Städtisches Grafik-Kabinett im Helferhaus
Tugendheldinnen und listige Weiber
mw, veröffentlicht am 26.02.2010
Städtisches Grafik-Kabinett im Helferhaus
Stiftshof 8
71522 Backnang
Tel. 0 71 91/34 07 00
Fax 0 71 91/34 07 57
grafikkabinett@backnang.de
www.grafikkabinett.de
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Öffnungszeiten:
Di-Do 17-19 Uhr, Fr/Sa 17-20 Uhr, So/Feiertage 14-19 Uhr
Die Ausstellung wird bis 25. April gezeigt.
Di-Do 17-19 Uhr, Fr/Sa 17-20 Uhr, So/Feiertage 14-19 Uhr
Die Ausstellung wird bis 25. April gezeigt.
Termine
28.03.2010 14:00 Uhr
Ob die biblischen "Urmütter" Eva und Maria, die zuerst genötigte und anschließend verleumdete Susanna, die berüchtigte männermordende Judith oder Loths Töchter - antike Sagen und biblische Texte zu wehrhaften Frauenfiguren waren für Künstler in Sachen Bildfindungen schon immer ein reiches Füllhorn.
Mit der wechselnden Gewichtung dargestellter Frauenfiguren lassen sich zugleich wechselnde gesellschaftliche wie politische Gegebenheiten zur jeweiligen Entstehungszeit ablesen. Weil die Ernst-Riecker-Stiftung über jeweils mehrere Blätter verschiedener Künstler aus unterschiedlichen Epochen verfügt, macht die Ausstellung im Helferhaus diese Entwicklungen besonders anschaulich.
Galten beispielsweise die Töchter Loths in Antike und Mittelalter noch als ehrbare Frauen, die sich alleine um der Zukunftsicherung des eigenen Stammes willens vom eigenen Vater schwängern ließen, wird die Geschichte in Renaissance und Barock bereits vollkommen anders interpretiert: Loth ist zum Opfer seiner rücksichtslosen Brut geworden - einstige Tugendheldinnen zu listigen Weibern.
Ab dem späten 15. Jahrhundert zählt der Themenkreis "Weiberlist" bzw. "Weibermacht" bereits zum festen Bestandteil spätmittelalterlich-humanistischer Sujets. Meist negativ besetzt, tauchen listige Weiber jetzt gerne in ironisch-burlesken Serien und mit der Intention auf, ein vorwiegend männliches Publikum vor den verderblichen Einflüssen durch Frauenmächte zu schützen.
Eines jedenfalls machen kampflustige Amazonen, glaubenstreue Märtyrerinnen, inspirierende Musen und unerschrockene Staatsführerinnen deutlich: mit Beharrlichkeit, Standhaftigkeit und bisweilen gezielt eingesetzter List ist es diesen Frauen durch die Epochen hindurch immerhin gelungen, ihren Überzeugungen treu zu bleiben, in einer durch Männer dominierten Welt...
Mit der wechselnden Gewichtung dargestellter Frauenfiguren lassen sich zugleich wechselnde gesellschaftliche wie politische Gegebenheiten zur jeweiligen Entstehungszeit ablesen. Weil die Ernst-Riecker-Stiftung über jeweils mehrere Blätter verschiedener Künstler aus unterschiedlichen Epochen verfügt, macht die Ausstellung im Helferhaus diese Entwicklungen besonders anschaulich.
Galten beispielsweise die Töchter Loths in Antike und Mittelalter noch als ehrbare Frauen, die sich alleine um der Zukunftsicherung des eigenen Stammes willens vom eigenen Vater schwängern ließen, wird die Geschichte in Renaissance und Barock bereits vollkommen anders interpretiert: Loth ist zum Opfer seiner rücksichtslosen Brut geworden - einstige Tugendheldinnen zu listigen Weibern.
Ab dem späten 15. Jahrhundert zählt der Themenkreis "Weiberlist" bzw. "Weibermacht" bereits zum festen Bestandteil spätmittelalterlich-humanistischer Sujets. Meist negativ besetzt, tauchen listige Weiber jetzt gerne in ironisch-burlesken Serien und mit der Intention auf, ein vorwiegend männliches Publikum vor den verderblichen Einflüssen durch Frauenmächte zu schützen.
Eines jedenfalls machen kampflustige Amazonen, glaubenstreue Märtyrerinnen, inspirierende Musen und unerschrockene Staatsführerinnen deutlich: mit Beharrlichkeit, Standhaftigkeit und bisweilen gezielt eingesetzter List ist es diesen Frauen durch die Epochen hindurch immerhin gelungen, ihren Überzeugungen treu zu bleiben, in einer durch Männer dominierten Welt...
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