Küchenhersteller
Ganz Pfullendorf kämpft um Alno
Imelda Flaig, veröffentlicht am 15.02.2010
Pfullendorf - Bei den Menschen in Pfullendorf sind Wut und Enttäuschung mit Händen zu greifen. Zwei Wochen sind seit der Hiobsbotschaft vergangen. Doch der anfängliche Schock über den massiven Stellenabbau beim Küchenhersteller Alno ist dem Kampfgeist gewichen.
Es ist neblig. Der kalte Februarmorgen lädt nicht zum Verweilen ein. Dabei hat das Städtchen durchaus Charme - einen See, malerische Gassen, liebevoll renovierte Fachwerkhäuser, ein historisches Rathaus direkt am kleinen Marktplatz. Doch das trübe Wetter passt zur Stimmung in der Stadt. "Eine Katastrophe" nennt es einer, der auf dem Weg zum Gemüsehändler ist. 450 Arbeitsplätze sollen beim Küchenhersteller Alno gestrichen werden, bis 2013 soll nur noch eine Rumpfmannschaft von 200 bis 300 übrig bleiben. Derzeit arbeiten noch mehr als 850 Beschäftigte am Standort, teilt der Betriebsrat mit. "Bei den Zahlen kommt man sich vor wie bei einem Ratespiel", sagt der Pfullendorfer Betriebsratsvorsitzende Hermann Zweifel. Denn sie passten einfach nicht zusammen.
"Das geht einem persönlich an die Nieren": Bürgermeister Thomas Kugler hat die Nachricht von den Entlassungen genauso aus heiterem Himmel getroffen wie Betriebsrat und Mitarbeiter. Eigentlich müsste der Mann in Fasnetstimmung sein - die Stadt ist mit Bändeln dekoriert, das Programm der Narrenzunft Stegstrecker ist dicht gedrängt, und zum Umzug am Fasnetmontag werden 4000 Hästräger erwartet. Doch von unbeschwerter Fröhlichkeit kann keine Rede sein. "Die Kaltschnäuzigkeit und Art und Weise, wie hier mit Menschen umgesprungen wird, machen mich wütend", sagt Kugler. Wen er meint, ist klar: Alno-Chef Jörg Deisel. Der ziehe für Pfullendorf beim Umbau des Konzerns keine ehrliche Perspektive in Erwägung und lehne jegliche Kommunikation, jedes Hilfsangebot ab. "Es ist, als ob Sie gegen eine Betonwand laufen", schimpft der Schultes. Und dann fällt das Wort: Ohnmacht. Wenn das Gegenüber nicht zugänglich ist, gibt es kaum Spielraum.
Klein beigeben will in Pfullendorf aber niemand. "Klar waren wir auch bei der Protestaktion", sagt Regina Walch, eine Mitarbeiterin bei Jörgs Deko- und Geschenkeladen am Marktplatz. Heute vor einer Woche waren 2000 Bürger gegen den Jobabbau bei Alno auf die Straße gegangen. So viele sind es sonst nur an Fastnacht bzw. waren es, als der Pfullendorfer Schüler Daniel Schumacher - Star bei "Deutschland sucht den Superstar" - empfangen wurde.
Es ist neblig. Der kalte Februarmorgen lädt nicht zum Verweilen ein. Dabei hat das Städtchen durchaus Charme - einen See, malerische Gassen, liebevoll renovierte Fachwerkhäuser, ein historisches Rathaus direkt am kleinen Marktplatz. Doch das trübe Wetter passt zur Stimmung in der Stadt. "Eine Katastrophe" nennt es einer, der auf dem Weg zum Gemüsehändler ist. 450 Arbeitsplätze sollen beim Küchenhersteller Alno gestrichen werden, bis 2013 soll nur noch eine Rumpfmannschaft von 200 bis 300 übrig bleiben. Derzeit arbeiten noch mehr als 850 Beschäftigte am Standort, teilt der Betriebsrat mit. "Bei den Zahlen kommt man sich vor wie bei einem Ratespiel", sagt der Pfullendorfer Betriebsratsvorsitzende Hermann Zweifel. Denn sie passten einfach nicht zusammen.
"Das geht einem persönlich an die Nieren": Bürgermeister Thomas Kugler hat die Nachricht von den Entlassungen genauso aus heiterem Himmel getroffen wie Betriebsrat und Mitarbeiter. Eigentlich müsste der Mann in Fasnetstimmung sein - die Stadt ist mit Bändeln dekoriert, das Programm der Narrenzunft Stegstrecker ist dicht gedrängt, und zum Umzug am Fasnetmontag werden 4000 Hästräger erwartet. Doch von unbeschwerter Fröhlichkeit kann keine Rede sein. "Die Kaltschnäuzigkeit und Art und Weise, wie hier mit Menschen umgesprungen wird, machen mich wütend", sagt Kugler. Wen er meint, ist klar: Alno-Chef Jörg Deisel. Der ziehe für Pfullendorf beim Umbau des Konzerns keine ehrliche Perspektive in Erwägung und lehne jegliche Kommunikation, jedes Hilfsangebot ab. "Es ist, als ob Sie gegen eine Betonwand laufen", schimpft der Schultes. Und dann fällt das Wort: Ohnmacht. Wenn das Gegenüber nicht zugänglich ist, gibt es kaum Spielraum.
Klein beigeben will in Pfullendorf aber niemand. "Klar waren wir auch bei der Protestaktion", sagt Regina Walch, eine Mitarbeiterin bei Jörgs Deko- und Geschenkeladen am Marktplatz. Heute vor einer Woche waren 2000 Bürger gegen den Jobabbau bei Alno auf die Straße gegangen. So viele sind es sonst nur an Fastnacht bzw. waren es, als der Pfullendorfer Schüler Daniel Schumacher - Star bei "Deutschland sucht den Superstar" - empfangen wurde.
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