Studenten der Uni Stuttgart Stärkeres Mitbestimmungsrecht
Inge Jacobs, veröffentlicht am 25.02.2010
Stuttgart - Die Studierenden der Uni Stuttgart dürfen künftig im Unisenat mehr mitreden. Sie erhalten vier zusätzliche Sitze und sind somit mit sieben statt drei Vertretern in dem nunmehr 35 Köpfe starken Gremium vertreten. Dies hat der Senat am Mittwoch in öffentlicher Sitzung bei nur einer Enthaltung ohne Gegenstimme beschlossen. Somit sei die wichtigste Forderung der Studierenden aus dem Bildungsstreik Ende vergangenen Jahres erfüllt worden, stellte Rektor Wolfram Ressel fest.
Unter anderem für dieses Ziel hatten die Studierenden in Form einer vierwöchigen Besetzung des größten Unihörsaals gestreikt. "Super, dass es funktioniert hat", meinte Philipp Rohrbacher, der Luft- und Raumfahrttechnik studiert und sich am Streik beteiligt hatte. "Dass das Abstimmungsergebnis so klar ausfällt, war nicht zu erwarten", meinte er. Denn die Vertreter des akademischen Mittelbaus, die wie auch die Vertreter aus der Verwaltung nach wie vor nur je drei Sitze im Senat haben, hätten sich zunächst skeptisch gezeigt.
Doch nun könnten jene gemeinsam mit den Studierenden eine Sperrminorität gegenüber der 22 Köpfe starken Professorengruppe bilden, was bei Änderungen der Grundordnung bedeutsam werden könnte. Der Senat hat unter anderem die Aufgabe, die Wahl der externen Uniratsmitglieder sowie des Rektors zu bestätigen sowie über die Einrichtung von Studiengängen oder Hochschuleinrichtungen zu beschließen.
"Man kann sagen, dass das, was an der Uni von unserer Seite aus möglich war, jetzt auf den Weg gebracht worden ist", so Rohrbacher. Auch eine Arbeitsgruppe zur Reform der Bachelor-/Masterstudiengänge sei jetzt paritätisch mit Studierenden und Professoren besetzt, sagte Ressel.
Neu gewählt wurde vom Senat auch die Prorektorin Forschung und Technologie: Einstimmig votierte das Gremium für die Chemieprofessorin Sabine Laschat. Die gebürtige Darmstädterin, Jahrgang 1963, hatte in Würzburg Chemie studiert, in Mainz promoviert, war danach als Postdoc an der University of California, habilitierte sich in Münster, ging als C-Professorin an die TU Braunschweig und folgte 2002 dem Ruf der Uni Stuttgart auf die Professur für Organische Chemie.
Seit 2006 ist sie Sprecherin eines Sonderforschungsbereichs und war Prodekanin an der Chemiefakultät. Sie verfügt über beste Kontakte zur Deutschen Forschungsgemeinschaft. Nun komplettiert sie das Prorektorenteam, dem bereits der Professor für Physikalische Chemie Frank Gießelmann (Lehre und Weiterbildung) und der Elektro- und Informationstechnikprofessor Manfred Berroth (Struktur) angehören.
Weitere Artikel
zum Thema
zum Thema
Doch nun könnten jene gemeinsam mit den Studierenden eine Sperrminorität gegenüber der 22 Köpfe starken Professorengruppe bilden, was bei Änderungen der Grundordnung bedeutsam werden könnte. Der Senat hat unter anderem die Aufgabe, die Wahl der externen Uniratsmitglieder sowie des Rektors zu bestätigen sowie über die Einrichtung von Studiengängen oder Hochschuleinrichtungen zu beschließen.
Studenten sind zufrieden mit dem Ergebnis
"Man kann sagen, dass das, was an der Uni von unserer Seite aus möglich war, jetzt auf den Weg gebracht worden ist", so Rohrbacher. Auch eine Arbeitsgruppe zur Reform der Bachelor-/Masterstudiengänge sei jetzt paritätisch mit Studierenden und Professoren besetzt, sagte Ressel.
Neu gewählt wurde vom Senat auch die Prorektorin Forschung und Technologie: Einstimmig votierte das Gremium für die Chemieprofessorin Sabine Laschat. Die gebürtige Darmstädterin, Jahrgang 1963, hatte in Würzburg Chemie studiert, in Mainz promoviert, war danach als Postdoc an der University of California, habilitierte sich in Münster, ging als C-Professorin an die TU Braunschweig und folgte 2002 dem Ruf der Uni Stuttgart auf die Professur für Organische Chemie.
Seit 2006 ist sie Sprecherin eines Sonderforschungsbereichs und war Prodekanin an der Chemiefakultät. Sie verfügt über beste Kontakte zur Deutschen Forschungsgemeinschaft. Nun komplettiert sie das Prorektorenteam, dem bereits der Professor für Physikalische Chemie Frank Gießelmann (Lehre und Weiterbildung) und der Elektro- und Informationstechnikprofessor Manfred Berroth (Struktur) angehören.
Kommentare (1)
Anzeigen
Christian (Student),
25.02.2010
Riesendank an alle!
Herzlichen Dank an alle, die daran mitgewirkt haben!!!
Insbesondere den aktiven Studierenden – allen voran den VertreterInnen im Senat. Aber genauso verdienen alle anderen Senatsmitglieder Dank und Respekt für ihre Entscheidung!
Sie ermöglicht eine bessere, demokratischere (und zeitgemäße) Beteiligung der Studierenden, entlastet aber auch die drei studentischen Vertreter ungemein (damit sie nebenher auch noch studieren können…).
Jetzt gilt es, motivierte Verstärkung für die nächsten Wahlen zu finden. Aber nach der vergangenen Bewegung wird das bestimmt keine allzu schwierige Herausforderung.
Insbesondere den aktiven Studierenden – allen voran den VertreterInnen im Senat. Aber genauso verdienen alle anderen Senatsmitglieder Dank und Respekt für ihre Entscheidung!
Sie ermöglicht eine bessere, demokratischere (und zeitgemäße) Beteiligung der Studierenden, entlastet aber auch die drei studentischen Vertreter ungemein (damit sie nebenher auch noch studieren können…).
Jetzt gilt es, motivierte Verstärkung für die nächsten Wahlen zu finden. Aber nach der vergangenen Bewegung wird das bestimmt keine allzu schwierige Herausforderung.
Anzeigen
Anzeige
Anzeige
Veranstaltungen
Finden Sie
Heute können Sie aus 327 Veranstaltungsterminen auswählen
StZ digital
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten
Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.
Abonnement-Prämien
Werben Sie einen Freund als Abonnent der Stuttgarter Zeitung.
Für jede Empfehlung erhalten Sie eine Prämie aus unserem Shop.






