"Das Leben scheint dann vorbei zu sein"
Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 26.02.2010
Täglich infizieren sich weltweit rund 5700 Menschen mit dem HI-Virus. Zwar haben sich die Neuinfektionen in den vergangenen acht Jahren um 17 Prozent reduziert, dennoch gibt es auch in Deutschland eine beachtlich hohe Zahl an Neuinfizierten. Im vergangenen Jahr lag die Anzahl der Betroffenen bei rund 3000, im Jahr 2008 wurden 2806 Menschen gezählt. Um Jugendliche so früh als möglich mit dem Thema zu konfrontieren, haben der Sozialarbeiter Peter Dietz, Dr. Uschi Traub aus dem Landratsamt Ludwigsburg und Dokumentarfilm-Regisseur Steffen Düvel am Donnerstagmorgen die Theodor-Heuss-Realschule besucht.
In der Mensa versammelten sich rund 70 Achtklässler aus Kornwestheim, Ludwigsburg und Marbach, um sich über Prävention und den Umgang mit der Krankheit zu informieren. Zunächst verfolgten die Schüler vier indische Kurzfilme rund um die Themen Aids, HIV-Infektion und ihre Konsequenzen. Klar werden sollte den Schülern vor allem: Ganz gleich ob in Indien oder in Deutschland - die Infizierten leiden sehr stark unter der Krankheit. Denn oft folgt auf die Diagnose die persönliche Isolation oder Diskriminierung durch die Gesellschaft. Wie belastend diese ist, konnten sich die Realschüler gut vorstellen. In der Diskussionsrunde, die sich der Filmvorführung anschloss, zeigten sie ihr Mitgefühl mit den Betroffenen. "Ich denke, man ist nach der Diagnose ziemlich geschockt", meinte eine Schülerin. "Die meisten wollen so ein Ergebnis doch gar nicht wahrhaben", warf eine Schülerin ein. Ein Klassenkamerad ging sogar noch weiter: "Das Leben scheint doch dann vorbei zu sein."
Dr. Uschi Traub vom Gesundheitsdezernat des Landratsamts Ludwigsburg hat schon oft miterlebt, wie Betroffene auf den Befund reagieren. "Viele denken zunächst, es handele sich um eine Verwechslung. Danach folgen Wut, Trauer und letzten Endes doch die Akzeptanz", berichtete sie aus ihrem Berufsalltag. Problematisch sei, dass viele Infizierte viel zu spät bemerkten, dass sie krank seien. "Es gehört Mut dazu, sich testen zu lassen", weiß Peter Dietz, Sozialarbeiter bei der Stuttgarter Aids-Hilfe. Trotzdem rät er, so früh wie möglich einen Test zu machen. "Die Persönlichkeitsrechte sind geschützt. Das Ergebnis bekommt wirklich nur der Getestete zu hören", versichert Dietz.
Um niemals eine solch schwierige Situation erleben zu müssen, sei Vorsorge besonders wichtig, schärfte Uschi Traub den Jugendlichen ein: Sie wies darauf hin, wie wichtig die Verhütung mit Kondom sei. Gleichwohl bedeute eine HIV-Infektion nicht, dass das Leben vorbei sei. Die Behandlungsmöglichkeiten hätten sich deutlich verbessert, eine Infektion sei nicht zwingend ein Todesurteil. "Wer HIV-positiv ist, ist nur infiziert, aber die Krankheit ist nicht ausgebrochen", wusste eine Schülerin. Und Traub ergänzte: "Die Lebenserwartung mit dem Virus ist heutzutage fast so hoch wie bei einem Nichtinfizierten." Allerdings sei die Belastung für die Betroffenen und ihre Familien enorm.
In der Mensa versammelten sich rund 70 Achtklässler aus Kornwestheim, Ludwigsburg und Marbach, um sich über Prävention und den Umgang mit der Krankheit zu informieren. Zunächst verfolgten die Schüler vier indische Kurzfilme rund um die Themen Aids, HIV-Infektion und ihre Konsequenzen. Klar werden sollte den Schülern vor allem: Ganz gleich ob in Indien oder in Deutschland - die Infizierten leiden sehr stark unter der Krankheit. Denn oft folgt auf die Diagnose die persönliche Isolation oder Diskriminierung durch die Gesellschaft. Wie belastend diese ist, konnten sich die Realschüler gut vorstellen. In der Diskussionsrunde, die sich der Filmvorführung anschloss, zeigten sie ihr Mitgefühl mit den Betroffenen. "Ich denke, man ist nach der Diagnose ziemlich geschockt", meinte eine Schülerin. "Die meisten wollen so ein Ergebnis doch gar nicht wahrhaben", warf eine Schülerin ein. Ein Klassenkamerad ging sogar noch weiter: "Das Leben scheint doch dann vorbei zu sein."
Dr. Uschi Traub vom Gesundheitsdezernat des Landratsamts Ludwigsburg hat schon oft miterlebt, wie Betroffene auf den Befund reagieren. "Viele denken zunächst, es handele sich um eine Verwechslung. Danach folgen Wut, Trauer und letzten Endes doch die Akzeptanz", berichtete sie aus ihrem Berufsalltag. Problematisch sei, dass viele Infizierte viel zu spät bemerkten, dass sie krank seien. "Es gehört Mut dazu, sich testen zu lassen", weiß Peter Dietz, Sozialarbeiter bei der Stuttgarter Aids-Hilfe. Trotzdem rät er, so früh wie möglich einen Test zu machen. "Die Persönlichkeitsrechte sind geschützt. Das Ergebnis bekommt wirklich nur der Getestete zu hören", versichert Dietz.
Um niemals eine solch schwierige Situation erleben zu müssen, sei Vorsorge besonders wichtig, schärfte Uschi Traub den Jugendlichen ein: Sie wies darauf hin, wie wichtig die Verhütung mit Kondom sei. Gleichwohl bedeute eine HIV-Infektion nicht, dass das Leben vorbei sei. Die Behandlungsmöglichkeiten hätten sich deutlich verbessert, eine Infektion sei nicht zwingend ein Todesurteil. "Wer HIV-positiv ist, ist nur infiziert, aber die Krankheit ist nicht ausgebrochen", wusste eine Schülerin. Und Traub ergänzte: "Die Lebenserwartung mit dem Virus ist heutzutage fast so hoch wie bei einem Nichtinfizierten." Allerdings sei die Belastung für die Betroffenen und ihre Familien enorm.
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