#9
Krieg zwischen Jute und Metall
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 04.03.2010
Filmbeschreibung
Die Menschheit hat es mal wieder geschafft. Sie hat sich endgültig ausgelöscht. In Shane Ackers "9" (Nine) finden wir uns in den Ruinen einer Großstadt. Das allgegenwärtige Rostbraun, Pfützengrau und Rußschwarz kann sich hier noch schöner aufs Gemüt legen als in anderen Filmen, die nach dem allerletzten Krieg der Menschheit spielen. Denn "9" ist eine Computeranimation, aber eine ohne die vertraute augenzwinkernde Ironie, ohne tröstlichen Knuddelfaktor, ohne leuchtfarbene Hinweispfeile aufs Happy End. Die menschenleere Welt hier ist sehr viel bedrückender als jene in Pixars "Wall-E". Was noch umherläuft, sind ein paar kleine Lumpenpüppchen mit Metallgliederhänden und einem altmodischen Innenleben.
Anfangs sehen wir, wie eine Mischung aus Radiobastler und Jutesäckchen-Frankenstein eines dieser kleinen Wesen erpfriemelt, damit irgendetwas den Krieg überdauert. Aber in den Ruinen streifen nun auch Metallbaumonster umher, die erbarmungslos Jagd auf Stoffmännchen machen. Der Kampf scheint als Daseinsprinzip noch die Trümmerwelt zu regieren.
Nine ("9") war mal ein elfminütiger, 2006 für den Oscar nominierter Kurzfilm, der mit Produktionshilfe von Tim Burton zum Langfilm gedieh. Gewiss, Shane Acker hat es nicht geschafft, Charaktere und Handlung optimal für die neue Lauflänge auszubauen, aber die beharrliche Melancholie der Geschichte, die ergreifenden Bilder einer Welt, in der es kein Lachen gibt, machen " 9" trotzdem zu einem großen Seherlebnis für Erwachsene.
Anfangs sehen wir, wie eine Mischung aus Radiobastler und Jutesäckchen-Frankenstein eines dieser kleinen Wesen erpfriemelt, damit irgendetwas den Krieg überdauert. Aber in den Ruinen streifen nun auch Metallbaumonster umher, die erbarmungslos Jagd auf Stoffmännchen machen. Der Kampf scheint als Daseinsprinzip noch die Trümmerwelt zu regieren.
Nine ("9") war mal ein elfminütiger, 2006 für den Oscar nominierter Kurzfilm, der mit Produktionshilfe von Tim Burton zum Langfilm gedieh. Gewiss, Shane Acker hat es nicht geschafft, Charaktere und Handlung optimal für die neue Lauflänge auszubauen, aber die beharrliche Melancholie der Geschichte, die ergreifenden Bilder einer Welt, in der es kein Lachen gibt, machen " 9" trotzdem zu einem großen Seherlebnis für Erwachsene.
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