Stuttgarter Zeitung online | Zeitungsgruppe Stuttgart |  Samstag, 11. Februar 2012

Leonberger Kreiszeitung


Nun gibt"s die "Pauli"-Partei auch im Kreis

Artikel aus der vom 26.02.2010

Freie Union heißt die neue Partei, die die bayerische Politikerin Gabriele Pauli im Juni 2009 gegründet hat. Der erste Kreisverband von 70 angestrebten in Baden-Württemberg, der für den Landkreis Böblingen, wurde nun am Mittwochabend in der Gaststätte Adler in Rutesheim erfolgreich gegründet und zählt seither vier Mitglieder.

Pauli war viele Jahre CSU-Landrätin im mittelfränkischen Landkreis Fürth, wechselte im Jahr 2008 zu den Freien Wählern, für die sie Spitzenkandidatin bei der Europawahl wurde. Nach parteiinternen Auseinandersetzungen und ihrem Ausschluss führt sie seither die bundesweit agierende Freie Union, die sich selbst als "neue Bürgerbewegung in Deutschland" bezeichnet und sieht. In den bestehenden Landesverbänden ist nun der Aufbau von Kreisverbänden das Ziel, um bei Landtags- und Bundestagswahlen antreten zu können.

Programmatisch stehen der Landesverband und der neue Böblinger Kreisverband vor großen Herausforderungen. Der Schriftführer des Landesverbandes Roman Zuckowsky, erläuterte seine Forderungen nach einem "monatlichen Grundeinkommen für Jedermann von 500 Euro, lebenslang und ohne Gegenleistungen", die er als Antrag auf dem Bundesparteitag der Freien Union am 28. Februar in Köln stellen wird. Dieses ließe sich aus einer sinnvollen Umverteilung der Sozialausgaben wie etwa Rente oder Kindergeld finanzieren. Ziel der Freien Union sei es, den Verwaltungsapparat samt Beamtentum, Lobbyisten, Banker, und schließlich auch die Parteien selbst zu entmachten. "Das bedeutet, wir wollen die Volksabstimmung als demokratisches Gestaltungsmittel für alle Belange einführen, und den Bundeskanzler direkt wählen", sagte Roman Zukowsky. "Wir müssen von außen nach innen wirken, um festgefahrene Strukturen aufzubrechen", ergänzte Helga Hummel vom Landesverband. Ziele sind auch die Einstellung von Stuttgart 21 und der Ausbau der Rheintalstrecke für den Zugverkehr.

"Viele kleine mühsame Schritte sind auf diesem Weg noch zu bewältigen", ist sich die Runde einig, zu der vom Landesverband auch der Vorsitzende Holger Kruse, seine Stellvertreter Hans-Joachim Wunderlich und Paul Robertus gekommen waren. Da man noch in keinem Kommunalparlament vertreten sei, solle man die Möglichkeiten der öffentlichen Gemeinderatssitzungen als politische Plattform nutzen, schlug Mitglied Robert Schmitt aus Rutesheim vor. Ziel ist, mit viel Öffentlichkeitsarbeit Mitglieder zu werben.

Dann könne man bei Kommunalwahlen antreten, auch die Landtagswahl 2011 ist fest im Fokus. Um zugelassen zu werden, benötigt die Freie Union 10 500 so genannte Unterstützerstimmen. "Wir hoffen, dass die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen uns kräftigen Rückenwind gibt", sagte Paul Robertus. "Und Nichtstun wäre der größte Fehler", meinte Robert Schmitt.

Im neuen Kreisverband wurden gewählt: Robert Schmitt als Vorsitzender, Holger Kruse als Schatzmeister, Paul Robertus als Schriftführer und Larysa Strauss zur stellvertretenden Vorsitzenden. Sie war am Abend in die Partei eingetreten.

Informationen im Internet unter

www.freieunion.de
 
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