17.000 Studenten befragt Viel Kritik am Bachelor
Marcus Sander, veröffentlicht am 16.02.2010
Berlin - Die Bachelorstudenten an deutschen Hochschulen sehen sich gravierenden praktischen Problemen gegenüber. Sie bewerten die im Zuge der Bologna-Reform vorgenommene Einführung der neuen Studiengänge skeptisch. Die Studenten fordern neben besseren Arbeitsmarktchancen vor allem mehr Transparenz, kleinere Seminare, individuelle Betreuung und einen stärkeren Praxisbezug ihres Studiums. Dies geht aus der Untersuchung "Bachelorstudierende" hervor, die das Bundesforschungsministerium am Dienstag präsentiert hat. Für die Untersuchung wurden zwischen 2006 und 2008 mehr als 17.000 Studenten befragt.
Drei Viertel der Bachelorstudenten finden die neue Studienstruktur zwar im Prinzip sinnvoll, allerdings hält nur gut die Hälfte der Befragten (53 Prozent) den dreijährigen Bachelor für vernünftig. Das liegt daran, dass die meisten jungen Leute sich vom Studium nicht nur bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sondern zugleich eine fundierte Allgemeinbildung erhoffen. Mit dem Argument, der Bachelor führe zur Verschulung und Verflachung, hatten Studenten bundesweit protestiert.
Den meisten Bachelorstudenten sind eine gute Note und ein schneller Abschluss besonders wichtig. 42 Prozent der Befragten aber klagen, dass der Bachelor nicht klar genug gegliedert sei, und zwei Drittel sehen sich mit hohen Leistungsanforderungen konfrontiert. Für eigenständiges Forschen bleibt kaum noch Zeit. 82 Prozent der Bachelorstudenten empfinden ihr Studium als stark geregelt. Der Bachelor war nicht zuletzt mit dem Argument eingeführt worden, dass das Studium praxisnäher werden soll. Aus studentischer Sicht ist genau das bisher nicht erreicht: nur 30 Prozent der Unistudenten sehen einen engen Praxisbezug. Forderungen sind ein Pflichtpraktikum für jeden Studiengang (66 Prozent). 56 Prozent wünschen sich eine bessere Kooperation mit der Wirtschaft.
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Den meisten Bachelorstudenten sind eine gute Note und ein schneller Abschluss besonders wichtig. 42 Prozent der Befragten aber klagen, dass der Bachelor nicht klar genug gegliedert sei, und zwei Drittel sehen sich mit hohen Leistungsanforderungen konfrontiert. Für eigenständiges Forschen bleibt kaum noch Zeit. 82 Prozent der Bachelorstudenten empfinden ihr Studium als stark geregelt. Der Bachelor war nicht zuletzt mit dem Argument eingeführt worden, dass das Studium praxisnäher werden soll. Aus studentischer Sicht ist genau das bisher nicht erreicht: nur 30 Prozent der Unistudenten sehen einen engen Praxisbezug. Forderungen sind ein Pflichtpraktikum für jeden Studiengang (66 Prozent). 56 Prozent wünschen sich eine bessere Kooperation mit der Wirtschaft.
Kommentare (3)
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Galbadaon,
17.02.2010
Immerhin, Erfolg
Es scheint zu gelingen. Die politisch gewollte Absenkung des Bildungsniveaus gelingt. Schlechte Bachelorabsolventen in rauen Mengen tragen zur Entwertung akademischer Berufe bei. Ein Land voller Deppen ist ja auch leichter zu führen als eine gebildete Gesellschaft. Und Deutschland hat wieder einen Riesenschritt in diese Richtung getan.
Gleichstellung ist zwangsläufig die Anpassung auf unterstem Niveau.
Gleichstellung ist zwangsläufig die Anpassung auf unterstem Niveau.
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