Stuttgarter Zeitung online | Zeitungsgruppe Stuttgart |  Sonntag, 12. Februar 2012

Wissen & Computer


Messetrends Cebit 2010 Kino ist eigentlich überall

Ricarda Stiller, veröffentlicht am 04.03.2010
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Eine Mitarbeiter des SAP-Standes trägt ein sogenanntes Head-mounted Display (HMD), auf dem Daten eingespiegelt werden. Das erleichtert das Finden von Gegenständen. Foto: dpa

Hannover - Obwohl die Stimmung auf dem Messegelände südlich von Hannover in diesem Jahr vergleichsweise nüchtern ist , entdeckt man bei einem Rundgang über die noch immer weltweit größte Messe der IT-Branche spannende Neuigkeiten. Es sind die Details, auf die es im Alltag letztlich ankommt. Ob ein Netbook (so heißen die kleinen, leichten und günstigen Notebooks für unterwegs) letztlich den Alltagstest besteht, entscheidet der Anwender. Spiegelt das Display im Freien zu sehr oder macht der Akku zu schnell schlapp, fällt es durch. Dann muss der Hersteller entweder ganz schnell nachbessern oder gar ein neues Modell auf den Markt bringen, um in dieser Sparte noch eine Chance zu haben. Die Käufer sind gnadenlos. Und das Image einer Marke ist schnell ruiniert.


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In diesem Jahr wird es fast schon unübersichtlich in der Sparte der Netbooks. Es gibt sie nun nicht mehr nur mit dem bisher gängigen Zehnzollmonitor, sondern auch mit einer Diagonale von zwölf Zoll, was fast schon so groß ist wie bei einem herkömmlichen Notebook. Außerdem gibt es die Geräte mit berührungsempfindlichem Bildschirm und als Tablet-PC. Die meisten sind mit entspiegelten Hochglanzdisplays und LED-Backlight-Technik ausgestattet, so dass auch bei direkter Lichteinwirkung die Darstellung noch sehr gut erscheint. Wer sich von der Masse abheben möchte, der könnte sich einmal das Modell Eee PC der Firma Asus aus der Karim Rashid Kollektion in Pink genauer ansehen.

Äußerst vielversprechend sind auch die neuen 3-D-Notebooks der Firmen Acer, Asus und MSI. Gerade erst hat uns die Nachricht erreicht, dass künftig Computerspiele in der dritten Dimension gespielt werden und am Flachbildfernseher raumgreifend Spielfilme genossen werden können, da werden auch schon die mobilen Geräte für die dreidimensionale Darstellung vorgestellt. Auch diese Notebooks funktionieren mit einem 120-Hertz-Display und speziellen Brillen.

Nosepads sorgen für Tragekomfort


Da man bis jetzt für den 3-D-Genuss ohnehin noch eine Brille aufsetzen muss, warum dann nicht gleich die ganze Technik in der Brille unterbringen? Das hat sich die Firma Carl Zeiss gedacht und bringt mit dem neuen Modell "Cinemizer Plus" eine wirklich schicke Videobrille auf den Markt. Gespeist wird die Brille mit Filmen, die wahlweise von einem DVD-Player oder vom iPod beziehungsweise iPhone kommen. Zu starke Kopfbewegungen sollte man während des Gebrauchs vermeiden, sonst kommt der Gleichgewichtssinn durcheinander. Auch ist es gewöhnungsbedürftig, dass einem zwar einerseits das Kinogefühl durch die Simulation einer Leinwand in der Brille suggeriert werden soll, andererseits aber bei der Brille von allen Seiten Licht eindringt.

Dennoch hat man mit dieser Videobrille die Möglichkeit, überall unterwegs oder einfach zu Hause auf dem Sofa aufwendig gestaltete 3-D-Produktionen aus Hollywood zu betrachten. Nach spätestens vier Stunden Filmgenuss ist dann Schluss, exakt so lange sollte der Akku laut Herstellerangaben nämlich durchhalten. Damit es auf der Nase nicht so drückt wie bei den Brillen, die man im Kino ausgeliehen bekommt, werden mehrere "Nosepads" mitgeliefert. Brillenträger stellen ihre Dioptrienzahl zwischen plus 3,5 und minus 3,5 ein, und wer die eingebauten Lautsprecher nicht mag, der kann seinen eigenen Kopfhörer anschließen.

Wer seine ganz eigenen 3-D-Bilder schießen möchte, kann dies künftig mit der Finepix Real 3D W1 von Fuji. Dieser digitale Fotoapparat mit zwei Linsen nimmt alles doppelt auf. Das Ergebnis der Stereofotografie kann man sich auf dem recht großen, rückseitig angebrachten Monitor ansehen. Und auch die Abzüge der mit dieser Kamera gemachten Fotos, die sich ganz ohne Spezialbrille betrachten lassen, vermitteln Tiefe und einen plastischen Effekt.

Handy mit integriertem Beamer


In den Messehallen geht es sehr viel um Optik und Darstellung. Nachdem die Projektoren (Beamer) ohnehin immer kleiner werden, bringt Samsung nun sogar mit dem Modell I8520 ein Handy mit integriertem Minibeamer auf den Markt. Wer es haben will, muss sich aber bewusst sein, dass dies eher eine Spielerei ist. Denn allenfalls aus kurzer Distanz und in kleinem Format kann dieser Beamer Filmchen oder Fotos an die Wand werfen.

Zumindest am ersten Tag der Computermesse ist noch keinem Besucher ein richtiger Knüller aufgefallen, ein Gerät, von dem bisher noch niemand wusste, dass er es brauchen würde, welches kurze Zeit später aber aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sein wird (wie es etwa für Millionen von Menschen das iPhone ist).

Wollte man alle Neuheiten der diesjährigen Cebit zusammenfassen, käme man zu dem Schluss, dass sämtliche Menschen Nomaden seien. Denn eines ist tatsächlich auffallend: mobile Computer, mobile Beamer, mobile Speicherplätze, mobile Internetanwendungen, Software, die irgendwo und nirgendwo lagert - alles ist darauf ausgerichtet, dass wir von überall auf der Welt auf unsere Daten, seien sie dienstlich oder privat, zugreifen können. Es gilt das Motto: zu Hause, unterwegs und global vernetzt.


Kommentare (1)
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Bernt,
29.03.2010
Videobrille
Auf http://www.relaxview.de gibt es Videobrillen zum kaufen.
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