Google Street View Widerspruch der Bürger

Stefanie Käfferlein, veröffentlicht am 06.03.2010
Ein Google Street-View-Wagen bei der Cebit 2010. Foto: dpa

Hannover - Ein simpler Mausklick genügt, und den gelben Pegman zieht es mitten auf die Londoner Tower Bridge. Zahlreiche Menschen sind dort unterwegs. Sie tragen blaue Jeanshosen und grüne oder pinkfarbene T-Shirts. Ihre Gesichter sind nicht zu erkennen. Pegman ist das gelbe Google-Street-View-Männchen, mit dem man seit Anfang 2007 virtuelle Touren durch die Metropolen der Welt machen kann. Und die Zahl der zu besichtigenden Städte steigt stetig. 2008 fuhren die ersten Google-Fahrzeuge mit Spezialkameras durch die Straßen der Bundesrepublik. Trotz Kritik will der Internetkonzern seinen Kartendienst noch Ende des Jahres in Deutschland einführen.


Was für die einen ein tolles Erlebnis ist, stellt für die anderen einen gravierenden Eingriff in die Privatsphäre dar. Datenschützer und Privatpersonen haben längst Alarm geschlagen - und Google hat reagiert. Auf der Internetseite des Unternehmens finden Bürger, die sich nicht auf den Aufnahmen wiederfinden wollen, ausführliche Informationen sowie eine E-Mail-Adresse und Anschrift. "Dorthin können sie ihre Widersprüche schicken", sagt Stefan Keuchel, Unternehmenssprecher von Google Deutschland. "Jeder erhält eine Eingangsbestätigung." Aber es ist der Bürger selbst, der aktiv werden muss, wenn er seine Bilder erst gar nicht veröffentlicht haben möchte.

Google macht Gesichter und Kennzeichen unkenntlich


Aus Datenschutzgründen hat Google zugesagt, noch vor der Veröffentlichung von Aufnahmen aus Deutschland eine Funktion zur Verfügung zu stellen, die es jedem ermöglichen soll, Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Bildern einzulegen. "Das ist ein Service, den wir speziell in Deutschland anbieten und der technisch eine große Herausforderung ist", sagt Keuchel. Sobald diese Funktion zur Verfügung steht, will das Unternehmen mit jedem erneut Kontakt aufnehmen, der im Vorfeld schriftlich widersprochen hat.

Grundsätzlich macht Google Gesichter und Kennzeichen unkenntlich, bevor sie ins Netz gestellt werden. "Dies gelingt mit unserer Software zu fast 100 Prozent", erklärt Keuchel. Wurde doch einmal etwas übersehen, könne dies jederzeit mitgeteilt werden. Dafür gibt es in der Street-View-Ansicht an der linken Seite des Bildschirms den Link "Ein Problem melden". Es öffnet sich ein Formular, das ausgefüllt an den Konzern geschickt werden muss. "Über diesen Link kann man sich jederzeit melden - selbst wenn man nur sein Fahrrad gelöscht haben möchte", sagt Keuchel. Innerhalb von 48 Stunden würde, so verspricht es zumindest das Unternehmen, entweder das Objekt unkenntlich gemacht oder die Aufnahme gänzlich gelöscht werden - darauf muss sich der Bürger verlassen.


Kommentare (1)
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Alfons,
07.03.2010
Google Street View
Ganz so wichtig, wie uns die Medien dies glauben zu machen versuchen, ist dieses Thema wohl nicht, nachdem der Artikel bis heute noch nicht kommentiert wurde.
Schaut man sich das Ganze mal in Google Earth an, ist man geneigt, zu denken, nur die Deutschen und Österreicher seien am Schutz ihrer Privatsphäre interessiert, während dies dem Rest der westlichen Welt irgendwo vorbeigeht.
Es handelt sich um ein geniales Instrument, die Welt kennenzulernen, Reisen vor- und nachzubearbeiten und wir sollten uns dies von unseren typisch deutschen Bedenkenträgern nicht vermiesen lassen.
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