Wieder geschrumpft Cebit in Hannover eröffnet
apn, veröffentlicht am 02.03.2010
Hannover - Das schwarze Diagnosegerät, das Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Rundgang über die Cebit in Halle 3 interessiert musterte, konnte Fragen wie ein Arzt stellen. "Wird ihnen oft schwindelig, wenn sie morgens aufstehen?", fragte der einem Mini-Notebook ähnelnde Kasten per Computerstimme, als Merkel mit dem spanische Ministerpräsidenten José Luis Rodriguez Zapatero am Dienstagmorgen den Stand seines Herstellers Oesía besuchte. Die Kanzlerin stellte jedwede Schwindelgefühle mit einem klaren "Nein" in Abrede.
Der Blick auf ein weiteres fingerhutartiges schwarzes Gerät entlockte ihr die interessierte Frage: "What does this mean?" Den kleinen schwarzen Fingerhut konnte sie dann aufsetzen. Sogleich wurde der Puls der Kanzlerin direkt an das sprechfähige schwarze Diagnosegerät übertragen.
Bei ihrem Rundgang über die weltgrößte Computermesse Cebit haben Merkel und Zapatero in zweieinhalb Stunden Stände von 15 Firmen besucht. Weil an dem traditionellen Eröffnungsrundgang diesmal ebensoviele spanische, wie deutsche Journalisten teilnahmen, herrschte ein unbeschreibliches Gedränge auf den kleinen Ständen. Zunehmend nervöse Sicherheitsbeamte hatten 150 Kameraleute, Fotografen und Reporten stets auf Distanz zu halten.
"Digitales Klassenzimmer"
Eine sechste Klasse der Berliner Hausburgschule wartete in der Halle vier auf die beiden Politiker. Mit einem Stand wirbt Microsoft dort für das "digitale Klassenzimmer". Die Berliner Schüler waren via Internet mit einer Klasse von Gleichaltrigen in Madrid verbunden. Merkel hatte auf Deutsch die Frage zu beantworten, ob sie schon in Madrid gewesen sei. Zapatero musste, spanisch befragt, über seinen letzten Berlinbesuch Auskunft geben. Es stellte sich heraus, dass die Kanzlerin bislang "nur kurz" in Madrid war. Ihr spanischer Amtskollegen hat sich Berlin dagegen schon gründlich angesehen.
Merkel und Zapatero nahmen auf der Cebit auch Geräte zum sogenannten Cloud Computing in Augenschein. Dabei wird der PC durch Bildschirm und Tastatur mit Internetanschluss ersetzt. Die Rechner- und Speicherfunktion übernimmt ein externes Rechenzentrum. "Wer sorgt dann für die Sicherheit der Daten?", fragte Merkel sogleich.
Telekom-Chef Rene Obermann präsentierte der Kanzlerin vor dem Modell eines kleinen Hauses ein handygroßes Gerät, das fortlaufend den Stromverbrauch von Haushalten messen kann. "Das ist schön - aber was ist jetzt die Lehre daraus?", fragte Merkel. Eine Kontrolle des Stromverbrauchs eines jeden Familienmitgliedes sorge schließlich nur für Streit.
Am Ende zeigte sich die Kanzlerin "sehr beeindruckt" sowohl von den deutschen Firmen und als auch von den Ausstellern aus dem Cebit-Partnerland Spanien, die sie alle zusammen mit Zapatero aufsuchte. "Auf der Cebit stehen immer mehr die Anwendungen für die Kunden und immer weniger die Hardware im Vordergrund", sagte sie. Die Cebit zeige wie die Informations- und Kommunikationstechnik alle Lebensbereiche vom Haushalt, über Arbeit bis zum Verkehr durchdringe. "Diese Durchdringung des gesamten Lebens durch Informations- und Kommunikationstechnik wird sicher unsere nächsten Jahre prägen", betonte Merkel.
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"Digitales Klassenzimmer"
Eine sechste Klasse der Berliner Hausburgschule wartete in der Halle vier auf die beiden Politiker. Mit einem Stand wirbt Microsoft dort für das "digitale Klassenzimmer". Die Berliner Schüler waren via Internet mit einer Klasse von Gleichaltrigen in Madrid verbunden. Merkel hatte auf Deutsch die Frage zu beantworten, ob sie schon in Madrid gewesen sei. Zapatero musste, spanisch befragt, über seinen letzten Berlinbesuch Auskunft geben. Es stellte sich heraus, dass die Kanzlerin bislang "nur kurz" in Madrid war. Ihr spanischer Amtskollegen hat sich Berlin dagegen schon gründlich angesehen.
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