu Messezeiten und speziell zur Möbelmesse verdoppeln die Hotels ihre Preise.
Auskünfte
ENIT, Italienische Zentrale für Tourismus, Telefon 069/2374 34, www.enit.it; Milano Tourist Information, Telefon 00 39 02 77 40 43 43, www.vistiamilano.it (auch auf englisch).
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