Männer, die auf Ziegen starren
Per Hirnquirl zum Supersoldaten
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 04.03.2010
Filmbeschreibung
Ziege, stirb! Ziege, stirb! Wenn Sie das konzentriert genug denken und das entsprechende Tier dabei unentwegt anstarren - dann sind Sie gewiss verrückt, eventuell aber auch noch Veteran eines geheimen Programms des US-Militärs. Der bewaffnete Arm der Weltmacht hat, wie diverse Geheimdienste auch, wiederholt mit parapsychologischem Firlefanz herumgespielt. Dabei haben Nuklearmachtmachos gemutmaßt, ausgerechnet die Pazifisten, die Oberlaschis, die Hippies könnten im Besitz der ultimativen Waffen sein. Das New-Age-Gemunkel von unsichtbaren Energieströmen, der tradierte Aberglaube an den bösen Blick und die Comicheftchen voller Superhelden fanden im Versuch zusammen, ganz neue Soldaten zu schaffen. Die sollten unsoldatisch meditieren und ihre Gedanken im religionsnotorischen Niemandsland zwischen Drogenrausch und Hungerdelirium wandern lassen, um sich am Ende für fremde Augen unsichtbar machen, durch Wände gehen und mit Blicken töten zu können.
Dieser uri-gellernde Humbug (ja, auch der Löffelbieger Geller war GI-Berater) ist keine Satire, sondern Teil der Armeegeschichte. Der Journalist Jon Ronson hat sie recherchiert, und dessen Buch "Männer, die auf Ziegen starren" hat so laut nach Verfilmung geschrien, dass George Clooney es erhört hat. Mit ihm als Produzenten und Grant Heslov als Regisseur ist aus "The Men who stare at Goats", so der Originaltitel, eine Militärposse geworden, die unbedingt als Kommentar zum aktuellen Stand der geistigen Gesundheit im Pentagon und den nachgeordneten Kasernen verstanden werden will. Darum beginnt der Film im Jahr 2003. Ewan McGregor spielt einen Kleinstadtjournalisten, der in Kuwait über den Golfkrieg berichten soll, aber vom Reporterhotel aus an keine relevanten Informationen kommt. Dafür trifft er einen seltsamen Landsmann in Zivil, Lyn Cassidy (George Clooney), der den Journalisten mit auf eine geheime Mission in die Wüste nimmt. Unterwegs erzählt er ihm von seiner Zeit bei der experimentellen Jedi-Krieger-Truppe, der "New Earth Army". Deren heimliches Motto scheint "Schwerter zu Hirnquirlen" zu lauten.
Mit Jeff Bridges, Kevin Spacey, Stephen Lang und Stephen Root hat Clooney wunderbar agierende Komödianten an seiner Seite, und als Nummernrevue mit gelegentlichen Hängern ist "Männer, die auf Ziegen starren" durchaus vergnüglich. Aber auf seltsame Weise ist er vom Geist einer Ära eher besessen als inspiriert. Er wirkt wie das Remake einer antiautoritären, sorglos schrillen, grobkantig dahinimprovisierten Off-Komödie der Hippie-Ära, neu gedreht mit souveränen Stars, viel Geld und massig Handwerkskunst.
Was Grant Heslov misslingt, ist die Schaffung von Beklemmung, die nötige Verbindungsknüpfung zwischen dem Wahnsinn im Parapsychologenlabor und dem Wahnwitz der Foltergefängnisse - wo doch letztere angeblich Psychozermürbungserkenntnisse der Paraprogramme von einst nutzen. Der Film stellt sich selbst ein Bein. Er will zeigen, wie verrückt die Jedi-Krieger waren. Aber wenn durchgeknallte Jedi-Krieger von ihrer Zeit bei der "New Earth Army" erzählen, darf man ihnen dann glauben?
Dieser uri-gellernde Humbug (ja, auch der Löffelbieger Geller war GI-Berater) ist keine Satire, sondern Teil der Armeegeschichte. Der Journalist Jon Ronson hat sie recherchiert, und dessen Buch "Männer, die auf Ziegen starren" hat so laut nach Verfilmung geschrien, dass George Clooney es erhört hat. Mit ihm als Produzenten und Grant Heslov als Regisseur ist aus "The Men who stare at Goats", so der Originaltitel, eine Militärposse geworden, die unbedingt als Kommentar zum aktuellen Stand der geistigen Gesundheit im Pentagon und den nachgeordneten Kasernen verstanden werden will. Darum beginnt der Film im Jahr 2003. Ewan McGregor spielt einen Kleinstadtjournalisten, der in Kuwait über den Golfkrieg berichten soll, aber vom Reporterhotel aus an keine relevanten Informationen kommt. Dafür trifft er einen seltsamen Landsmann in Zivil, Lyn Cassidy (George Clooney), der den Journalisten mit auf eine geheime Mission in die Wüste nimmt. Unterwegs erzählt er ihm von seiner Zeit bei der experimentellen Jedi-Krieger-Truppe, der "New Earth Army". Deren heimliches Motto scheint "Schwerter zu Hirnquirlen" zu lauten.
Mit Jeff Bridges, Kevin Spacey, Stephen Lang und Stephen Root hat Clooney wunderbar agierende Komödianten an seiner Seite, und als Nummernrevue mit gelegentlichen Hängern ist "Männer, die auf Ziegen starren" durchaus vergnüglich. Aber auf seltsame Weise ist er vom Geist einer Ära eher besessen als inspiriert. Er wirkt wie das Remake einer antiautoritären, sorglos schrillen, grobkantig dahinimprovisierten Off-Komödie der Hippie-Ära, neu gedreht mit souveränen Stars, viel Geld und massig Handwerkskunst.
Was Grant Heslov misslingt, ist die Schaffung von Beklemmung, die nötige Verbindungsknüpfung zwischen dem Wahnsinn im Parapsychologenlabor und dem Wahnwitz der Foltergefängnisse - wo doch letztere angeblich Psychozermürbungserkenntnisse der Paraprogramme von einst nutzen. Der Film stellt sich selbst ein Bein. Er will zeigen, wie verrückt die Jedi-Krieger waren. Aber wenn durchgeknallte Jedi-Krieger von ihrer Zeit bei der "New Earth Army" erzählen, darf man ihnen dann glauben?
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