Der Räuber
Wenn der Bankraub zur Sucht wird
Tim Schleider, veröffentlicht am 04.03.2010
Filmbeschreibung
Dieser Film beruht auf Tatsachen: In der Knastzelle trainiert der Knacki Johann Rettenberger auf dem Laufband die lange Strecke. In der nachfolgenden Freiheit wird er zunächst österreichischer Meister im Marathonlauf - und zugleich der in Österreich meistgesuchte Bankräuber. In den siebziger und achtziger Jahren machte der reale Fall des Johann Kastenberger Schlagzeilen in der Boulevardpresse. Kastenberger erschoss sich 1988 auf der Flucht vor der Polizei. Sein Zeitrekord im Berglauf ist noch heute die offizielle österreichische Bestmarke.
Eine spannende Geschichte. Dieser Film wird dennoch manchen Sehwunsch enttäuschen. Denn was der aus Tübingen stammende Regisseur Benjamin Heisenberg in seinem jüngsten Werk "Der Räuber" ganz gewiss nicht liefern will, ist eine psychologische Studie. Die Hinter- und Beweggründe des Verbrechers interessieren ihn kaum bis gar nicht. Was er in größter Kühle und Sachlichkeit schildert, das ist die Sucht - die Sucht, immer längere Laufstrecken zurückzulegen, und die Sucht, immer neue Banken auszurauben. Denn um Geld kann es diesem "Räuber" Rettenberger eigentlich nicht gehen. Dafür ist sein Lebensstil ganz langstreckenläufergemäß viel zu asketisch. Die Taschen mit den Scheinen sammelt er unter dem Bett. Bis seine Geliebte Erika diese findet und ein großer, dramatischer und in all der bereits erwähnten Kühle den Hals des Zuschauers zuschnürender Showdown beginnt.
Andreas Lust und Franziska Weisz spielen ihre Rollen perfekt auf den Punkt. Und der 35-jährige Regisseur Heisenberg beeindruckt nicht nur durch seine konsequent durchgezogene Idee, sondern auch durch die Selbstverständlichkeit, mit der er in dieses Kammerspiel auch immer wieder ganz große Bilder und weit ausholende Einstellungen fügt. Um den Wagemut der nächsten Generation deutscher Filmregisseure muss einem offenbar nicht bange sein.
Eine spannende Geschichte. Dieser Film wird dennoch manchen Sehwunsch enttäuschen. Denn was der aus Tübingen stammende Regisseur Benjamin Heisenberg in seinem jüngsten Werk "Der Räuber" ganz gewiss nicht liefern will, ist eine psychologische Studie. Die Hinter- und Beweggründe des Verbrechers interessieren ihn kaum bis gar nicht. Was er in größter Kühle und Sachlichkeit schildert, das ist die Sucht - die Sucht, immer längere Laufstrecken zurückzulegen, und die Sucht, immer neue Banken auszurauben. Denn um Geld kann es diesem "Räuber" Rettenberger eigentlich nicht gehen. Dafür ist sein Lebensstil ganz langstreckenläufergemäß viel zu asketisch. Die Taschen mit den Scheinen sammelt er unter dem Bett. Bis seine Geliebte Erika diese findet und ein großer, dramatischer und in all der bereits erwähnten Kühle den Hals des Zuschauers zuschnürender Showdown beginnt.
Andreas Lust und Franziska Weisz spielen ihre Rollen perfekt auf den Punkt. Und der 35-jährige Regisseur Heisenberg beeindruckt nicht nur durch seine konsequent durchgezogene Idee, sondern auch durch die Selbstverständlichkeit, mit der er in dieses Kammerspiel auch immer wieder ganz große Bilder und weit ausholende Einstellungen fügt. Um den Wagemut der nächsten Generation deutscher Filmregisseure muss einem offenbar nicht bange sein.
Mehr StZ Filmkritiken
I want to run - Das härteste Rennen der Welt 64 Tage lang dem Glück nachlaufen
Ein ruhiges Leben Blutspur in der Provinz
The Yellow Sea Letzte Zockerchance
Janosch - Komm, wir finden einen Schatz! 3D So schön könnte das Leben sein
Moonrise Kingdom Die ernsten Spiele der Kindheit
Die Farbe des Ozeans Grenzgebiete
Kill Me Please Die Verwöhnten und der Tod
Die Kunst zu lieben Sex ist anstrengend
Lachsfischen im Jemen Dr. Jones und die Liebe
Marley Der Star aus Jamaika
Our Idiot Brother Wer Gras an die Polizei verkauft
Alle Artikel anzeigen
Anzeigen
Was möchten Sie unternehmen?
Wann möchten Sie etwas unternehmen?

Monat

| Heute | Morgen | Akt. Woche |
| MO | DI | MI | DO | FR | SA | SO |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
Highlights am 27.05.
Nacht der offenen Kirchen: Orgelkino "Schachfieber" - Paul-Gerhardt-Kirche
Premiere: Es gibt noch Restkarten - Renitenztheater
Legendäre Meisterwerke. Kulturgeschichte(n) aus Württemberg - Landesmuseum Württemberg
StZ digital
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten
Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.




