VfB Stuttgart
Der Gross-e Fehlgriff mit Delpierre
Gunter Barner, veröffentlicht am 15.02.2010
Stuttgart - Es war ja nicht so, dass der VfB Stuttgart schlecht gespielt hatte, aber ein paar Dinge sind schiefgelaufen beim 1:3 gegen den Hamburger SV. Und der neue Trainer Christian Gross erwischte nicht seinen besten Tag.
Es war die erste Pleite nach sechs Siegen. Davon geht die Welt nicht unter. Weil aber Niederlagen meist lehrreicher sind als Siege, liefert das 1:3 (0:1) gegen den Hamburger SV genügend Stoff, um das eine oder andere Thema zu diskutieren. Und wenn Gestik, Mimik und Tonlage des analysierenden VfB-Trainers seine Zuhörer nicht völlig in die Irre führten, dann war Christian Gross an diesem Tag ohnedies der härteste Kritiker seiner selbst. Unter den 41.500 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena hätte er wohl keinen gefunden, der ihn zum Personalwechsel im VfB-Abwehrzentrum beglückwünschen wollte. Denn Matthieu Delpierre spielte die Rolle des Abwehrchefs nach vierwöchiger Pause wegen eines Zehenbruchs wie ein verunsicherter Praktikant - bis die Reihe seiner kleineren Unzulänglichkeiten in einem Stellungsfehler gipfelte, der zum 1:0 (23.) des Hamburger SV führte. Delpierre und Serdar Tasci bildeten die Begleit-Eskorte des Schweden Marcus Berg auf dem Weg zum Tor, und auch bei der 90-Sekunden-Show des eingewechselten Ruud van Nistelrooy machten die zwei nicht den Eindruck, als hätten sie das Zeug, seine beiden Treffer zu verhindern.
Nun gehört Serdar Tasci nicht zu denen, die mit dem nackten Finger auf gut gekleidete Leute zeigen. Aber es gehört nicht viel Fanatasie dazu, um sich vorzustellen, dass der Nationalspieler wenig Freude daran hatte, dass Christian Gross ein in vier siegreichen Partien perfekt funktionierendes Abwehrduo auseinanderriss. Mit Tasci als linkem und Georg Niedermeier als rechtem Innenverteidiger stand der VfB gegen Wolfsburg, Freiburg, Dortmund und Nürnberg so sicher wie Fort Knox. Jetzt musste Tasci wieder nach rechts rücken und Platz machen für den Rückkehrer, der die Kapitänsbinde trägt, die er selbst so gerne übergestreift hätte.
Niemand wäre auf die Idee gekommen, den VfB-Coach zu kritisieren, hätte er auf den Fehlgriff mit Delpierre vorerst verzichtet. "Matthieu hat sich zu 100 Prozent fit gefühlt", sagte der Trainer, und aus seinem Gesicht sprach ein gewisses Unverständnis, "doch zwischen Training und Wettkampf ist eben ein Unterschied".
Und es war ja nicht nur so, dass Delpierre und sein Mitstreiter Mühe bei der Abwehrarbeit hatten, beide strahlten schon in der Spieleröffnung nicht die Dynamik aus, die das Team gegen einen starken Gegner so gut hätte gebrauchen können. So aber trugen die beiden zu einer Niederlage bei, die dem VfB bis auf weiteres jede Hoffnung raubt, noch an den internationalen Plätzen zu schnuppern.
Es war die erste Pleite nach sechs Siegen. Davon geht die Welt nicht unter. Weil aber Niederlagen meist lehrreicher sind als Siege, liefert das 1:3 (0:1) gegen den Hamburger SV genügend Stoff, um das eine oder andere Thema zu diskutieren. Und wenn Gestik, Mimik und Tonlage des analysierenden VfB-Trainers seine Zuhörer nicht völlig in die Irre führten, dann war Christian Gross an diesem Tag ohnedies der härteste Kritiker seiner selbst. Unter den 41.500 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena hätte er wohl keinen gefunden, der ihn zum Personalwechsel im VfB-Abwehrzentrum beglückwünschen wollte. Denn Matthieu Delpierre spielte die Rolle des Abwehrchefs nach vierwöchiger Pause wegen eines Zehenbruchs wie ein verunsicherter Praktikant - bis die Reihe seiner kleineren Unzulänglichkeiten in einem Stellungsfehler gipfelte, der zum 1:0 (23.) des Hamburger SV führte. Delpierre und Serdar Tasci bildeten die Begleit-Eskorte des Schweden Marcus Berg auf dem Weg zum Tor, und auch bei der 90-Sekunden-Show des eingewechselten Ruud van Nistelrooy machten die zwei nicht den Eindruck, als hätten sie das Zeug, seine beiden Treffer zu verhindern.
Nun gehört Serdar Tasci nicht zu denen, die mit dem nackten Finger auf gut gekleidete Leute zeigen. Aber es gehört nicht viel Fanatasie dazu, um sich vorzustellen, dass der Nationalspieler wenig Freude daran hatte, dass Christian Gross ein in vier siegreichen Partien perfekt funktionierendes Abwehrduo auseinanderriss. Mit Tasci als linkem und Georg Niedermeier als rechtem Innenverteidiger stand der VfB gegen Wolfsburg, Freiburg, Dortmund und Nürnberg so sicher wie Fort Knox. Jetzt musste Tasci wieder nach rechts rücken und Platz machen für den Rückkehrer, der die Kapitänsbinde trägt, die er selbst so gerne übergestreift hätte.
Niemand wäre auf die Idee gekommen, den VfB-Coach zu kritisieren, hätte er auf den Fehlgriff mit Delpierre vorerst verzichtet. "Matthieu hat sich zu 100 Prozent fit gefühlt", sagte der Trainer, und aus seinem Gesicht sprach ein gewisses Unverständnis, "doch zwischen Training und Wettkampf ist eben ein Unterschied".
Und es war ja nicht nur so, dass Delpierre und sein Mitstreiter Mühe bei der Abwehrarbeit hatten, beide strahlten schon in der Spieleröffnung nicht die Dynamik aus, die das Team gegen einen starken Gegner so gut hätte gebrauchen können. So aber trugen die beiden zu einer Niederlage bei, die dem VfB bis auf weiteres jede Hoffnung raubt, noch an den internationalen Plätzen zu schnuppern.
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